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Gala
So feierte Potsdam seine erste Bambi-Nacht
Freitag, 27. November 2009 12:15
- Von A. Mazuhn und B. Jänichen
Erstmals sind die Bambis in diesem Jahr in Potsdam verliehen worden. 800 Gäste waren gekommen. Dabei erhielt ein gerührter Helmut Kohl als "Kanzler der Einheit" den sogenannten Millennium-Bambi. Und Oscar-Preisträgerin Kate-Winslet glänzte in der Gala. Allerdings konnte das Moderatoren-Duo Kati Witt/Tom Bartels nicht überzeugen.
Jede Menge Prominenz aus dem In- und Ausland traf sich auf dem roten Teppich bei der 61. Bambi-Verleihung in Potsdam. Schauspielerin und Oscar-Preisträgerin Kate Winslet erhielt den Preis als beste "Schauspielerin international".
Jede Menge Prominenz aus dem In- und Ausland traf sich bei der 61. Bambi-Verleihung, die zum ersten Mal in Potsdam stattfand. Schauspielerin und Oscar-Preisträgerin Kate Winslet erhielt den Preis als beste "Schauspielerin international".
Erhielt den Millenniums-Bambi für seine Verdienste um die deutsche Einheit: Alt-Bundeskanzler Helmut Kohl, der aus gesundheitlichen Gründen nicht nach Potsdam kommen konnte. Er bedankte sich per Videobotschaft für die Auszeichnung.
Stephanie zu Guttenberg vertrat ihren Ehemann, Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg bei der Verleihung des Bambis in der Kategorie Wirtschaft an Fußballmanager Uli Hoeneß.
Comedian Bully Herbig (M.) bekam den Bambi für seinen Film "Wickie und die starken Männer". Auch seine Darsteller Mercedes Jadea Diaz (l.) und Jonas Haemmerle gingen nicht leer aus.
Roberta Armani, Nichte des italienischen Modedesigners Giorgio Armani, nahm den Bambi in der Kategorie "Kreativität" entgegen - stellvertretend für ihren Onkel.
Den "Millennium-Bambi" für seine Verdienste um die deutsche Wiedereinigung erhielt Alt-Bundeskanzler Helmut Kohl. Aus gesundheitlichen Gründen konnte er nicht persönlich an der Verleihung teilnehmen.
"Mr. Bambi": Verleger Hubert Burda mit seiner Ehefrau, Schauspielerin Maria Furtwängler.
„Auf dich war immer Verlass. Es ist dir gelungen, die Deutschen mitzunehmen
auf dem Weg der Deutschen Einheit. Aber du hast auch den europäischen Weg
nie vergessen und nie verlassen. Du verdienst wie kein Zweiter diesen
Preis“, sagte gestern Abend Ex-Bundesfinanzminister Theo Waigel zu Helmut
Kohl. Der Videoeinspielfilm aus dem Oggersheimer Privathaus des Alt-Kanzlers
mit den beiden Politikern war der bewegendste Moment der 61. und sonst eher
schwunglosen Bambi-Verleihung. Das Erste übertrug live aus der Babelsberger
Metropolishalle. 800 Gäste waren gekommen.
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Kohl, der mit dem „Millennium-Bambi“ ausgezeichnet wurde, antwortete Waigel:
„Meine Empfindungen am heutigen Tag sind nicht einfach… Vor 20 Jahren war
ich gerade bei deiner Hochzeit. Wir haben eine tolle Zeit hinter uns
gebracht. Und der Bambi steht für diese Zeit. … Wir haben Frieden, und mehr
kann man überhaupt nicht erwarten. Dafür bin ich ganz besonders dankbar. Und
ich danke allen, die dabei geholfen haben“.
Schauspieler Bruno Ganz würdigte Hollywoodstar Kate Winslet, die in Babelsberg
den Film „Der Vorleser“ nach dem Roman von Bernhard Schlink gedreht hatte,
als Bambi-Preisträgerin: „Keine Schauspielerin war so jung so oft für den
Oscar nominiert. Trotzdem bist du immer freundlich und warmherzig
geblieben.“ Kate Winslet war gerührt und sagte: „Seit wir den Vorleser
gedreht haben, habe ich immer einen Vorwand gesucht, zurück nach Deutschland
zu reisen“. Schlink dankte sie für seine literarische Vorlage. Und über
ihren Filmpartner David Kross sagte die Britin: „Ich habe sein Können sehr
bewundert. Deshalb möchte ich meinen Bambi mit ihm teilen.“
Souverän der Auftritt der Ehefrau des
Bundesverteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg. „Mein unmöglicher
Mann hat mir vor eineinhalb Stunden diese Rede zugesteckt und auf die
politische Gemengelage hingewiesen. Denken Sie sich bei den nächsten Worten
einfach Ihren Verteidigungsminister in dieses Abendkleid“, sagte Stephanie
zu Guttenberg, die als Laudatorin für den scheidenden Bayern-Manager Uli
Hoeneß (Bambi Wirtschaft) einsprang. Auch die gesamte Moderation des Abends
hätte Stephanie zu Guttenberg mit etwas Übung vielleicht souveräner als
Ex-Eiskunstlaufstar Katarina Witt gemeistert. Letztere führte mit
ARD-Fußballreporter Tom Bartels durch den Abend. Das Duo konnte das Publikum
jedoch nicht zu Beifallsstürmen hinreißen.
Weitere Preisträger: die Band Silbermond um Stefanie Kloß, Christoph Waltz,
Edgar Selge, Jessica Schwarz, Pop-Star Shakira sowie Michael „Bully“ Herbig,
Jonas Hämmerle und Mercedes Jadea Diaz für „Wicki und die starken Männer“.
Der Ehren-Bambi für Deutsche in Hollywood ging an Caroline Link, Michael
Ballhaus, Roland Emmerich, Oliver Hirschbiegel und Florian Henckel von
Donnersmarck. „2010 werde ich die erste Hollywood-Produktion drehen“, sagte
der Oscar-Preisträger. Schauspieler Maximilian Schell, der am 8. Dezember 79
Jahre alt wird, wurde für sein Lebenswerk geehrt. „Das ist sozusagen knapp
vor der Verurteilung“, kommentierte er. Witzig und charmant: Jette Joop, die
ihren Vater Wolfgang Joop mit einem Bambi ehrte. „Der einzige wirkliche
Superstar ist mein Papi“, sagte sie. Der Designer dankte seiner Heimatstadt:
„Liebes Potsdam, hättest du gedacht, dass du all diese Leute hier mal live
siehst und nicht im West-Fernsehen?“
Standing Ovations gab es für Jürgen Schulz, den Gründer der Björn Schulz
Stiftung, die in Pankow das Kinderhospiz Sonnenhof eingerichtet hat. Die
Familie Schulz hatte vor 27 Jahren ihren Sohn Björn verloren. Der Junge
wurde nur sieben Jahre alt. „Die Kinder wissen, dass sie sterben werden. Und
trotzdem genießen sie jeden Tag“, sagte Schulz. Das war der Moment, in dem
Kate Winslet weinte.
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