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Konzert in Berlin

Exzess war gestern - Marilyn Manson schockt nicht

Zum Auftakt seiner Konzert-Tour hat Marilyn Manson das Berliner Tempodrom beehrt. Doch der Funke wollte nicht so richtig überspringen. Zu abgeklärt wirkte die Bühnen-Show, zu ordentlich das inszenierte Chaos. Der Schock-Rocker von einst rutscht in die Routine ab.

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Brian Hugh Warner, Jahrgang 1969 und besser bekannt als Marilyn Manson, legte zuletzt mit "The High End Of Low" eine neue CD vor.
Foto: Universal
Brian Hugh Warner, Jahrgang 1969 und besser bekannt als Marilyn Manson, legte zuletzt mit "The High End Of Low" eine neue CD vor.

Es wurde mal wieder Zeit, dass der von seinen Fans bezeichnete „Reverend“ den deutschen Jüngern eine Audienz gewährt. Schließlich veröffentlichte Marilyn Manson dieses Jahr sein neues Album „The High End of Low“.

Eher low als high war der Auftakt seiner fünf Konzerte am Mittwoch im Berliner Tempodrom. Die Selbstinszenierung von Hochwürden Manson, die gewöhnlich für Skurriles und Überraschendes sorgt, wirkte seltsam spießig und abgeklärt. Ob er als krönenden Songabschluss seine Klamotten betont abgewrackt auf die Bühne warf oder wiederholt Mikrophonständer und Lampen umwarf: Sofort war eine der vielen Hilfskräfte zur Stelle, um die Unordnung zu beseitigen.

Wie kleine Messdiener wuselten sie hinter Manson her, der ihnen abschätzig die dargebrachten Requisiten aus der Hand riss. Wenigstens ließ er sich dazu herab, die Nähe zum Publikum in der ersten Reihe zu suchen. Die empfanden das vom erklärten Antichristen Manson über ihren Köpfen ausgespuckte Bier wahrscheinlich als Seligsprechung. Provokativ war das jedoch nicht.

Da konnte auch die multimediale Bühnenshow mit viel Lichtspielereien und riesigen von SS-Runen inspirierten Pfeilen auf der US-Flagge kaum etwas herausreißen. Musikalisch anständige Leistung, Nachhaltigkeit eher mangelhaft.

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