Abonnenten-Login Serviceangebote der Berliner Morgenpost Specials der Berliner Morgenpost
03.11.09

Sanierung

Gegen Staatsoper-Pläne regt sich Widerstand

Die Staatsoper Unter den Linden muss saniert werden - für geschätzte 240 Millionen Euro. Doch der parlamentarische Bauausschuss hat die Mittel für 2010 und 2011 gesperrt. Die Abgeordneten wollen kostengünstiger renovieren. Und auch eine vom Förderverein zugesagte 30-Millionen-Euro-Spende steht in den Sternen.

Senatsverwaltung für Stadtentwicklung

2 Bilder

Was hat die Diskussion um Steuersenkungen mit der Sanierung der Berliner Staatsoper zu tun? Mehr als man denkt. Denn sollte sich die FDP mit ihren Plänen durchsetzen, hätte der Verein der Freunde und Förderer der Staatsoper möglicherweise eine gute Vorlage für die im nächsten Jahr geplante Spenden-Werbekampagne. Und käme der 30-Millionen-Marke etwas näher. Derzeit hat der Verein laut Geschäftsführerin Evelyn Fischer rund zwei Millionen Euro eingesammelt.

Die Summe von 30 Millionen Euro hält die Geschäftsführerin "angesichts der allgemeinen Wirtschafts- und Finanzlage für nicht mehr realistisch". Die Zahl hatte der ehemalige Freundeskreis-Vorsitzende Peter Dussmann genannt. Das war 2005, als die Sanierung der Staatsoper mit 90 Millionen Euro veranschlagt wurde. Beziehungsweise über diese Summe spekuliert wurde, denn so richtig geprüft hatte die keiner. Ein Drittel davon könnte der Freundeskreis beisteuern, sicherte Dussmann damals dem Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) zu. Vertraglich fixiert wurde das allerdings nicht.

30 Millionen geistern herum wie der Fliegende Holländer

Mittlerweile hat sich Dussmann krankheitsbedingt aus der aktiven Arbeit im Förderverein zurückziehen müssen – und auch der Intendant der Linderoper heißt nicht mehr Peter Mussbach. Die beiden hatten eine Kampagne vorbereiten lassen, die aber nie realisiert wurde. Jetzt sind neue Akteure am Ruder – und die 30 Millionen geistern herum wie der Fliegende Holländer.

Freundeskreis-Geschäftsführerin Evelyn Fischer, seit September im Amt, hält es für unklug, ein konkretes Sammelziel zu formulieren, weil das Spender abschrecken könnte, die sich mit kleinen Summen wie beispielsweise zehn Euro beteiligen möchten. Ob die alte Kampagne aktualisiert wird oder eine neue kommt – das soll nach Rücksprache mit dem designierten Intendanten Jürgen Flimm bald entschieden werden. Flimm hat seinen Kontrakt vor einigen Wochen unterschrieben und tritt sein Amt in knapp einem Jahr an. Pünktlich zur Eröffnung der Ausweichspielstätte Schiller Theater, das von der Staatsoper bis zum Sommer 2013 bespielt werden soll.

Die neue Bescheidenheit beim Spendensammeln hat die Senatsverwaltung für Kultur zwar überrascht, aber Sorgen, dass dadurch die mittlerweile auf 240 Millionen Euro geschätzte Sanierung der Staatsoper scheitern könnte, teilt man dort nicht. Denn anders als beispielsweise beim Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche hängt der Fortgang der Bauarbeiten bei der Staatsoper nicht vom Spendenfluss ab. Steuert der Freundeskreis weniger bei, dann müsse der Finanzsenator tiefer in die Tasche greifen, betont Pressesprecher Torsten Wöhlert.

Schlechter Eindruck könnte beim Bund entstehen

Das allerdings wollen offenbar einige Abgeordnete der Regierungskoalition verhindern. So beschloss der Bauausschuss kürzlich im Rahmen der Haushaltsverhandlungen, die für die Sanierung eingestellten Mittel für 2010 und 2011 zu sperren. Und zwar so lange, bis die zuständige Senatorin eine "Bedarfsplanung" vorgelegt hat. Hintergedanke ist, dass der Anteil der Sanierungskosten, den das Land Berlin tragen muss, so niedrig wie möglich ausfällt.

Was aus Sicht der Haushälter nachvollziehbar ist, könnte beim Bund einen schlechten Eindruck hinterlassen. Der beteiligt sich nämlich mit 200 Millionen Euro – und erwartet eine gewisse Eigenleistung des Landes, die über den Umbau des Schiller Theaters zum Opernhaus hinausgeht. Das wird gerade für 23 Millionen Euro zur Ausweichspielstätte für die Staatsoper umgebaut – und soll später auch von der Komischen Oper genutzt werden.

Leser-Kommentare
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

Die Moderation der Kommentare liegt allein bei MORGENPOST ONLINE.
Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in der Netiquette.
blog comments powered by Disqus
 
Top-Thema
Besucher testen neue Achterbahn im Belantis Park
Achterbahn im freien Fall

Immer rasanter: Neue Bahnen versprechen Schwerelosigkeit.

Video Nachrichten mehr
Assad-Regime Opferzahl nach Angriffen in Syrien steigt
Mitte Polizei sucht mit Bildern nach Angreifer vom Alex
Ausflugswetter Viel Sonne versüßt Deutschen das Pfingstfest
Käufersuche Eine Woche Galgenfrist für Schlecker
 
PromoTeaser_img.jpg
Urlaub an der See

Aktuelle Reisetipps für Ihren nächsten Deutschlandurlaub.mehr

Sommerkoll-klein.png
Sommer Trends

Lindner - Das sind die Sommer Trends 2012!mehr

bio10_onsite-teaser.jpg
Netzwerker

Für eine moderne Energieversorgung in Berlinmehr

 
Top Bildershows mehr
Jeden Tag

Kopfnoten für Politiker, Manager und Prominente

Blücherplatz

Karneval der Kulturen mit Straßenfest eröffnet

Willkommen in Berlin

Hurra, ich bin da! Das sind Berlins süße Babys

DFB-Bundesgericht

Hertha kämpft gegen Sturz in die Zweite Liga

In eigener Sache
Weitere Morgenpost Angebote