Konzerte
Bell Book & Candle feiern in Berlin Jubiläum
Freitag, 30. Oktober 2009 07:30 - Von Wolf von DewitzDie Berliner Band war einmal ganz groß – und dann war sie weg. Bell Book & Candle hat das Auf und Ab des Musikgeschäfts schmerzhaft zu spüren bekommen. Nun ist die Gruppe der Puhdys-Söhne Hendrik Röder und Andy Birr wieder da. Und feierte in der Kulturbrauerei ihr 15-jähriges Bestehen.
Ende der 90er-Jahre hat die Berliner Band Bell Book & Candle ihren Welterfolg „Rescue Me“ noch vor Zehntausenden Zuschauern gespielt. Inzwischen ist es ruhiger geworden um Sängerin Jana Groß und die Puhdys-Söhne Hendrik Röder und Andy Birr.
Nach der Trennung von ihrer großen Plattenfirma BMG vor einigen Jahren versuchen sie nun, mit einem eigenen Label in die Erfolgsspur zurückzukommen. 15 Jahre nach Gründung der Band setzen sie dabei auf Altbewährtes: Ihr neues Album „3 Days Under Pressure“ ist eine Art „Best of“ als Akustik-Version. Zur Feier ihres Jubiläums traten sie am Donnerstagabend in der Kulturbrauerei in Prenzlauer Berg auf.
Bei den Liedern sind die Einflüsse von Sängerinnen wie Alanis Morissette deutlich spürbar. Und so ist das Album eine seltsam nostalgische Zeitreise in vergangene Klangwelten der späten 90er-Jahre.
„Der Erfolg damals kam schnell und hat uns fast überrollt“, sagt Sängerin Groß. Nach „Rescue Me“ folgten Auftritte vor bis zu 50.000 Zuschauern in Spanien, Amerika und England. „Als wir nach Salt Lake City kamen, kannte das Publikum den Text auswendig“, erinnert sich Bassist Röder.
Nach der Trennung von BMG kamen die Musiker mit Auftragsarbeiten über die Runden. Sie schrieben Songs für andere Bands und das Fernsehen, darunter die ARD-Serie „Das Beste aus meinem Leben“ oder für den Kinderkanal. 2005 erschien ihr fünftes und zugleich erstes Album in eigener Produktion. In diesem Jahr tourten sie durch kleinere deutsche Hallen. Wann die Arbeiten für ein Album mit neuen Liedern losgingen, sei nicht klar, sagt Sängerin Groß. „Das kann nächste Woche sein oder nächstes Jahr.“
Für das Konzert im Kesselhaus der Berliner Kulturbrauerei hatten sich als Gäste Musiker von den Prinzen und den Puhdys angekündigt. Als Puhdys-Sohn auf der Bühne zu stehen, sei „Fluch und Segen zugleich“, sagt Bassist Röder. „Das begleitet mich schon mein ganzes Leben.“ Immer wieder heiße es, „ah, die Söhne von den Puhdys“. Inzwischen sei er mit seinen 43 Jahren aber gelassen geworden. „Da lacht man dann drüber.“ Zumal die englischsprachige Musik von Bell Book & Candle sich von den deutschen Puhdy-Liedern ja stark unterscheide.
Internet:
Erschienen am 29.10.2009











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