23.02.13

Berlinale

American Jewish Committee kritisiert Friedensfilmpreis

Der Regisseur Mahdi Fleifel hatte für "A World Not Ours" den Berlinale-Friedensfilmpreis erhalten. Eine umstrittene Entscheidung.

Foto: dpa /picture alliance

Umstrittener Regisseur: Auf der Berlinale erhielt der dänisch-palästinensische Regisseur Mahdi Fleifel den Friedensfilmpreis verliehen
Umstrittener Regisseur: Auf der Berlinale erhielt der dänisch-palästinensische Regisseur Mahdi Fleifel den Friedensfilmpreis verliehen

In der Debatte um die anti-israelischen Aussagen des Filmregisseurs Mahdi Fleifel, der am Sonntag den Friedensfilmpreis 2013 der Berliner Filmfestspiele gewonnen hatte, hat das American Jewish Committee (AJC) die Entscheidung der Jury kritisiert.

"Wer Israel das Existenzrecht aberkennt, dient nicht als Vorbild für den Frieden. Die Basis für Frieden ist gegenseitige Anerkennung. Diesen Grundsatz hat der Regisseur durch seine einseitige Perspektive ad absurdum geführt.

In Anbetracht dessen ist die Entscheidung der Jury entweder eine kolossale Fehlentscheidung oder eine bewusste Provokation", sagte Deidre Berger, Direktorin des AJC Berlin Ramer Institute for German-Jewish Relations. Die Jury würdigte in ihrer Erklärung den Film als "Beitrag für einen neuen Friedensprozess".

Plattform für Propaganda

Das AJC bezieht sich dabei auf die Berichterstattung der Berliner Morgenpost, die in ihrer Ausgabe vom 19. Februar 2013 von einer Podiumsdiskussion berichtete, auf der Mahdi Fleifel sagte, Israel habe keinen legalen Grund zu existieren. "Der Friedensfilmpreis muss grundlegend überdacht werden, wenn dieser als Plattform für anti-israelische Propaganda missbraucht wird", sagte Deidre Berger.

Der Preis wird von der Heinrich-Böll-Stiftung finanziert. Nach der Entscheidung ging die Grünen-nahe Stiftung auf Distanz zur Jury und betonte am Tag nach der Verleihung ausdrücklich, dass die Jury und ihre Entscheidung unabhängig sei.

Auf der Homepage der Böll-Stiftung findet sich, etwas versteckt auf der Presse-Seite, eine Stellungnahme. Darin heißt es: "Wir haben keinen Anlass, uns von dem preisgekrönten Film zu distanzieren, der ein durchaus differenziertes Bild der Lage in einer palästinensischen Flüchtlingssiedlung im Libanon zeigt. Gar nicht einverstanden sind wir allerdings mit einigen Statements des Regisseurs, soweit sie korrekt wiedergegeben wurden." Die Heinrich-Böll-Stiftung war am Freitag für die Presse nicht zu erreichen.

Quelle: BM
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