06.01.13

Filmfestspiele

Werden Sie Mitglied in unserer Berlinale-Leserjury!

Mit der Berliner Morgenpost zehn Tage lang zu den 63. Berliner Filmfestspielen: Was die künftigen Juroren erwartet und was sie tun müssen.

Von Peter Zander
Foto: picture alliance / dpa

Im Februar 2013 wird wieder der rote Berlinale-Teppich ausgerollt, auf dem die Stars (hier Renée Zellweger vor drei Jahren) defilieren
Im Februar 2013 wird wieder der rote Berlinale-Teppich ausgerollt, auf dem die Stars (hier Renée Zellweger vor drei Jahren) defilieren

Bald ist es wieder soweit. In einem Monat wird in Berlin am Potsdamer Platz der rote Teppich ausgerollt. Und die Hauptstadt ist im Ausnahmezustand.

Für Filmfans ist die Berlinale, die in diesem Jahr (7. bis 17. Februar 2013) bereits zum 63. Male stattfindet, die schönste Jahreszeit. Da werden zehn Tage lang nur Filme geguckt, Kinos belagert, Stars bewundert.

Nicht umsonst feiern wir Weihnachten in der dunkelsten Zeit. In der dunklen Jahreszeit brauchen wir ein Lichterfest nötiger als im Sommer. Das gilt auch für die Filmfestspiele. Die Berlinale ist reine Lichtspieltherapie. Da kann man die trostlosen Temperaturen draußen beherzt vergessen, kann sich am Glanz und Glamour der Stargäste erwärmen. Und (zumindest filmisch) in ferne Kulturen und lichtere Landschaften eintauchen.

Das einzige A-Festival mit Publikum

Die großen Konkurrenten von Cannes und Venedig, sie mögen die Croisette und den Lido, das Meer und die Sonne gepachtet haben, während Berlin alljährlich im Schockfrost erstarrt.

Die Berlinale ist dafür das einzige A-Festival, das sich auch als Publikumsfestival versteht. Auch wer nicht zum Filmbusiness gehört, hat die Möglichkeit, in die Kinos zu kommen. Hier wird überhaupt die ganze Stadt immer mehr zu einem einzigen, riesigen Festivalbetrieb.

Weil immer mehr Kinos, auch in den Kiezen, Berlinale-Filme spielen. Und weil immer mehr Bars, Clubs und filmfremde Einrichtungen sich anstecken lassen und mit besonderen Events locken. Eine ganze Stadt im Filmfieber.

Alternative zum Schlangestehen

Man muss sich nur beizeiten rüsten, wie man den Rummel bestehen will. Und wie man an die begehrten Karten kommt. Wie früh muss ich aufstehen, um in den Potsdamer Platz Arkaden ganz vorn am Ticketcounter zu stehen? Wie lange wird das dauern und wie viele Stullen muss ich einpacken? Wie kann man das per Computer machen? Und was ist Erfolg versprechender? Bricht das Netz unter der Flut von Anfragen nicht regelmäßig zusammen?

Aber der Frust, ewig anzustehen, um dann zu erleben, wie einem das letzte Ticket für den heißbegehrten Film vor der Nase weggeschnappt wird, das kennt auch jeder, der schon mal in der berühmten Warteschlange ausharren musste.

Dieses Jahr wird der Preis 40

Man könnte sich jetzt alternative Strategien austüfteln. Wurde nicht im vergangenen Sommer bei uns um die Ecke gedreht? Wem hat man da den Parkplatz überlassen? Ist nicht auch der Sohn der Freundin eines Bekannten Filmstudent und kommt leichter an Karten ran? Schöne Mär.

Nein, man muss sich während des Festivals einmal den Spaß machen, auch eine andere Schlange zu besuchen. Nicht die der "normalen" Zuschauer. Sondern die der Filmschaffenden. Da schlottern nämlich auch Schauspieler, Regisseure, Kameraleute in der Kälte, nur an einem anderen Ende. Ins Kino drängt, am Kino hängt doch alles.

Die Berliner Morgenpost hat da eine dankbare Alternative anzubieten: Werden Sie Mitglied in unserer Leserjury! Jedes Jahr kürt unsere Zeitung zwölf Geschworene, die für uns den Wettbewerb der Berlinale besuchen, um am Ende über den Publikumsfavoriten abzustimmen.

Und in diesem Jahr gibt es sogar ein kleines Jubiläum zu feiern: Der Leserpreis wird nämlich zum 40. Mal verliehen. Andere Zeitungen haben ähnliche Leserjurys in anderen Sektionen ins Leben gerufen. Aber die Morgenpost-Jury ist die älteste ihrer Art - und die einzige, die in den Wettbewerb darf.

Bedingungen: Sitzfleisch, Zeit & Kinolust

Alles, was Sie dafür brauchen, ist viel Zeit. Und viel Sitzfleisch. Sie sitzen nämlich nicht in den Premieren am Abend, sondern in den Vorführungen tagsüber, wie die anderen Jurys auch, selbst die ganz große, die Internationale Jury.

Die erste Vorführung ist gleich morgens um 9 Uhr, die zweite mittags und die dritte nachmittags. Morgens ins Büro und abends auf die Berlinale – das ist leider nicht möglich. Die Jury ist ein Fulltime-Job: zehn Tage lang Kino, zwei bis drei Mal am Tag, das ist die Pflicht.

Dann gibt es aber noch die Kür: Wer noch Lust und Laune und die nötige Kraft hat, kann auch noch alle anderen Sektionen des Festivals besuchen, das Forum, das Panorama, das Kinder- und Jugendfilmfestival, die Perspektive Deutsches Kino. Der Rekord liegt bei sechs Filmen an einem Tag.

Was Sie ebenfalls brauchen, sind ein bisschen Englischkenntnisse. Alle Filme werden in der Regel mit englischen Untertiteln gezeigt. Man kann sich mit Simultanübersetzung via Kopfhörern behelfen, dann quatscht aber immer eine fremde Stimme in den Film. Und der Sitznachbar weiß das nicht unbedingt zu schätzen.

Sharon Stone, Matt Damon und ich

Die 63. Berlinale verspricht wieder zahlreiche Höhepunkte. Der Präsident der "Großen" Jury ist diesmal Kultregisseur Wong Kar Wei, dessen neuester Film, das Martial-Arts-Epos "The Grandmaster", auch gleich das Festival eröffnet. Scarlett Johansson, Julianne Moore und Hollywoods heißester Newcomer Joseph Gordon-Levitt sind alle in "Don Jon's Addiction" zu erleben – und kommen mit viel Glück auch alle in die Stadt.

Amanda Seyfried und Sharon Stone präsentieren "Lovelace", Matt Damon und Frances McDormand "Promised Land". Und die Popstars Rufus und Martha Wainwright huldigen ihrer verstorbenen Mutter in "Sing Me The Songs That Say I Love You". Das deutsche Kino ist unter anderem mit "Meine Schwestern" mit Nina Kunzendorf und Jördis Triebel vertreten. Erwartet werden außerdem Gus Van Sant, Tom Gilroy, Lili Taylor, und Isabella Rossellini. Mit viel Glück sogar Nicolas Cage und Ryan Reynolds: Sie leihen ihre Stimmen den Figuren des Trickfilms "The Croods".

Bewerbung per Post oder Mail

Und so wird's gemacht: Wenn Sie bei unserer Jury mitmachen wollen, müssen Sie lediglich eine kleine Bewerbung zu schicken. Bitte geben Sie dabei unbedingt Ihren Namen, Ihre Adresse, Alter, Beruf und Ihre persönlichen Kinovorlieben an – sowie Ihre Handynummer, unter der Sie auch während des Festivals zu erreichen sind. Dazu müssen Sie noch ein Passfoto beilegen (bitte ein Original, keine Fotokopie), das ist ganz wichtig, weil es bei Erfolg Ihren Festivalausweis zieren wird.

Und ab geht die Post an:

Berliner Morgenpost

Kultur-Redaktion

Stichwort: Leserjury

Axel-Springer-Str. 65

10888 Berlin

Sie können sich aber auch online bewerben. Dann schicken Sie Ihr Anschreiben bitte anleserjury@morgenpost.de – in diesem Fall müssen Sie unbedingt ein digitales Foto (jpg) anhängen.

Einsendeschluss ist Freitag, der 18. Januar 2013. Die Gewinner werden wie immer unter Ausschluss des Rechtsweges ermittelt und über den weiteren Verlauf unterrichtet.

Also: Machen Sie mit! Und entscheiden Sie, wer in diesem Jahr der Publikumsfavorit wird. Wir drücken Ihnen die Daumen.

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