02.01.13

Hotel Adlon

Heino Ferch liebt an Luxushotels den Satz "Kein Problem"

Der Schauspieler verkörpert in dem ZDF-Dreiteiler "Das Adlon" den Sohn des Hotelgründers. Vor allem die vielen Kostüme hatten es ihm angetan.

Foto: Stephanie Kulbach/ZDF

Heino Ferch als Louis Adlon im ersten Teil der dreiteiligen Fernsehserie „Das Adlon. Eine Familiensaga“.
Heino Ferch als Louis Adlon im ersten Teil der dreiteiligen Fernsehserie "Das Adlon. Eine Familiensaga".

Der opulente Dreiteiler "Das Adlon. Eine Familiensaga", den das ZDF ab 6. Januar zeigt, erzählt die Geschichte des renommierten Hotels von der Gründung zur Kaiserzeit bis zu Eröffnung des neuen Baus 1997. Heino Ferch (49) verkörpert in dem von Uli Edel inszenierten Großprojekt Louis Adlon, den Sohn des Hotelgründers, der sich erst nach dem Tod seines Vaters aus dessen Schatten herausarbeiten kann. Er verhalf dem Grandhotel zu seinem legendären Glanz und bewahrte es auch in schwierigsten Zeiten vor dem Niedergang.

Frage: Wie nah kommen Sie mit Ihrer Rolle des Hoteliers Louis Adlon an die historische Person heran?

Heino Ferch: Meine Figur ist relativ nah an den realen Louis Adlon angelehnt. Es gibt den wunderbaren, sehr aufschlussreichen Dokumentarfilm von Percy Adlon über seine Familie und das Buch von Hedda Adlon über die Geschichte das Hauses. Dort ist Louis als ein Mann beschrieben, der kein Kind von Traurigkeit, als mehrfacher Familienvater aber in einer Ehe verhaftet war, die ihm zu brav und bieder war. Als schließlich Hedda in sein Leben trat, veränderte sich alles.

Sie verkörpern Louis Adlon über vier Lebensjahrzehnte hinweg, bis zu seinem tragischen Tod 1945. Haben Sie sich gerne altern sehen?

Es ist natürlich ein besonderer Spaß, die äußerlichen Veränderung an sich zu erleben, die durch die Maske geschaffen wird. Es ist aber zugleich auch eine Herausforderung, dies schauspielerisch in der Rolle umzusetzen. Schließlich gilt es, authentisch einen alternden Mann zu spielen, der zwei Weltkriege und viele Schicksalsschläge durchlebt hat.

Dies ist nach "Julius Caesar" und "Der Baader Meinhof Komplex" bereits Ihre dritte Zusammenarbeit mit Uli Edel. Was zeichnet den Regisseur besonders aus?

In erster Linie seine Engelsgeduld. Ich habe ihn nie laut erlebt. Am Set ist er wie ein Feldherr, der wunderbar delegieren kann. Da zeigt sich seine Erfahrung, die er durch seine US-Produktionen gewonnen hat. Bei "Julius Caesar" hatten wir beispielsweise parallel an vier großen Sets mit jeweils Hunderten Statisten gedreht, und der Regiestab ist jeweils von einem zum anderen gezogen. Andere hätten bei einem solchen Mammutprojekt irgendwann sicherlich die Übersicht verloren.

Haben Sie ein Faible für Luxushotels?

Luxus ist für mich der kleine Satz "Kein Problem". Das zeichnet die wirklich guten Häuser aus, die diesen besonderen Status haben. Wenn ich während Dreharbeiten in einem Hotel wohne, ziehe ich große Hotels vor. Ich schätze es sehr, wenn ich die Auswahlmöglichkeit habe: Ich kann den Hintereingang nehmen, wenn ich Ruhe brauche, um mich auf den nächsten Drehtag vorzubereiten oder aber ich kann mich in die Lobby setzten, wenn ich Menschen um mich haben mag.

Was ist für Sie das Besondere am Hotel Adlon?

Es gibt nur eine Handvoll Hotels auf der Welt, die wie das Adlon voller Geschichte stecken – Hotels, wie das Ritz in Paris, das Waldorf Astoria in New York oder das Cipriani in Venedig. Dies sind Häuser, wo über die Zeit charismatische Menschen aus Politik, Kultur oder Sport hinein- und hinausgegangen sind und den Hauch des Besondern hinterlassen haben.

Wie wichtig sind Maske und Kostüme für Sie, um in eine Figur hineinzufinden?

Sehr wichtig sogar. Das fängt bei den Schuhen an. Mit einem steifen Kragen und einem Gehrock schaut man gleich ganz anders aus der Wäsche, und es verändert sofort die ganze Haltung. Das gilt auch für Perücken oder angeklebte Bärte. Das muss natürlich auf Maß angefertigt sein, damit ich es nicht mehr als Fremdkörper spüre. Die Altersmasken beispielsweise, die ich in der letzten Lebensphase von Louis Adlon trage, bestehen aus kleinen, speziell gegossenen Silikonteilen und lagen wie eine zweite Haut auf meinem Gesicht.

Im Laufe der Serie durchleben Sie auch die modische Entwicklung einiger Jahrzehnte.

Wer in einer solchen Position stand wie Louis Adlon, musste natürlich vom Feinsten gekleidet sein. Daher hatte ich über 50 verschiedene Kostüme, für jede Dekade Smoking, Frack, Mäntel und Kopfbedeckungen und verschiedenste Hemden. Das war natürlich herrlich für mich.

In welcher der Moden fühlten Sie sich am wohlsten?

Die 40er-Jahre sind für Männer einfach toll. Das war eine sehr männliche und sexy Mode: Zweireiher, Nadelstreifen, große Revers und Krägen, schmal geschnittene Krawatten. Kein Vergleich zur steifen und hochgeschlossenen Kleidung der Jahrhundertwende. Die war schon sehr anstrengend zu tragen.

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