24.12.12

Steigende Kosten

Neumann lehnt Geldspritze für Berliner Staatsoper ab

Mehr Geld für Prestigeprojekte wie das Stadtschloss und die Staatsoper in Berlin wird es nicht geben, sagt Kulturstaatsminister Neumann.

Foto: dpa/DPA

So sieht es im Saal der Staatsoper Unter den Linden Mitte 2011 aus. Statt Sitz an Sitz türmt sich der Beton im Parkett. Das Haus muss saniert werden.

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Der Baubeginn des in Berlin geplanten Vertriebenen-Zentrums wird im Mai oder Juni 2013 sein. Das kündigte Kulturstaatsminister Bernd Neumann in einem Interview an. Er fügte hinzu: "Die detaillierte Ausarbeitung der Dauerausstellung ist im vollen Gange."

In dem "Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung" im Deutschlandhaus soll die Vertreibung der Deutschen und anderer Völker gezeigt werden. Das Haus soll 2016 geöffnet werden. Die Kosten von knapp 30 Millionen Euro trägt der Bund.

Weitere Geldspritzen für Prestigeprojekte wie den Wiederaufbau des Stadtschlosses in Berlin lehnte Neumann dagegen ab. "Wir rechnen damit, dass sich die Spendenbereitschaft nach dem Baustart deutlich erhöhen wird", sagte der CDU-Politiker. Für den Wiederaufbau des Stadtschlosses werden derzeit 590 Millionen Euro eingeplant, von denen der Bund 478 Millionen und das Land Berlin 32 Millionen Euro zahlen sollen. Der Rest soll durch Spenden finanziert werden. Derzeit sind allerdings erst rund 22 Millionen Euro gespendet worden.

Auch für die Sanierung der Staatsoper Unter den Linden will Neumann nicht mehr Geld geben. "Für alle Kostensteigerungen ist Berlin zuständig, das weiß auch Berlins Regierender Bürgermeister", sagte Neumann. Der Bund stehe zu seiner Zusage im Hauptstadtfinanzierungsvertrag. Darin sei festgelegt, dass er sich mit einem Festbetrag von 200 Millionen Euro beteilige. Zuletzt hieß es, die Kosten stiegen auf 288 Millionen Euro.

Planungen für Campus der Demokratie

Er treibt darüber hinaus die Planungen für einen Campus der Demokratie auf dem Gelände des ehemaligen Stasi-Ministeriums in Berlin voran. "Dieser Campus soll als authentischer Ort, von dem aus der Repressionsapparat gesteuert wurde, positiv genutzt werden", sagte Neumann. Als ein Ort der friedlichen Revolution und der Nutzung der Geheimdienstunterlagen durch die ehemaligen Opfer sei er prädestiniert als ein Lernort für Demokratie.

Derzeit können nur Teile des Betonkomplexes im Stadtteil Lichtenberg besichtigt werden. Bis zu 7000 Stasi-Mitarbeiter waren hier zu DDR-Zeiten beschäftigt. Bereits hergerichtet ist das Haus, in dem Stasi-Chef Erich Mielke seinen Amtssitz hatte.

Quelle: dapd/sei
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