09.12.12

Hauptrolle

Berlinerin Emilia Schüle ist das Tatort-"Wegwerfmädchen"

Prüfung bestanden: Im "Tatort"-Zweiteiler reüssiert Emilia Schüle in einer Hauptrolle - und musste sich dabei gleich doppelt beweisen.

Von Caroline Rudelt
Foto: dapd

Die Berliner Schauspielerin Emilia Schüle als „Wegwerfmädchen“ in der „Tatort“-Doppelfolge
Die Berliner Schauspielerin Emilia Schüle als "Wegwerfmädchen" in der "Tatort"-Doppelfolge

Das Leben hält so manch eine Prüfung bereit. In ihrem Fall jedoch waren es gleich zwei, in denen sie sich beweisen musste. Vor etwa einem halben Jahr absolvierte Emilia Schüle das Abitur – und sollte parallel an einem Set in und um Hannover vor der Kamera stehen.

In dem "Tatort", dessen erster Teil ("Das Wegwerfmädchen") am Sonntagabend ausgestrahlt wurde und dem ein zweiter Teil am nächsten Sonntag ("Das goldene Band") folgt, spielt Schüle neben TV-KommissarinMaria Furtwängler die Hauptfigur: Ein aus dem Osten verschlepptes Mädchen, das zum Opfer eines grausamen Spiels zwischen Macht, Geld und sexueller Gewalt wird. Für die 20-jährige Berlinerin, deren Eltern einst aus Russland auswanderten, eine Herausforderung – und Chance, die sie sich trotz Abi-Stress nicht entgehen lassen wollte.

"Mich hat es mal gereizt, eine zerrissene Figur zu spielen", sagt sie. "Leider trauen sich sonst viele nicht, gegen den Typ zu besetzen." Ihr "Typ", wie es Emilia Schüle nennt, ist bei ihr bisher eindeutig definiert gewesen: hübsch, schlagfertig, fröhlich. Seit sie mit 14 Jahren ihre ersten Gehversuche in der Branche wagte, waren es vorrangig Teenie-Komödien wie "Freche Mädchen", für die sie gebucht wurde.

Klar, dankbar sei sie diesen trotzdem, sagt sie. Schließlich konnte sie so früh Erfahrungen sammeln, pendelte beständig zwischen Schulbank und Filmset. Und nein, Zeit für Starallüren sei da keine gewesen. Dafür, sagt Emilia Schüle, hätten schon ihre Eltern gesorgt: "Sie hatten eher die Sorge, dass das Geld ihr Mädchen kaputt macht. Meine erste Gage habe ich verprasselt – dann gab es bloß noch Taschengeld. Wie bei jedem anderen Teenager."

Auch sonst sei die Doppelbeschäftigung weniger aufregend als aufreibend gewesen. "Teilweise fühlte ich mich wie während eines Marathons. Jetzt möchte ich endlich ankommen." Pläne für ein Studium hat sie deshalb bisher nicht. Sie konzentriert sich auf die Karriere, für die der "Tatort" ein Durchbruch bedeuten könnte. Emilia Schüle wirkt selbstbewusst, wie sie so spricht, unbekümmert. Doch sollte dies nicht mit Naivität verwechselt werden.

Sie wisse durchaus, dass sie erst ganz am Anfang stehe. Dreharbeiten mit erfahrenen Kollegen seien für sie somit eine willkommene Lehrstunde – bei den Aufnahmen zum "Tatort" sogar gleich im doppelten Sinne. Morgens in der Maske fragte Maria Furtwängler, studierte Ärztin, sie ab, gab ihr wertvolle Tipps für ihre Biologie-Prüfung. Es scheint geholfen zu haben: Emilia Schüle bestand mit Bestnoten. Nicht nur das Abitur.

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