22.11.12

"Twilight"-Finale

Wie der Wahn um die Vampire Edward und Bella endet

Es ist endlich vorbei: Das Finale der "Breaking Dawn"-Saga mit Robert Pattinson und Kristen Stewart ist ein dramaturgisches Elend.

Foto: dapd

Die heilige Familie des Vampirismus samt Werwolf: Bella (Kristen Stewart), Edward (Robert Pattinson), Renesmee (Mackenzie Foy) und Jacob (Taylor Lautner)
Die heilige Familie des Vampirismus samt Werwolf: Bella (Kristen Stewart), Edward (Robert Pattinson), Renesmee (Mackenzie Foy) und Jacob (Taylor Lautner)

Was biss, Entschuldigung, bis jetzt geschah. Geht ganz schnell. So viel ist es nicht. Muss aber sein, sonst versteht "Breaking Dawn 2", Bill Condons letzten Teil des letzten Teils der Verfilmungen von Stephenie Meyers Vampir-Saga "Twilight", kein bis(s)fester Mensch.

Das Patchwork-Kind Bella Swan (Kristen Stewart) zieht von ihrer Hippie-Mutter aus Arizona zu ihrem Vater Charlie (Billy Burke). Der ist Polizeichef von Fork im Staate Washington, des dunkelsten und nassesten Orts der Vereinigten Staaten. Da gibt es so gut wie nichts außer Regen und Edward (Robert Pattinson). In den verliebt sie sich.

Der ist geheimnisvoll, lebt mit seiner Familie in einer Niedrigenergievilla. Der nette Indianer Jacob (Taylor Lautner), der einen fatalen Hang zum Entblößen seines bemerkenswerten Brustkorbs hat, verliebt sich in sie. Edward ist Vampir, ein Vegetarier, er trinkt nur Tierblut. Jacob ist ein Werwolf. Bella will Vampir werden. Bella will Sex mit Edward. Edward will aber beides nicht vor der Ehe. Sie heiraten. Sie haben Sex. Sie haben ein Kind. Die Schwangerschaft war rasend, die Geburt der Horror. Bella musste gebissen werden.

Neun Stunden der Ereignislosigkeit

Dafür haben wir jetzt fast neun Filmstunden gebraucht. Stunden der Ereignislosigkeit. Die Hochzeit allein dauerte gefühlt so lange wie eine Folge "Traumschiff" und sah noch sehr viel kitschiger aus. Wir haben Menschen in unfassbaren Wiesen voller blauer Blumen liegen und vermittels steinalter Technik durch nasskalte Wälder rasen sehen.

Wir haben die Erkenntnis gewonnen, dass Schauspieler heute mit einem Repertoire von zwei Gesichtsausdrücken Weltstars werden können. Und immer wieder haben wir den Filmgott angefleht, dass er Edward endlich Bella beißen lässt. Damit das optische, mimische, dramaturgische Elend ein Ende hat. Und weil der Vampir, im 21. Jahrhundert immun gegen Sonnenlicht und gegen Kreuze und Knoblauch, der bessere Mensch ist - der ideale Blutbürger.

Kristen Stewart schaut so miesepetrig wie immer

Nun ist es also geschehen. Bella ist endlich, was sie immer sein wollte. Dass Vampirismus nicht unbedingt zur Explosion schauspielerischer Genialität führt, ist eine schmerzvolle Erkenntnis - Kristen Stewarts Bella schaut so miesepetrig drein wie vor dem Biss. Man hätte es ahnen können angesichts der durchaus beschränkten Fähigkeiten des Edward von Robert Pattinson.

Bella muss nur noch lernen, wie man sich als aufgeklärter Vampir benimmt (Vegetarismus!). Und wie als Mensch. Die heilige Vampirfamilie bekommt von den Cullens ein Landlust-Cottage im nordamerikanischen Regenwald geschenkt. Renesmee, das Baby, wächst wie gedopt. Und macht die Cullens bei den Volturi, den Hohepriestern des Vampirwesens, verdächtig. Die glauben, die Cullens hätten das Baby gebissen. Das geht natürlich gar nicht. Das Baby muss weg. Die Volturi rücken an, die Cullens rüsten auf.

Wieder ist ein Wahn überlebt

Rasen durch die Welt und suchen Verbündete. Weswegen "Breaking Dawn" auch nach dem zähen System der Bremer Stadtmusikanten funktioniert. Immer mehr Vampire mit immer seltsameren Fähigkeiten kommen zusammen. Am Ende gibt es eine Schlacht, die jedem "Herr der Ringe"-Absolventen die Tränen der Rührung in die Augen treibt.

Vielleicht vier Dutzend Vampire und ein paar Werwölfe stehen sich gegenüber. Es begibt sich ein nettes Kopfabreißen (die einzige Möglichkeit, einen modernen Vampir zu töten, er verwandelt sich dann in eine seinen darstellerischen Fähigkeiten entsprechende Gipspuppe von Obi und kann verbrannt werden). Das dann doch nicht stattgefunden hat. Friede, Freude, Finale im Blaublütenfeld. Und wenn ihnen nicht der Kopf abgerissen wird, liegen sie da für immer. Wieder ist ein Wahn überlebt.

Fantasy:USA 2012, 115 Min., von Bill Condon, mit Kristen Stewart, Robert Pattinson, Mackenzie Foy, Taylor Lautner u.a.

© Berliner Morgenpost 2013 - Alle Rechte vorbehalten
P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie Fan von der Berliner Morgenpost.
Die Favoriten unseres Homepage-Teams
Obama in Berlin
Aktualisiert vor 2 MinutenUS-Präsident zu Besuch
Liveblog – Barack Obama im Ritz-Carlton angekommen

US-Präsident Barack Obama ist mit seiner Frau Michelle und den Töchtern Sasha und Malia in Berlin gelandet. Die Präsidentenfamilie hat im Hotel eingecheckt. Unsere Reporter berichten im Liveblog. mehr...


Ein Blick in die Präsidentenmaschine „Air Force One“
15:26Präsidentenmaschine
Obama in Berlin - Eine interaktive Tour durch die "Air Force One"

Die "Air Force One" ist die Maschine des US-Präsidenten. Über kein anderes Flugzeug gibt es mehr Geheimnisse. Wir zeigen, wie es im Inneren der berühmtesten Boeing 747 der Welt aussieht. mehr...


Sekunden vor der Landung: Auf diesen Moment haben die Fans der „Air Force One“ gewartet
22:00Obama in Berlin
Blick auf die "Air Force One" macht Planespotter glücklich

Sie warten und warten – auf den einen Moment. Planespotter haben sich am Flughafen Tegel versammelt, um Barack Obama landen zu sehen. Die "Air Force One" ist für viele das schönste Flugzeug der Welt. mehr...

BMO_ObamaLimo.jpg
19:57Interaktive Grafik
Die Staatskarosse des US-Präsidenten ist ein rollendes "Biest"

Bei der Sicherheit des US-Präsidenten wird nichts dem Zufall unterlassen. Seine Dienstlimousine ist wie ein fahrender Hochsicherheitstrakt. Daher hat es auch den Spitznamen "The Beast" - das Biest. mehr...

Leser-Kommentare 2 Kommentare
Leserkommentare sind ausgeblendet.
Kommentare einblenden
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

Die Moderation der Kommentare liegt allein bei MORGENPOST ONLINE.
Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in der Netiquette.
blog comments powered by Disqus
Top-Thema

Aus dem Bett ihrer Suite im „Ritz-Carlton“ kann das Präsidentenpaar auf den Potsdamer Platz schauen
Obamas Hotel in Berlin

Hier übernachtet die First Familiy

Video Nachrichten mehr
US-Präsident So bereitet sich Berlin auf den Obama-Besuch vor
Berlin-Besuch Obamas Rede an der Siegessäule
Staatsbesuch In Berlin gilt höchste Sicherheitsstufe für Obama
USA Obama verteidigt Abhöraktionen der Geheimdienste
 
Top Bildershows mehr
Staatsbesuch

Von Kennedy bis Bush – US-Präsidenten in Berlin

Absperrungen

US-Präsident Barack Obama in Berlin

US-Präsident

Straßensperrungen zum Besuch von Obama in Berlin

"Ritz-Carlton"

Hier übernachtet Barack Obama in Berlin

 
In eigener Sache
Weitere Morgenpost Angebote