17.11.12

Berlin-Kreuzberg

Jüdisches Museum eröffnet seine neue Akademie

Das bei Besuchern beliebte Haus an der Lindenstraße platzte schon lange aus allen Nähten. Jetzt wurde sein Erweiterungsbau eröffnet.

Foto: dapd
Akademie des Juedischen Museums
Blau erleuchtet ist der Eingang der Eingang der Akademie des Jüdischen Museums in Berlin-Kreuzberg

Im Beisein von Bundespräsident Joachim Gauck, Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) und Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) ist am Sonnabend die Akademie des Jüdischen Museums in Kreuzberg eröffnet worden.

Das Jüdische Museum sei mit seiner Aufklärungsarbeit ein "wichtiger Verbündeter" für alle, "denen ein weltoffenes und demokratisches Gemeinwesen am Herzen liegt", sagte Wowereit in seiner Festrede. Den Neubau an der Lindenstraße lobte er in seiner Festrede als "architektonisch gelungenen Brückenschlag".

In dem Bau nach den Plänen von Architekt Daniel Libeskind, mit dem das Jüdische Museum erweitert wird, sind unter anderem ein Archiv und eine Bibliothek sowie Räume für die pädagogische Arbeit untergebracht.

Die neue Akademie soll laut Museumsdirektor W. Michael Blumenthal der Verständigung der Religionen dienen. Begegnungen zwischen Juden und Muslimen sind ebenso geplant wie Fortbildungsangebote für Lehrer.

Die frühere 6000 Quadratmeter große Blumengroßmarkthalle war seit Sommer 2011 für 11,8 Millionen Euro nach Entwürfen des US-Stararchitekten Daniel Libeskind umgebaut worden, der bereits den Museumsneubau verantwortete.

Namensgeber ist der US-Amerikaner Eric F. Ross, der für das Projekt zwei Millionen Euro spendete.

"Preis für Verständigung und Toleranz" verliehen

Bei der Eröffnung des Gebäudes wurde zugleich auch der "Preis für Verständigung und Toleranz" verliehen. Preisträger sind in diesem Jahr Ex-Bundespräsident Richard von Weizsäcker und Industriemanager Klaus Mangold.

Mit dem "Preis für Verständigung und Toleranz" wurde von Weizsäcker für seine 1985 gehaltene Rede zum 40. Jahrestag des Kriegsendes geehrt, in der er als erster Bundespräsident den 8. Mai 1945 als "Tag der Befreiung" bezeichnete. Die Laudatio auf den Altbundespräsidenten hielt der Berliner Historiker Heinrich August Winkler.

Der Topmanager Mangold bekam die Auszeichnung für sein Engagement in der deutsch-französischen Aussöhnung und bei der Vertiefung der Kontakte Deutschland nach Osteuropa. Die Laudatio auf ihn hielt der Bankier David de Rothschild. Mangold war zudem Mitbegründer der Gesellschaft der Freunde und Förderer der Stiftung Jüdisches Museum.

Der undotierte Preis des Museums wird seit 2002 jährlich verliehen und würdigt Persönlichkeiten, die sich in "herausragender Weise für die Förderung von Toleranz und Verständigung" eingesetzt haben. Preisträgerin im vergangenen Jahr war Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Der Preis hat die Gestalt einer Menora, eines siebenarmigen Leuchters. Die Einnahmen der jährlichen Spenden-Gala kommen traditionell der Bildungsarbeit des Museums zugute.

Quelle: dapd/dpa/EPD/sei
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