11.11.12

Leben mit dem Tod

Was Berliner auf die allerletzte Reise mitnehmen würden

Was ist uns wirklich wichtig? Zur Auseinandersetzung mit dieser Frage zwingt eine neue Ausstellung in der Berliner Gedächtniskirche.

Foto: rbb/Oliver Ziebe

Was nimmt man auf die letzte Reise mit? Lohnt es sich, einen Koffer zu packen? Dieser Koffer ...

19 Bilder

Kofferpacken für die letzte Reise – was würden Sie mitnehmen, was wäre Ihnen wichtig? Diese Frage hat Bestatter und Trauerbegleiter Fritz Roth aus Bergisch Gladbach 100 unterschiedlichsten Menschen gestellt – Männern und Frauen, vom Schüler bis zum Professor, vom Maler bis zum Metzger.

Ihre Antworten sind seit Sonnabend in der Kapelle der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in einer Ausstellung zu besichtigen. "Höchst individuell und vielfältig gestaltet", wie Pfarrer Martin Germer sagte, der in der Kapelle Sonntag ab 11.30 Uhr auch beim Familiengottesdienst auf die Koffer eingehen will.

Berlins Erzbischof, Rainer Maria Kardinal Woelki, beispielsweise hat lediglich einen Rosenkranz in den Koffer gelegt und dazu geschrieben: "Ich habe nichts mit in die Welt gebracht und nehme auch nichts mit hinaus, außer meiner Hoffnung auf das ewige Leben."

Roland Schieber (67) aus Hannover, einer der ersten Besucher, lobte die Idee: "Die Koffer sind interessant, weil jeder das Ende anders sieht und es auf eigene Weise zeigt."

Vier große weiße Zettel, auf denen die Worte Liebe, Entschuldigung, Nein und Danke stehen, hat Metzgermeister Manfred Elzenheimer in seinen Koffer gelegt.

Berlins Bischof Markus Dröge hat Tagebücher in seinen Koffer gestellt. Die Lebensgeschichte, die er seinen Tagebüchern anvertraut, ist für ihn mit dem Tod nicht abgeschlossen, er ist gespannt, wie sie in einem anderen Buch fortgesetzt wird.

Für Fritz Roth, Initiator der Ausstellung, der selbst krebskrank ist, ist die Ausstellung "eine Einladung an jeden, sich dem Thema Tod auf eine natürliche Weise zu nähern, damit ich dem heutigen Tag wieder eine Natürlichkeit und neue Sinnlichkeit gebe". Erst über die Begrenzung werde der Wert von Zeit und der Wert, leben zu dürfen, entdeckt.

Gezeigt wird die Ausstellung bis zum 30. November 2012 (Mo., Di., Mi. 10–18 Uhr, Do., Fr. 10–20 Uhr, Sbd. 10–18 Uhr, So. 12–18 Uhr) im Zusammenhang mit der ARD-Themenwoche "Leben mit dem Tod".

Infos über das Rahmenprogramm der Kirche: www.gedaechtniskirche-berlin.de

Quelle: bsm
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  • 23%

    Süßigkeiten

  • 3%

    eine gute Flasche Wein

  • 0%

    Bücher

  • 6%

    Musik-CDs und Filme

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    etwas Religiöses

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