29.09.12

Filmfest

Daniel Brühl wird in San Sebastián als Spanier gefeiert

Schauspieler Daniel Brühl ist Halbspanier und wird dort längst als heimischer Star gesehen. Doch demnächst dreht er wieder in Deutschland.

Foto: dpa

Derzeit bekomme er bessere Angebote außerhalb Deutschlands, doch das wird sich demnächst ändern: Schauspieler Daniel Brühl
Derzeit bekomme er bessere Angebote außerhalb Deutschlands, doch das wird sich demnächst ändern: Schauspieler Daniel Brühl

Die Basken sind ein eher zurückhaltendes Volk. Wenn es mal zu einem Gefühlsausbruch kommt, etwa beim Filmfest in San Sebastián, das nun zu Ende geht, ist das also bemerkenswert. Umso mehr, wenn es sich nicht um einen der internationalen Stars wie Monica Bellucci oder Dustin Hoffman handelt, die sich hier zum 60. Jubiläum auf dem Roten Teppich fast gegenseitig auf die Füße treten. Der hier gerade vor dem Nobelhotel Maria Cristina, dem Epizentrum des Festivals, von Fans umlagert wird, ist ein deutscher Schauspieler, wenn auch einer mit spanischen Wurzeln: Daniel Brühl. Bereitwillig gibt er Autogramme und lächelt auch noch in die zehnte Handykamera. Der in Barcelona geborene Sohn einer Spanierin und eines Deutschen wird hier längst als heimischer Star gesehen, bereits zweimal war er für den Goya, den spanischen Oscar, nominiert.

Auf dem Festival ist Brühl gleich mit zwei Filmen vertreten: In der spanischen Gangsterkomödie "Los Pelayos", eine Art iberische Variante der "Ocean's"-Trilogie. Und im kubanischen Episodenfilm "7 Days In Havana" spielt er einen spanischen Musikproduzenten, der sich in eine kubanische Sängerin verliebt. Da er nur in einem der sieben Episoden auftritt, hat er die meisten Co-Stars erst hier in San Sebastián erstmals. "Sie bei der Premiere zusammen auf der Bühne zu sehen, das war toll", frohlockt Brühl am nächsten Morgen, wenn auch noch angeschlagen von der Party, die bis morgens um fünf ging.

Muttis bessere Hälfte

In Deutschland hat er dagegen seit zwei Jahren nicht mehr gedreht. "Das war nicht geplant, aber es kamen einfach keine interessanten Angebote für mich", erklärt er. Brühl ist alles andere als unterbeschäftigt. Nur findet der 34-jährige seine Rollen derzeit fast ausschließlich im Ausland, in Frankreich wie bei der Senioren-WG-Komödie "Und wenn wir alle zusammenziehen?", vor allem aber in Spanien, wie im Gruselthriller "Intruders" oder dem Sci-fi-Drama "Eva", der bei uns im Oktober auf DVD erscheint. "Ich habe meiner Mutter in den letzten Jahren immer wieder gedankt, ich bin so froh, diese zweite Hälfte zu haben. Es ist toll, dass ich meine Fühler außerhalb von Deutschland ausstrecken kann und nicht so auf einen Typ festgelegt bin. Im Moment bekomme ich da einfach die besseren Rollen angeboten."

Demnächst dreht er zumindest wieder in Deutschland. Allerdings für keinen deutschen Regisseur. Anton Corbijn verfilmt in Hamburg den John le Carré-Roman "A Most Wanted Man" mit internationalen Stars. Und nächstes Jahr, wenn der US-Blockbuster "Rush" mit Brühl als Niki Lauda anläuft, wird er mit seinem "Good Bye, Lenin!"-Regisseur Wolfgang Becker die Daniel-Kehlmann-Verfilmung "Ich und Kaminski" drehen. Und ist damit endlich auch hierzulande in einer fiesen Rolle zu sehen, die ihn nicht auf den netten Schwiegersohntyp festlegt. Vielleicht wird sich dann auch das deutsche Kino wieder erinnern, was es an Daniel Brühl hat. Ein Blick auf die Fans in San Sebastián könnte dabei helfen.

Quelle: Thomas Abeltshauser
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