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Entscheidung
TV-Sender wollen Ex-Terrorist Klar nicht einladen
Montag, 15. Dezember 2008 17:00
ARD und ZDF wollen dem früheren RAF-Terroristen Christian Klar nach seiner Haftentlassung kein Forum zur Selbstdarstellung bieten. Das ZDF bestätigte Medienberichte, wonach die Chefredaktion ihre Redaktionen aufgefordert habe, Klar nicht in Sendungen einzuladen. Auch andere TV-Sender erteilen Klar eine Absage.
Christian Klar ist auf Bewährung entlassen werden. Der RAF-Terrorist der zweiten Generation kann sich über einen entsprechenden Beschluss des Oberlandesgerichts (OLG) Stuttgart freuen. Der heute 56-jährige Klar war 1985 unter anderem wegen neunfachen Mordes und elffachen versuchten Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden, 26 Jahre hat er abgesessen.
Christian Klar ist auf Bewährung entlassen werden. Der RAF-Terrorist der zweiten Generation kann sich über einen entsprechenden Beschluss des Oberlandesgerichts (OLG) Stuttgart freuen. Der heute 56-jährige Klar war 1985 unter anderem wegen neunfachen Mordes und elffachen versuchten Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden, 26 Jahre hat er abgesessen.
Nach der Entlassung Christian Klars ist Birgit Hogefeld das einzige ehemalige RAF-Mitglied, das noch in Haft sitzt. Hogefeld wird voraussichtlich mindestens bis zum Jahr 2011 ihre Strafe verbüßen. Verurteilt wurde sie für den Mord an einem US-Soldaten und wegen eines Bombenanschlags auf die Frankfurter US-Airbase im Jahr 1985. Sie gilt als Leitfigur der "dritten Generation" der RAF.
Nach der Entlassung Christian Klars ist Birgit Hogefeld das einzige ehemalige RAF-Mitglied, das noch in Haft sitzt. Hogefeld wird voraussichtlich mindestens bis zum Jahr 2011 ihre Strafe verbüßen. Verurteilt wurde sie für den Mord an einem US-Soldaten und wegen eines Bombenanschlags auf die Frankfurter US-Airbase im Jahr 1985. Sie gilt als Leitfigur der "dritten Generation" der RAF.
Aktuell laufen noch zwei Verfahren gegen vermeintliche RAF-Aktivisten. Gegen Stefan Wisniewski, wegen des Verdachts an der Beteiligung am Attentat auf Generalbundesanwalt Siegfried Buback, und in der gleichen Sache gegen ...
Aktuell laufen noch zwei Verfahren gegen vermeintliche RAF-Aktivisten. Gegen Stefan Wisniewski, wegen des Verdachts an der Beteiligung am Attentat auf Generalbundesanwalt Siegfried Buback, und in der gleichen Sache gegen ...
Noch offen ist, wie die Justiz im Fall Knut Folkerts verfahren wird. Der hatte 1977 in den Niederlanden den Polizisten Arie Kranenburg ermordet, saß dafür in Deutschland 18 Jahre in Haft und kam 1995 frei. 2005 stellte die niederländische Justiz einen Auslieferungsantrag. Bis jetzt gibt es dazu noch keine Entscheidung.
Noch offen ist, wie die Justiz im Fall Knut Folkerts verfahren wird. Der hatte 1977 in den Niederlanden den Polizisten Arie Kranenburg ermordet, saß dafür in Deutschland 18 Jahre in Haft und kam 1995 frei. 2005 stellte die niederländische Justiz einen Auslieferungsantrag. Bis jetzt gibt es dazu noch keine Entscheidung.
Andreas Baader war bis zu seinem Selbstmord ein führendes Mitglied der Baader-Meinhof-Gruppe. Er wurde einmal von Gesinnungsgenossen, darunter Ulrike Meinhof, aus dem Gefängnis befreit. Diese Flucht gilt als Gründungsstunde der RAF. Nach einer militärischen Ausbildung durch die palästinensische Befreiungsorganisation al-Fatah beging er mehrere Brandanschläge und Banküberfälle.
Andreas Baader war bis zu seinem Selbstmord ein führendes Mitglied der Baader-Meinhof-Gruppe. Er wurde einmal von Gesinnungsgenossen, darunter Ulrike Meinhof, aus dem Gefängnis befreit. Diese Flucht gilt als Gründungsstunde der RAF. Nach einer militärischen Ausbildung durch die palästinensische Befreiungsorganisation al-Fatah beging er mehrere Brandanschläge und Banküberfälle.
Von der Moralistin zur Terroristin: Ulrike Meinhof - ein Name der für die 1970 gegründete terroristische Rote Armee Fraktion (RAF) steht. Die ehemalige Journalistin verhalf Andreas Baader zur Flucht aus der Haft und war Teil der Führungsgruppe der RAF. Sie war an zahlreichen Banküberfällen und Anschlägen beteiligt.
Von der Moralistin zur Terroristin: Ulrike Meinhof - ein Name der für die 1970 gegründete terroristische Rote Armee Fraktion (RAF) steht. Die ehemalige Journalistin verhalf Andreas Baader zur Flucht aus der Haft und war Teil der Führungsgruppe der RAF. Sie war an zahlreichen Banküberfällen und Anschlägen beteiligt.
Gudrun Ensslin: Zählte zu den engsten Weggefährten von Andreas Baader. Sie beteiligte sich an allen großen RAF-Anschlägen der "ersten Generation", dabei kamen vier Menschen ums Leben. Am 7. Juni 1972 wurde sie bei einem Einkaufsbummel auf dem Hamburger Jungfernstieg verhaftet.
Gudrun Ensslin: Zählte zu den engsten Weggefährten von Andreas Baader. Sie beteiligte sich an allen großen RAF-Anschlägen der "ersten Generation", dabei kamen vier Menschen ums Leben. Am 7. Juni 1972 wurde sie bei einem Einkaufsbummel auf dem Hamburger Jungfernstieg verhaftet.
Jan-Carl Raspe: Er zählte ebenfalls zu dem Gründungsmitgliedern und dem "harten Kern" der RAF. Raspe wurde am 1. Juni 1972 zusammen mit Andreas Baader und Holger Meins in Frankfurt am Main verhaftet.
Jan-Carl Raspe: Er zählte ebenfalls zu dem Gründungsmitgliedern und dem "harten Kern" der RAF. Raspe wurde am 1. Juni 1972 zusammen mit Andreas Baader und Holger Meins in Frankfurt am Main verhaftet.
Holger Meins: Der ehemalige Filmemacher und Maler gehörte zu den Gründungsvätern der RAF. Meins verübte mehrere Banküberfälle und Anschläge auf US-amerikanische Einrichtungen.
Holger Meins: Der ehemalige Filmemacher und Maler gehörte zu den Gründungsvätern der RAF. Meins verübte mehrere Banküberfälle und Anschläge auf US-amerikanische Einrichtungen.
Die frühere RAF-Terroristin Brigitte Mohnhaupt wurde Ende März 2007 nach mehr als 24 Jahren Haft aus der Haft entlassen. In den Jahren von 1977 bis zu ihrer Festnahme 1982 gehörte auch sie zur Führungsebene der "zweiten Generation".
Die frühere RAF-Terroristin Brigitte Mohnhaupt wurde Ende März 2007 nach mehr als 24 Jahren Haft aus der Haft entlassen. In den Jahren von 1977 bis zu ihrer Festnahme 1982 gehörte auch sie zur Führungsebene der "zweiten Generation".
Wolfgang Grams: Grams beteiligte sich zuerst in der "Roten Hilfe", die sich um RAF-Terroristen in den Gefängnissen kümmerte. Später schloss er sich gemeinsam mit Birgit Hogefeld der RAF an. Grams wird mit der Ermordung Detlev Karsten Rohwedders - des damaligen Leiteres der Treuhandanstalt - im Jahr 1991 in Verbindung gebracht. Er starb bei seiner Festnahme.
Wolfgang Grams: Grams beteiligte sich zuerst in der "Roten Hilfe", die sich um RAF-Terroristen in den Gefängnissen kümmerte. Später schloss er sich gemeinsam mit Birgit Hogefeld der RAF an. Grams wird mit der Ermordung Detlev Karsten Rohwedders - des damaligen Leiteres der Treuhandanstalt - im Jahr 1991 in Verbindung gebracht. Er starb bei seiner Festnahme.
Susanne Albrecht: Am 30. Juli 1977 beteiligt sich Albrecht an der Ermordung des damaligen Chefs der Dresdner Bank, Jürgen Ponto. Aufgrund ihrer Bekanntschaft zum Opfer verschaffte sie den Terroristen Zugang zur Wohnung Pontos. Christian Klar und Brigitte Mohnhaupt waren ebenfalls an der Tat beteiligt.
Susanne Albrecht: Am 30. Juli 1977 beteiligt sich Albrecht an der Ermordung des damaligen Chefs der Dresdner Bank, Jürgen Ponto. Aufgrund ihrer Bekanntschaft zum Opfer verschaffte sie den Terroristen Zugang zur Wohnung Pontos. Christian Klar und Brigitte Mohnhaupt waren ebenfalls an der Tat beteiligt.
Peter Jürgen Boock: Nach einer Terror-Ausbildung im Jemen fuhr er das Fluchtfahrzeug beim Mordanschlag auf den Dresdner-Bank-Chef Jürgen Ponto. An der Entführung Hans-Martin Schleyers war Brook ebenfalls beteiligt und gehörte 14 Tage lang zu seinen Bewachern.
Peter Jürgen Boock: Nach einer Terror-Ausbildung im Jemen fuhr er das Fluchtfahrzeug beim Mordanschlag auf den Dresdner-Bank-Chef Jürgen Ponto. An der Entführung Hans-Martin Schleyers war Brook ebenfalls beteiligt und gehörte 14 Tage lang zu seinen Bewachern.
Adelheid Schulz: Organisierte die Unterkunft für die geplante Ponto-Entführung. Bei der Entführung und Ermordung von Hanns-Martin Schleyer im Herbst 1977 spielte Schulz ebenfalls eine tragende Rolle. Am 1. November 1978 lieferte sie sich eine Schießerei mit vier niederländischen Zollbeamten, dabei wurden zwei Beamte getötet.
Adelheid Schulz: Organisierte die Unterkunft für die geplante Ponto-Entführung. Bei der Entführung und Ermordung von Hanns-Martin Schleyer im Herbst 1977 spielte Schulz ebenfalls eine tragende Rolle. Am 1. November 1978 lieferte sie sich eine Schießerei mit vier niederländischen Zollbeamten, dabei wurden zwei Beamte getötet.
Silke Maier-Witt: Maier-Witt war als Späherin an der Entführung von Hanns-Martin Schleyer beteiligt; ihre Hauptaufgaben innerhalb der Organisation lagen meist im Bereich der Recherche und Zubringerdienste. Nachdem 1979 bei einem Banküberfall eine Unbeteiligte erschossen worden war, stieg sie aus der RAF aus und emigrierte in die DDR.
Silke Maier-Witt: Maier-Witt war als Späherin an der Entführung von Hanns-Martin Schleyer beteiligt; ihre Hauptaufgaben innerhalb der Organisation lagen meist im Bereich der Recherche und Zubringerdienste. Nachdem 1979 bei einem Banküberfall eine Unbeteiligte erschossen worden war, stieg sie aus der RAF aus und emigrierte in die DDR.
Inge Viett: Beteiligte sich an der Entführung des CDU-Politikers Peter Lorenz im Jahr 1975. In Paris schoss sie 1981 einen Polizisten nieder, der heute im Rollstuhl sitzt. Die Terroristin stellte auch die Kontakte zur Stasi her und sorgte damit für die Fluchtmöglichkeit vieler RAF-Terroristen in die ehemalige DDR.
Inge Viett: Beteiligte sich an der Entführung des CDU-Politikers Peter Lorenz im Jahr 1975. In Paris schoss sie 1981 einen Polizisten nieder, der heute im Rollstuhl sitzt. Die Terroristin stellte auch die Kontakte zur Stasi her und sorgte damit für die Fluchtmöglichkeit vieler RAF-Terroristen in die ehemalige DDR.
Die bevorstehende Haftentlassung des ehemaligen RAF-Terroristen Christian Klar
beschäftigt die deutschen TV-Sender. ZDF-Intendant Markus Schächter und
ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender wiesen die Redaktionsleiter des Senders
an, Klar nicht in ihre Talkshows einzuladen. Viele Sender und Redaktionen
wählen den gleichen Weg. Bei N24 ist eine Einladung des 56-Jährigen hingegen
nicht ausgeschlossen. Schächter und Brender hätten „darum gebeten, mit dem
Thema behutsam umzugehen“, sagte ZDF-Sprecher Alexander Stock. In einer
E-Mail hätten sie die Redaktionsleiter des Senders aufgefordert, Klar nicht
in ihre Sendungen einzuladen. Dies gelte jedoch nicht als Verbot, sagte
Stock. Wenn eine Redaktion an einer Einladung Klars interessiert sei, möge
sie aber Rücksprache mit der Chefredaktion halten.
Auch redaktionell gibt es im ZDF bereits eine
eindeutige Reaktion. „Von unserer Seite bestand nie ein Interesse, Christian
Klar einzuladen“, sagte Jens Tiedemann, Sprecher von „Johannes B. Kerner“.
„Bei uns gibt es ähnliche Überlegungen“, sagte ARD-Sprecher Burchard Röver.
Die ARD wolle Klar kein Forum bieten und habe „keine Absicht, ihn als Gast
einzuladen“. Programmdirektor Volker Herres habe dies an die Sender
weitergegeben.
„Unabhängig von der nachrichtlichen Berichterstattung wird es bei uns keine
Bühne für Christian Klar als Gast geben“, sagte RTL-Sprecherin Heike
Schultz. Auch die für „Stern TV“ verantwortliche Produktionsfirma I&U
TV schloss ein Interview mit dem 56-Jährigen aus.
Bei den Nachrichtensendern herrscht dagegen ein uneinheitliches Bild. „Er wird
bei uns auf absehbare Zeit nicht in Talk- und Politsendungen zu sehen sein“,
sagte Sonja Friedrich, Sprecherin von n-tv. Alle Redaktionen hätten sich
diesbezüglich deutlich positioniert. N24 kann sich eine Einladung Klars
hingegen „unter bestimmten Voraussetzungen“ vorstellen, sagte Sendersprecher
Thorsten Pütsch. Es werde bereits geprüft, in welchem Format der richtige
Rahmen möglich wäre.
Dies könne eine Nachrichtensendung oder ein Talkformat sein. „Wir setzen uns
aber nicht unter Druck“, sagte Pütsch. Konkrete Planungen oder eine Anfrage
bei Klar gebe es bislang jedoch nicht. Nach 26 Jahren Haft wird der frühere
RAF-Terrorist Klar voraussichtlich am 3. Januar 2009 entlassen.
Der 56-jährige war 1985 unter anderem wegen neunfachen Mordes und elffachen
versuchten Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden.
Er wurde unter anderem der Beteiligung an der Ermordung von
Generalbundesanwalt Siegfried Buback und Arbeitgeberpräsident Hanns-Martin
Schleyer für schuldig befunden. 1998 hatte das OLG Stuttgart entschieden,
dass Klar angesichts der „besonderen Schwere der Schuld“ mindestens 26 Jahre
in Haft verbringen muss.
Die Multimedia-Storyvon Morgenpost Online schildert in einer interaktiven Grafik die Geschichte der RAF - die Täter, die Opfer, die Ereignisse.