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Entscheidung

TV-Sender wollen Ex-Terrorist Klar nicht einladen

ARD und ZDF wollen dem früheren RAF-Terroristen Christian Klar nach seiner Haftentlassung kein Forum zur Selbstdarstellung bieten. Das ZDF bestätigte Medienberichte, wonach die Chefredaktion ihre Redaktionen aufgefordert habe, Klar nicht in Sendungen einzuladen. Auch andere TV-Sender erteilen Klar eine Absage.

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Christian Klar
Foto: DPA
Christian Klar ist auf Bewährung entlassen werden. Der RAF-Terrorist der zweiten Generation kann sich über einen entsprechenden Beschluss des Oberlandesgerichts (OLG) Stuttgart freuen. Der heute 56-jährige Klar war 1985 unter anderem wegen neunfachen Mordes und elffachen versuchten Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden, 26 Jahre hat er abgesessen.

Die bevorstehende Haftentlassung des ehemaligen RAF-Terroristen Christian Klar beschäftigt die deutschen TV-Sender. ZDF-Intendant Markus Schächter und ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender wiesen die Redaktionsleiter des Senders an, Klar nicht in ihre Talkshows einzuladen. Viele Sender und Redaktionen wählen den gleichen Weg. Bei N24 ist eine Einladung des 56-Jährigen hingegen nicht ausgeschlossen. Schächter und Brender hätten „darum gebeten, mit dem Thema behutsam umzugehen“, sagte ZDF-Sprecher Alexander Stock. In einer E-Mail hätten sie die Redaktionsleiter des Senders aufgefordert, Klar nicht in ihre Sendungen einzuladen. Dies gelte jedoch nicht als Verbot, sagte Stock. Wenn eine Redaktion an einer Einladung Klars interessiert sei, möge sie aber Rücksprache mit der Chefredaktion halten.

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Christian Klars Weg in die Freiheit

Auch redaktionell gibt es im ZDF bereits eine eindeutige Reaktion. „Von unserer Seite bestand nie ein Interesse, Christian Klar einzuladen“, sagte Jens Tiedemann, Sprecher von „Johannes B. Kerner“. „Bei uns gibt es ähnliche Überlegungen“, sagte ARD-Sprecher Burchard Röver. Die ARD wolle Klar kein Forum bieten und habe „keine Absicht, ihn als Gast einzuladen“. Programmdirektor Volker Herres habe dies an die Sender weitergegeben.

„Unabhängig von der nachrichtlichen Berichterstattung wird es bei uns keine Bühne für Christian Klar als Gast geben“, sagte RTL-Sprecherin Heike Schultz. Auch die für „Stern TV“ verantwortliche Produktionsfirma I&U TV schloss ein Interview mit dem 56-Jährigen aus.

Bei den Nachrichtensendern herrscht dagegen ein uneinheitliches Bild. „Er wird bei uns auf absehbare Zeit nicht in Talk- und Politsendungen zu sehen sein“, sagte Sonja Friedrich, Sprecherin von n-tv. Alle Redaktionen hätten sich diesbezüglich deutlich positioniert. N24 kann sich eine Einladung Klars hingegen „unter bestimmten Voraussetzungen“ vorstellen, sagte Sendersprecher Thorsten Pütsch. Es werde bereits geprüft, in welchem Format der richtige Rahmen möglich wäre.

Dies könne eine Nachrichtensendung oder ein Talkformat sein. „Wir setzen uns aber nicht unter Druck“, sagte Pütsch. Konkrete Planungen oder eine Anfrage bei Klar gebe es bislang jedoch nicht. Nach 26 Jahren Haft wird der frühere RAF-Terrorist Klar voraussichtlich am 3. Januar 2009 entlassen.

Der 56-jährige war 1985 unter anderem wegen neunfachen Mordes und elffachen versuchten Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Er wurde unter anderem der Beteiligung an der Ermordung von Generalbundesanwalt Siegfried Buback und Arbeitgeberpräsident Hanns-Martin Schleyer für schuldig befunden. 1998 hatte das OLG Stuttgart entschieden, dass Klar angesichts der „besonderen Schwere der Schuld“ mindestens 26 Jahre in Haft verbringen muss.

Die Multimedia-Story von Morgenpost Online schildert in einer interaktiven Grafik die Geschichte der RAF - die Täter, die Opfer, die Ereignisse.


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