Gérard Mortier
Pariser Opern-Chef zieht Madrid nun doch Berlin vor
Der Chef der Pariser Oper, Gérard Mortier, kommt nicht nach Berlin. Nach New York bot nun Madrid dem Starkünstler den erhofften Fünf-Jahres-Vertrag an. Offenbar stimmen ins Spanien – im Gegensatz zu New York – auch die finanziellen Bedingungen.
Die Oper des Komponisten Giuseppe Verdi hatte unter der Leitung von Daniel Barenboim an der Staatsoper Unter den Linden Premiere.
Das Madrider Opernhaus - und keiner Berliner Bühne - nimmt den Pariser Opernchef Gérard Mortier unter Vertrag. Der Belgier soll nach spanischen Medienberichten vom Donnerstag Anfang 2010 künstlerischer Leiter des "Teatro Real" werden. Das Opernhaus der spanischen Hauptstadt einigte sich nach diesen Angaben mit dem Kulturmanager auf einen Fünf-Jahres-Vertrag. Der 65-Jährige hatte eigentlich im kommenden Jahr nach Ablauf seines Kontrakts in Paris nach New York gehen wollen. Er verzichtete dann aber auf den Posten in den USA, da die City Opera ihr Budget drastisch einschränken musste. Statt der vereinbarten 60 Millionen Dollar für Mortiers erste Saison 2009/2010 standen nur noch 36 Millionen zur Verfügung.
Mortier hatte danach auch mit einem Engagement in Berlin geliebäugelt. "Berlin würde mich sehr interessieren, doch leider interessiert sich Berlin nicht für mich", sagte er. Dabei bekundete Mortier seine Vorliebe für etwas, dass den Europäern eher ein Dorn im Auge ist: die öffentlichen Debatten, die Budgetkürzungen auf dem Kontinent auslösten. So etwas gebe es in Amerika nicht, da die privaten Geldgeber mit ihrem Geld schließlich machen könnten, was sie wollen: "Das europäische System, ist trotz seiner Fehler das Beste." Das würde er auch im Falle Berlins sagen, auch wenn die drei Opernhäuser derzeit große Schwierigkeiten haben.
Eine Zusammenarbeit mit Daniel Barenboim an der Staatsoper hält er aber für ausgeschlossen, also wäre die Deutsche Oper die wahrscheinlichste Wirkungsstädte gewesen.Dort war Mortier schon einmal als Chef im Gespräch gewesen: als Nachfolger von Götz Friedrich. Doch die Verhandlungen des selbstbewussten Künstlers mit dem Senat gestalteten sich schwierig. Nachdem er nun seine Vorliebe für Berlin bekundet hatte, war spekuliert worden, ob Mortier die Nachfolge von Kirsten Harms bis 2011 antreten könnten - mit 68 Jahren. Dies ist nun äußerst unwahrscheinlich geworden, denn es wird Mortier sicher länger als ein Jahr lang in Madrid halten.
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