Kino
Mark Wahlberg sieht in "Max Payne" rot
Als Computerspiel-Reihe ist es bereits ein Hit, jetzt soll "Max Payne" auch die Kinos erobern. Dafür kehrt Schauspieler Mark Wahlberg ins Action-Fach zurück. Als New Yorker Polizist will er den Mord an seiner Frau und seinem Kind rächen. Um eine Chance zu haben, muss er zu üblen Drogen greifen.
Von Peter Zander
Weiß eigentlich noch jemand, dass Mark Wahlberg als Marky Mark and the Funky Bunch Anfang der Neunziger im Vorprogramm von New Kids on the Block auftrat? – Egal: Heute macht er als Schauspieler Karriere.
Mark Wahlberg muss sich vorsehen. Er ist auf dem besten Weg, der neue Charles Bronson zu werden. Immer, wenn seine Versuche, als Charakterdarsteller zu punkten, in die Hose gehen (zuletzt "The Happening"), kehrt er zum Action-Untergenre des Rächerfilms zurück, den besagter Bronson mit "Ein Mann sieht rot" und zahllosen Varianten zu trauriger Routine brachte.
Zählen wir mal nach: Da war 2005 "Vier Brüder", in dem Wahlberg, als einer der vier Titelfiguren, den Mord an seiner Adoptivmutter rächte. 2007 kam "Shooter", in dem er sich am FBI rächte, das ihm ein Attentat in die Schuhe schieben wollte. Und noch im selben Jahr war er in "Helden der Nacht" zu sehen, wo er als Cop den Mord an seinem Vater vergolten hat.
Auch wenn Mr. Wahlberg betont, privat habe er lieber seinen zweijährigen Sohn als eine Waffe in der Hand, und obwohl er sich am Hals ein Kreuz mit den Worten "In God I Trust" tätowieren ließ: Im Kino verlässt er sich allzu willig auf die eindimensionale Rächerfigur. Er verinnerlicht das sogar schon so sehr, dass die drei Zornesfalten über seiner Nase kaum mehr aus seinem Gesicht weichen, so zornig schaut er drein. Ein Mark sieht rot.
Da ist er in der Titelfigur von "Max Payne" gerade der Richtige: die Verfilmung des gleichnamigen Videospiels, das 2001 weltweit für Furore sorgte und bei dem nun mit Sicherheit keine größere darstellerische Kunst gefordert war. Als Payne ist Wahlberg wieder mal ein Cop mit Trauma: Frau und Kinder sind einst brutal getötet worden. Jetzt gibt es eine Serie von Morden in New York, die jenem nicht unähnlich sind.
Payne macht sich brutalstmöglich auf die Suche – und folgt einer bizarren Spur: Die USA haben einen Wirkstoff namens "Valkyr" entwickelt, mit dem sie Soldaten im Kampf gegen den Terror abhärten wollten. Leider macht der Stoff total abhängig, und die Süchtigen sind nicht mehr kontrollierbar. Und natürlich kann Payne am Ende nur siegen, wenn er gleichfalls zu dieser Droge greift.
Gewalt als Rauschmittel: Das sagt allerdings alles über die Dramaturgie des Films. "Nicht Minimum Payne, nicht Medium Payne, sondern Maximum Payne" habe er angestrebt, gab Regisseur John Moore vollmundig bekannt. Und erstickt seinen lauthals als Neo-Noir gepriesenen Film in bemüht künstlichem Design-Look und allerlei Dauerballerei.
Den bleiernsten Gehalt aber liefern die Dialoge. Einem Mädchen wird einmal geraten: "Halt dich fern von Max Payne!" Diesem Rat schließen wir uns gerne an.
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