Peter Mussbach
Ex-Intendant sorgt für Eklat an Berliner Staatsoper
Der Ex-Intendant der Berliner Staatsoper Unter den Linden, Peter Mussbach, hat eine Zusammenarbeit mit dem Haus bei der von ihm mitverfassten Oper "Hölderin.Eine Expedition" verweigert. Die jetzt vorliegende Regiefassung verstoße seiner Meinung nach gegen den Geist des Werkes.
Die Oper des Komponisten Giuseppe Verdi hatte unter der Leitung von Daniel Barenboim an der Staatsoper Unter den Linden Premiere.
Berlins Regierender Bürgermeister und Kultursenator Klaus Wowereit (SPD) steht laut einem Vorabbericht des Hamburger Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" vor einem kulturpolitischen Eklat. Der vor sechs Monaten aus dem Amt gedrängte Intendant der Staatsoper Unter den Linden, Peter Mussbach, habe starke Bedenken gegen die Inszenierung der Oper "Hölderlin/Eine Expedition" durch den Regisseur Torsten Fischer. Mussbach, der die Textvorlage zur Musik von Peter Ruzicka verfasst habe, wolle deshalb wenige Tage vor der Uraufführung seinen Namen zurückziehen und den Fall vor dem Bühnenschiedsgericht klären lassen.
Die jetzt vorliegende Regiefassung verstoße nach Meinung des Autors gegen den Geist des Werkes. Mussbach war nach Darstellung des "Spiegel" komplett aus der Produktion gedrängt worden. Anfangs hätten der Ex-Intendant und sein Anwalt sogar juristische Schritte gegen die Uraufführung erwogen, nach der Androhung einer Schadenersatzklage davon jedoch Abstand genommen. Alarmiert von dem Vorgang sei auch die Senatskanzlei, berichtet das Magazin. Wowereit bemühe sich seit Monaten erfolglos, einen neuen Intendanten für das Haus zu finden.
Mussbachs Interimsnachfolger Ronald H. Adler verkündete gestern, dass sich die Inszenierung von Torsten Fischer in der letzten Probenphase befinde. "Sie entsteht in engster Zusammenarbeit mit dem Komponisten des Werkes und Dirigenten der Aufführungen, Peter Ruzicka", so Adler: "Der Autor des Textes, Peter Mussbach, hat auf eine Unterstützung der Produktion leider verzichtet. Wir freuen uns, die Uraufführung am 16. November 2008 an der Staatsoper Unter den Linden herauszubringen."
Die Vorgänge seien Sache der Staatsoper, sagte der Sprecher der Kulturverwaltung, Torsten Wöhlert. Die Verantwortlichen an der Staatsoper seien "erwachsen und gut bezahlt genug, um ihre Probleme allein zu lösen".
Unterdessen fordert die CDU vom Senat eine "realistische Zeit- und Kostenplanung" für die Sanierung der Staatsoper. Einen entsprechenden Antrag wolle sie ins Abgeordnetenhaus einbringen, kündigte Kulturexperte Michael Braun an. Die Restaurierung des Hauses bis 2013 sei nach dem Scheitern des Wettbewerbs um den Generalplaner nicht mehr zu halten. Für Sonntag ist das erste Benefizkonzert zugunsten der Sanierung der Staatsoper geplant. Startenor Rolando Villazón wird mit Daniel Barenboim und der Staatskapelle Berlin in der Philharmonie ein Galakonzert geben.
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