Filmstart "Hancock"
Will Smith will so viele Nacktauftritte wie möglich
Er ist einer der größten Stars, die Hollywood derzeit zu bieten hat. Wenn Will Smith auf dem Plakat steht, dann wird der Film ein Hit. In "Hancock"spielt er nun das, als was ihn seine Fans längst sehen: einen Superhelden.
Morgenpost Online: "Hancock" bietet vieles. Unter anderem auch einen ausführlichen Blick auf Ihr Hinterteil. Gibt es jetzt eine Klausel in den Verträgen, dass Sie nur noch Nacktrollen spielen?
Will Smith: Nein, auf keinen Fall! Obwohl ich ja in den letzten Jahren in recht guter körperlicher Verfassung geblieben bin. Wenn ich's recht überlege, gebe ich hier gerade die völlig falsche Antwort.
Morgenpost Online: Wegen des drohenden Alters?
Will Smith: Wegen des Alters. Ich werde noch in diesem Jahr 40. Eigentlich sollte ich so viele Nacktauftritte wie möglich mitnehmen, bis man mir davon dringend abrät.
Morgenpost Online: Da klingt die Angst des Schauspielers vor der 4 im Alter mächtig mit.
Will Smith: Nein, überhaupt nicht. Ich habe ja meine Kinder schon auf diesen Moment Ende September vorbereitet. Ich habe ihnen gesagt, dass sie ab diesem Zeitraum auf alles zu hören haben, was ich sage.
Morgenpost Online: Und wie reagieren sie?
Will Smith: Die nehmen es genau als das, was es ist: Die Fantasie eines Vaters, der langsam in die Jahre kommt und denkt, es müsste sich etwas ändern. Mit anderen Worten: Sie schmunzeln darüber - wenn sie überhaupt eine Regung zeigen.
Morgenpost Online: Aber das machen doch alle Kids, die Teens werden.
Will Smith: Ja, aber man erlebt es als Eltern ja irgendwann zum ersten Mal. Wenn wir unseren Kindern etwa erzählen: "Schaut euch eure lieben Großeltern an. Als wir so alt waren wie ihr jetzt, bekamen wir manchmal ein paar hinter die Ohren, wenn wir uns nicht benommen haben." Das finden unsere Kinder unglaublich komisch. Wie ein Bericht aus einer völlig anderen Zeit. Daran merkt man schon, dass man in die Jahre kommt.
Morgenpost Online: Glauben Sie wirklich, dass sich mit der Zahl 40 etwas verändern wird?
Will Smith: Ja, ich werde in Interviews ernst und konzentriert auftreten. Ich werde Schlips tragen.
Morgenpost Online: Was Sie heute schon tun.
Will Smith: Stimmt. Aber nur das mit dem Schlips. Ich glaube, ich möchte so wie Barack Obama wirken. Richtig ernst und mit dem Wissen versehen, wo genau es hingeht.
Morgenpost Online: Sie haben Barack Obama schon öfter getroffen. Ist er so ernst?
So ernst auch wieder nicht; er hat einen fantastischen Humor.
Morgenpost Online: Aber eigentlich müssten Sie doch sauer auf ihn sein.
Will Smith: Sauer auf Barack Obama? Warum denn das?
Morgenpost Online: Weil Sie uns in den neunziger Jahren erzählten, Sie wollen der erste schwarze US-Präsident werden.
Will Smith: Sehen Sie, so schnell ändern sich die Zeiten. Es gab ja damals einen Grund, warum ich das sagte. Es schien außerhalb jeder Vorstellung, dass ein Schwarzer Präsident wird. Heute ist dieses Ziel zum Greifen nah. Dass ich es nicht werde, ist nur ein kleiner bitterer Beigeschmack.
Morgenpost Online: Nummer Zwei klingt ja auch nicht schlecht.
Will Smith: Stimmt. Ich warte einfach noch ein paar Jahre. Mache ein paar Filme. Und wer weiß, was die Zukunft bringt. Immerhin muss man ja mindestens 40 sein, um Präsident zu werden.
Morgenpost Online: Wann immer man Sie trifft, sind Sie gut gelaunt. Was bringt Sie in eine richtig miese Stimmung?
Will Smith: Wenn mir ein Journalist diese Frage stellt! Im Ernst, warum soll ich schlecht gelaunt sein? Mein Leben ist einfach gut zu mir. Seit ich 17 war und erstmals ein Lied von mir im Radio gehört habe, bin ich in dieser Stimmung.
Morgenpost Online: Warum?
Will Smith: Weil das jenseits des Horizonts lag, den ich mir vorstellen konnte. Jemand könnte mein Lied im Radio spielen? Mich als Komiker gut finden? Als Schauspieler? Meine Träume gingen alle in Erfüllung.
Morgenpost Online: Aber es gab auch Tiefschläge. Sie haben viel Geld verloren, die Steuerfahndung war hinter Ihnen her.
Will Smith: Oh ja, alles Erfahrungen, die schmerzhaft, aber nötig waren. Und eines weiß ich heute ganz genau: Es ist besser, einfach pleite zu sein, als viel Geld zu haben und dann das Geld zu verlieren.
Morgenpost Online: Gibt es eine Art Lektion, die Sie damals gelernt haben?
Will Smith: Oh ja, Geld hat überhaupt nichts damit zu tun, ob du glücklich bist. Viele Menschen denken es zwar, aber mehr Geld vermehrt dein Glück auf keinen Fall.
Morgenpost Online: Man sollte über "Hancock" nicht allzu viel verraten. Aber ist Ihnen im Leben schon mal eine so starke Frau begegnet?
Will Smith: Nicht nur das, ich bin sogar mit einer verheiratet, Schauen Sie sich mal einen Auftritt mit Jadas Band an, da kann einem schwindlig werden. Wenn man als Superheld, als der sich ja jeder Mann ein bisschen fühlt, sich mit so einer Frau einlässt, erst dann kann er seine wahre Kraft entfalten. Das ist die Botschaft des Films, die mir besonders gut gefällt.
Morgenpost Online: Sie sind sehr erfolgreich in vielen Bereichen des Showbiz. Ist es schwierig für Sie, dass Sie von etwas überrascht sind?
Will Smith: Hm, ich würde es mal so sagen, ich bin manchmal davon überrascht, was andere Leute mit dem anstellen, was ich ihnen anbiete. Ob das jetzt hier Peter Berg ist, der eine der ungewöhnlichsten Superheldengeschichten aller Zeiten erzählt. Oder Gabriele Muccino, der in "Das Streben nach Glück" eine völlig neue Saite in mir zum Schwingen gebracht hat. Wenn ich so etwas sehe, dann staune ich in der Tat.
Morgenpost Online: Und dann arbeiten Sie auch gern wieder mit diesen Leuten, wie jetzt bei "Seven Pounds".
Will Smith: Exakt. Ich will über den neuen Film von Gabriele Muccino noch nicht viel verraten, nur so viel, Ich zerstöre das Leben von sieben Menschen und muss nun in deren Familien etwas Gutes tun.
Das Gespräch führte Peter Beddies
Das komplette Programm aller Berliner Kinos finden Sie unter www.morgenpost.de/stadtprogramm















