Neuer Saal
Abgeordnete wollen bei Umbau der Staatsoper mitreden
Der Zuschauerraum der Staatsoper Unter den Linden soll völlig neu gestaltet werden, Spuren von Barock und Rokoko sollen weitgehend verschwinden. Doch diese Umbaupläne erhitzen die Gemüter. Nun wollen die Kulturpolitiker im Abgeordnetenhaus vor einer endgültigen Entscheidung in die Debatte einbezogen werden. Kulturstaatssekretär Schmitz ist davon nicht begeistert.
Der Kulturausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses fordert eine Mitsprache des Parlaments bei der Neugestaltung der Staatsoper Unter den Linden. Der Senat sollte das Abgeordnetenhaus konsultieren, bevor eine endgültige Entscheidung über den Umbau des Zuschauerraums der Lindenoper fällt, hieß es in einer am Montag mit den Stimmen von Rot-Rot verabschiedeten Resolution. Die Opposition hatte ebenfalls eine Parlamentsbeteiligung verlangt, notfalls aber auch in einer Sondersitzung während der Sommerpause.
Kulturstaatssekretär André Schmitz betonte, der Senatsbeschluss über einen möglichen Umbau nach den Plänen des Architekten Klaus Roth müsse noch während der Sommerpause fallen. Dann müssten auch die Aufträge erteilt werden, um eine Verzögerung des Umbaus nicht zu riskieren. "Die Konsequenzen einer Verschiebung sind nicht abzusehen", sagte Schmitz. Die Staatsoper soll während des Umbaus von 2010 bis 2013 in das leerstehende Schiller Theater ziehen.
Eine Diskussion über den geplanten Umbau nach den Plänen Roths wurde vertagt. Es gebe keine ausreichenden Entwürfe und Modelle von dem Projekt Roths, begründete der Linke-Abgeordnete Wolfgang Brauer den Antrag. CDU und FDP werteten die Vertagung als Zeichen der Uneinigkeit innerhalb der Koalition über die Umwandlung des Zuschauerraums. "Sie scheut sich vor einer Auseinandersetzung", sagte der kulturpolitische Sprecher der Union, Michael Braun. Die kulturpolitische Sprecherin der SPD, Brigitte Lange, sagte, in ihrer Fraktion gebe es noch Meinungsunterschiede.
Unterdessen zeigt sich Roth zu einem Kompromiss bei seinem Entwurf bereit, mit dem er den Architekturwettbewerb gewonnen hat. Es gebe die Möglichkeit, bei den Materialien auf die Geschichte des Hauses einzugehen, sagte er dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Er denke dabei an Stucco Lustro (glänzender Putz), an Messing und Eichenholz. Roths Plan sieht eine völlige Entkernung des barocken Zuschauerraums vor.
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