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Sanierungspläne

Architekt bietet Kompromiss für Staatsoper an

Mit Eichenholz und Stuck will der Architekt Klaus Roth seinen Kritikern entgegen kommen und so den Streit um die umstrittene Innenraumsanierung der Staatsoper entschärfen. Die futuristischen Pläne stoßen besonders bei den Operförderern auf große Ablehnung.

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Am  mittlerweile stark magelhaften Innenraum der Berliner Staatsoper sollen Sanierungen vorgenommen werden
Foto: Berliner_Verlag
Der Saal der Staatsoper Unter den Linden muss dringend saniert werden.

Der Berliner Architekt Klaus Roth ist zu Korrekturen an seinem heftig kritisierten Entwurf zur Sanierung der Staatsoper Unter den Linden bereit. "Es gibt Möglichkeiten, bei den Materialien auf die Geschichte des Hauses einzugehen. Ich denke an Stucco Lustro in Rot und Altweiß für die Wände und Brüstungen - ein Material, das schon im Barock verwendet wurde - und an Messing und Eichenholz", sagt Roth dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel".

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Verzicht auf den Kronleuchter

Der Architekt zeigt sich über "das Ausmaß der Kritik" überrascht. Schließlich sei "das Gesamtgebäude mit seinen drei Sälen schon siebenmal umgebaut worden. Nach dem Krieg hat man den Zuschauerraum verkleinert und von der Bühne durch eine monumentale Portalzone getrennt. Deshalb kann der Klang sich nicht ausbreiten, auch ist die Sicht teils miserabel."

Deshalb hatte Roth einen Vorschlag unterbreitet, einen neuen Saal zu errichten. Sein Architekturentwurf wurde von der Jury preisgekrönt, obwohl der Zuschauerraum völlig neu gestaltet und Spuren von Barock und Rokoko weitgehend getilgt werden sollen. Gerade auch der Verzicht auf den großen Kronleuchter hatte für Unmut gesorgt. "Wir beleuchten den Saal doch nicht mehr mit Kerzen", begründet Klaus Roth seinen Vorschlag.

Der stößt zumal bei den Operförderern in Berlin auf große Ablehnung. Prominente wie Alfred Biolek und Peter Schreier hatten kürzlich in einem Appell vor der "Zerstörung" des existierenden Zuschauersaals der Staatsoper gewarnt. Den hatte Richard Paulick 1955 wieder aufgebaut. Die Lindenoper verfüge über einen der schönsten Zuschauersäle Europas, "eine Schöpfung von historischem Rang", die nicht vernichtet werden dürfe, hieß es in dem von Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse im Namen von 16 weiteren Unterzeichnern veröffentlichten Aufruf.

Warnung vor ideologischer Diskussion

Man dürfe sich nicht in eine "ideologische Diskussion" verstricken, sagte Tiefensee am Wochenende. Er warnte die Gegner des umstrittenen Entwurfs von Klaus Roth davor, dem Architekten "Bilderstürmerei oder Geschichtslosigkeit oder gar das Abräumen der DDR-Vergangenheit" vorzuwerfen. Zugleich dürften die Anhänger der Bewahrung des historischen Ambientes der Lindenoper nicht im negativen Sinne der Restauration bezichtigt werden.

Prominentester Befürworter eines neuen Saal ist der Hausherr selbst: Stardirigent Daniel Barenboim. "Es freut mich sehr, dass Maestro Barenboim den Entwurf öffentlich unterstützt", sagt Architekt Roth. Barenboim ist insbesondere an der Verbesserung der Akustik im Saal interessiert. Mittlerweile hat aber auch er eingeschränkt, dass der Zuschauerraum eine Verbindung zur Tradition haben müsse. Es soll kein kalter moderner Saal sein, nichts mit Beton, Plastik und Polyester.

Offenkundig wird ein Kompromiss angestrebt: Denn die Zeit wird knapp. Noch vor der Sommerpause soll die Entscheidung fallen, weil ansonsten der Zeitplan für die ab Sommer 2010 geplante Sanierung des Hauses nicht zu halten ist.vbl

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