11.01.12

Bassbariton

Thomas Quasthoff verabschiedet sich von der Bühne

Bassbariton Thomas Quasthoff beendet seine Karriere. Fast 40 Jahre stand der Sänger auf der Bühne. Jetzt zwingen ihn gesundheitliche Gründe zum Rückzug.

Foto: dpa/DPA
Thomas Quasthoff beendet seine Gesangskarriere
Nach 40 Jahren: Thomas Quasthoff beendet seine Gesangskarriere

Der deutsche Bassbariton Thomas Quasthoff beendet nach fast 40 Jahren seine Gesangskarriere. Seine Gesundheit erlaube es ihm nicht mehr, "dem Anspruch, den ich immer an mich selber und an die Kunst gestellt habe, gerecht werden zu können", sagte der 52-Jährige nach Angaben der Philharmonie Essen am Mittwoch. "Ich habe dem Beruf sehr viel zu verdanken und gehe ohne Bitterkeit." Er freue sich auf "neue Herausforderungen" in seinem Leben.

Quasthoff, der mit einer Conterganschädigung geboren wurde, zählt international zu den profiliertesten Konzertsängern. Ausgebildet wurde er bei Charlotte Lehmann und Ernst Huber-Contwig in Hannover. Quasthoff startete seine Laufbahn mit Wettbewerbserfolgen wie dem Ersten Preis des ARD-Wettbewerbs. Er arbeitete während seiner Karriere mit Dirigenten wie Claudio Abbado, Daniel Barenboim, James Levine und Zubin Mehta zusammen. Zudem unterrichtet er Gesang an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin.

Quasthoff will weiter unterrichten

Der Sänger will sich den Angaben zufolge künftig intensiv dem Sängernachwuchs widmen und wie bisher an der Hochschule für Musik sowie bei internationalen Meisterkursen unterrichten. Quasthoff hat sich schon vor Jahren intensiv dem Liedgesang verschrieben und 2009 den internationalen Liedwettbewerb "Das Lied" ins Leben gerufen, dem er auch in Zukunft als künstlerischer Leiter vorstehen will. Des Weiteren wird er als Sprecher bei Lesungen und im Rahmen der neuen Reihe "Thomas Quasthoffs Nachtgespräche" am Konzerthaus Berlin auf der Bühne zu sehen sein. Zu seinem nächsten Nachtgespräch am 22. Februar wird Quasthoff mit der Schauspielerin und Regisseurin Katharina Thalbach über wichtige Stationen ihres Lebens sowie die Musik, die sie prägte, sprechen.

Der Intendant der Philharmonie Essen, Johannes Bultmann, zeigte sich von der Nachricht des Karriereendes geschockt. "Ich kenne Thomas Quasthoff als einen Menschen, der so viel Energie hat – da hat wohl niemand mit einem Rücktritt zum jetzigen Zeitpunkt gerechnet", sagte er. Im zweiten Moment aber müsse man unglaublich viel Respekt vor der Entscheidung haben. Quasthoff stelle an sich selbst die höchsten künstlerischen Ansprüche. "Und ich finde es mehr als bemerkenswert, wenn jemand den Mut hat, entsprechende Konsequenzen zu ziehen, sobald diese Ansprüche nicht mehr erfüllt werden können", fügte Bultmann hinzu.

Quasthoff bedankte sich bei all seinen Musikerkollegen, mit denen er gemeinsam auf der Bühne gestanden hatte sowie bei allen Veranstaltern. Zudem dankte er dem Publikum für seine Treue.

Quasthoff hätte am 19. Mai ein Konzert in Essen geben sollen, das nun abgesagt wurde.

Quelle: dpa/dapd/mim
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