Kunstbiennale in Venedig
Goldener Löwe für Schlingensief-Pavillon
Eigentlich sollte Christoph Schlingensief den Deutschen Pavillons auf der Biennale in Venedig gestalten. Doch er starb zu früh. Nun wurde der Pavillon dem Werk des Ausnahmekünstlers gewidmet - und als bester nationaler Beitrag prämiert.
Für Schlingensief, der mit der Gestaltung des Pavillons beauftragt worden war, nahmen die Kuratorin des Deutschen Pavillons, Susanne Gaensheimer (M.), und seine Witwe Aino Laberenz aus der Hand von Venedigs Bürgermeister Giorgio Orsono den Goldenen Löwen für den besten Länder-Pavillon in Empfang.
Der Deutsche Pavillon und damit auch der gestorbene Künstler Christoph Schlingensief haben bei der Kunstbiennale von Venedig den Goldenen Löwen gewonnen. Der Preis für den besten nationalen Beitrag wurde am Samstag bei der offiziellen Eröffnung der diesjährigen Kunstausstellung verliehen. Der mit der Gestaltung des Pavillons beauftragte Theater-, Opern- und Filmregisseur Schlingensief war im vergangenen August im Alter von 49 Jahren an Krebs gestorben. Die Kuratorin Susanne Gaensheimer übernahm danach die Aufgabe, Schlingensiefs Projekte in dem Pavillon zu präsentieren.
"Die Kunstbiennale Venedig würdigt mit der Verleihung des Goldenen Löwen an den Deutschen Pavillon das Werk des Ausnahmekünstlers Christoph Schlingensief, dessen Verlust wir schmerzhaft spüren und dessen Werk noch lange prägend sein wird", gratulierte Staatsministerin Cornelia Pieper dem Team des Pavillons. Insgesamt 89 Länder-Pavillons hatten sich mit ihren Interpretationen der Wirklichkeit um den Preis für den besten nationalen Beitrag beworben.
In einem anderen Teil der Ausstellung stritten zudem 83 Künstler unter dem diesjährigen Motto "ILLUMInazione-ILLUMInations" in der internationalen Schau um den Goldenen Löwen für den besten Künstler. Mit diesem wurde der US-amerikanische Künstler Christian Marclay für sein Werk "The Clock" ausgezeichnet.
Der britische Beitrag von Haroon Mirza erhielt den Silbernen Löwen. Außerdem gab es einen Sonderpreis für den lettischen Pavillon und die in Berlin lebende schwedische Künstlerin Klara Liden. Zwei Goldene Löwen für das Lebenswerk gingen an die US-amerikanische Künstlerin Elaine Sturtevant, Jahrgang 1930, und den 1947 geborenen Wiener Künstler Franz West.
Die Biennale öffnete am Samstag offiziell ihre Pforten für das Publikum. Noch bis zum 27. November zeigt sie in der Lagunenstadt Gegenwartskunst – vor allem in den riesigen Werkshallen des Arsenale und dem Park der Giardini.
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