18.05.11

Skandal in Cannes

Lars von Trier versteht Hitler – "Ich bin ein Nazi"

Regisseur Lars von Trier hat sich in Cannes zum Nationalsozialismus bekannt. Außerdem behauptete er, einen Porno mit Kirsten Dunst zu drehen.

Mit seinem extremen Horrordrama "Antichrist" sorgte Lars von Trier 2009 für den Skandal des Filmfestivals in Cannes – nun irritierte der dänische Regisseur erneut. Der 55-Jährige stellte sein Werk "Melancholia" vor. "Ein schöner Film über das Ende der Welt", wie er verkündet hatte.

Tatsächlich packt er seine düstere Geschichte um Depressionen und die Apokalypse in poetische, sanfte Bilder. Der eigentliche Aufreger kam aber bei der Pressekonferenz, wo der Regisseur verkündete "Ich bin ein Nazi". Das ließ nicht nur die Hauptdarstellerinnen Kirsten Dunst und Charlotte Gainsbourg sprachlos zurück.

Schon seit längerem gilt von Trier als ein Enfant terrible der Filmwelt. Unvergessen sind zum Beispiel Szenen wie aus "Antichrist", wo sich Charlotte Gainsbourg selbst verstümmelt. Vor allem aber warf der Däne, der jahrelang wegen Depressionen behandelt wurde, in seinen Werken wie "Dogville" oder "Breaking the Waves" immer wieder einen äußerst pessimistischen Blick auf die menschliche Existenz. In "Melancholia" thematisiert er jetzt das Elend vor dem Weltuntergang.

"Dies sollte eine Komödie werden", scherzte von Trier vor der Premiere. Immerhin fühle er sich jetzt auch besser als noch vor einigen Jahren. "Ich habe aufgehört zu trinken, mir geht es gut." Eine gewisse Melancholie gehöre für ihn aber immer dazu. "Sie ist in jeder Kunst, die ich mag."

Irgendwann allerdings vergaloppierte sich von Trier in der Pressekonferenz: Erst berichtete er, er arbeite derzeit an einem Hardcore-Porno mit Kirsten Dunst. "Ohne viel Dialoge, also so, wie es Frauen mögen."

Und dann erzählte er, dass seine Familie deutsche Wurzeln habe. "Ich bin ein Nazi", schlussfolgerte er und fügte hinzu: "Ich verstehe Hitler. Ich glaube, dass er ein paar schlechte Dinge gemacht hat, klar, aber ich kann ihn mir in seinem Bunker vorstellen, am Ende." Außerdem möge er die Architektur von Albert Speer.

Ob das wieder einmal von Triers eigenwilliger Humor war? Das Rätsel löste der Regisseur nicht. Klar war nur: Er wollte abermals provozieren und das Festivalpublikum in Aufregung versetzen – wenn nicht mit seinem Film, dann durch seine Äußerungen. Und das ist ihm gelungen.

Quelle: dpa/jw
© Berliner Morgenpost 2013 - Alle Rechte vorbehalten
Die Favoriten unseres Homepage-Teams
Kristall Sauna Therme   Ludwigsfelde in Brandenburg bei Berlin   das grov¸e Angebot fv r Baden Wellness und Sauna vor. FKK und Sportbad.
22:49Ludwigsfelde
Freizeitbad vor den Toren Berlins warnt vor Sextätern

Die Kristall Saunatherme in Ludwigsfelde geht nach sexuellen Übergriffen in dem FKK-Bad in die Offensive: In Zusammenarbeit mit der Polizei installierten die Verantwortlichen Videokameras. mehr...


Rammstein-Frontman Till Lindemann auf der Bühne in Moskau
19:40Terminvorschau
Das bringt der Tag in Berlin am Freitag

Berlin hat jeden Tag Neues zu bieten. Politische Termine, Demonstrationen, Prozesse, Theater, Konzerte. Hier finden Sie eine Auswahl der Berliner Morgenpost für Freitag, den 24. Mai. mehr...


In Häusern aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts blieben die Mietpreise relativ stabil. Im Durchschnitt stiegen die Mieten in Berlin um mehr als sechs Prozent
22:19Kommentar
Warum Berlin die hohen Mieten nicht hinnehmen darf

Die Berliner Durchschnittsmiete ist im Mietspiegel um mehr als sechs Prozent gestiegen. Vor allem Normalverdiener leiden darunter. Noch können und sollten wir aber gegensteuern, findet Jachim Fahrun. mehr...


Die Aufbauarbeiten laufen, der Veranstalter erwartet 100.000 Fußballfans zum Champions-League-Finale auf der Fanmeile in Berlin
21:05Champions League
Fanmeile zum Finale soll Party mit Videoüberwachung werden

Auf der Berliner Fanmeile zur Champions League erwartet der Veranstalter trotz Regen 100.000 Menschen. Ein umfassendes Sicherheitskonzept soll mit dazu beitragen, dass das Party-Konzept aufgeht. mehr...

Leser-Kommentare Kommentare
Leserkommentare sind ausgeblendet.
Kommentare einblenden
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

Die Moderation der Kommentare liegt allein bei MORGENPOST ONLINE.
Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in der Netiquette.
blog comments powered by Disqus
 
Multimedia
Autorenfilm

Lars von Trier – Stationen

Top-Thema
title
Start-ups in Berlin

Gründerzeit: Die Serie und das Blog der Berliner Morgenpost.

Video Nachrichten mehr
Queen of Soul Aretha Franklin braucht eine kleine Auszeit
USA Bär spaziert durch Vorort von Los Angeles
London Islamisten töten britischen Soldaten
Deutsche Welle In Norditalien kommt die Erde nicht zur Ruhe
 
Top Bildershows mehr
Jeden Tag

Kopfnoten für Politiker, Manager und Prominente

Willkommen in Berlin

Hurra, ich bin da! Das sind Berlins süße Babys

Fotogalerie

Das sind die Berliner Bilder des Tages

Bilder von oben

Das zerstörte Oklahoma City aus der Luft

 
In eigener Sache
Weitere Morgenpost Angebote