04.01.11

Trauerfall

Dichterin Eva Strittmatter ist gestorben

Im Alter von 80 Jahren ist die Dichterin Eva Strittmatter in Berlin gestorben. Mehr als 40 Jahre lang hatte sie Lyrik und Prosa verfasst. Seit den 50er Jahren lebte sie in Brandenburg.

Foto: dpa/DPA

Eva Strittmatter (1930-2011) hat 14 Bände mit Gedichten und sechs mit Prosa veröffentlicht.

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Die Dichterin Eva Strittmatter ist tot. Im Alter von 80 Jahren starb die Lyrikerin am Dienstag in Berlin. Das teilte der Verlag Das Neue Berlin mit. Neben Gedichten schrieb die Ehefrau des Schriftstellers Erwin Strittmatter auch Prosa für Erwachsene und Kinder. "Die Ausnahmepoetin vermochte den Reigen des Lebens in Verse zu kleiden, in denen die Menschen Halt finden", heißt es im Nachruf des Verlages.

Eva Strittmatters Gedichtbände tragen poetische Namen wie "Ich mach ein Lied aus Stille" (1973) oder "Mondschnee liegt auf den Wiesen" (1975). Naturbeschreibungen, Gefühle und menschliche Haltungen waren ihre Themen. Sie wurde am 8. Februar 1930 als Tochter eines Angestellten in Neuruppin geboren. Nach dem Abitur studierte sie Germanistik, Romanistik und Pädagogik in Ostberlin.

Von 1951 bis 1953 war Strittmatter als wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Deutschen Schriftstellerverband in Berlin tätig, von 1953 bis 1954 als Lektorin in einem Kinderbuch-Verlag. Außerdem wurde sie 1953 Mitglied des Redaktions-Beirates der Zeitschrift "Neue Deutsche Literatur" (NDL), für die sie seit 1952 geschrieben hatte und in den Jahren 1959/1960 auch als Redakteurin arbeitete. 1954 begann Strittmatter dann ihre Arbeit als freischaffende Autorin.

"Wir haben diese Gedichte nötig", schrieb der Schriftsteller Hermann Kant ins Nachwort zu Strittmatters erstem Lyrikband 1973, der den Titel "Ich mach ein Lied aus Stille" trägt.

Eva Strittmatter war seit 1956 mit Erwin Strittmatter verheiratet, der vor allem in Ostdeutschland als Bestsellerautor galt. Eines seiner bekanntesten Werke ist "Der Laden", das für die ARD 1998 als Dreiteiler verfilmt und unter anderem mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet wurde. 2008 geriet Erwin Strittmatter posthum in die Schlagzeilen, als bekannt wurde, dass er über seine Biografie in der Nazizeit nicht die Wahrheit gesagt hatte. Er hatte behauptet 1941 zur "Schutzpolizei" einberufen worden zu sein und "außer bei der Ausbildung auf dem Schießstand, nie eine Gewehr- oder Pistolenkugel abgeschossen" zu haben. Es stellte sich aber heraus, dass Strittmatter zur "Ordnungspolizei" eingezogen wurde, und dass seine Truppe 1943 in dem SS-Polizei-Gebirgs-Jäger-Regiment 18 aufging, das an Massakern und Geiselerschießungen beteiligt war. Allerdings ist nicht bekannt, dass Strittmatter in Verbrechen verstrickt war, er war offenbar Schreiber im Bataillonsstab.

Erwin Strittmatter verstarb 1994. Seine Frau nahm sich seines Nachlasses an und fungierte auch als Herausgeberin seiner Werke. Kur darauf starb auch Strittmatters Sohn Matti, der Regisseur war.

Eva Strittmatter lebte seit den 50 er Jahren in Schulzenhof im brandenburgischen Landkreis Oberhavel. Sie erhielt unter anderem 1975 den Heinrich-Heine-Preis und 1977 den Vaterländischen Verdienstorden in Bronze.

Quelle: dpa/sh
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