Rundfunkorchester und -chöre
Staatssekretär kritisiert Deutschlandradio scharf
Deutschlandradio will seinen Beitrag für die Berliner Rundfunkorchester und -chöre (ROC) um 1,5 Millonen Euro kürzen. Berlins Kulturstaatssekretär André Schmitz kritisierte dies nun scharf und betonte, Berlin stelle die ROC-Ensembles nicht in Frage.
Berlins Kulturstaatssekretär André Schmitz hat den Umgang des Deutschlandradios mit den Berliner Rundfunkorchestern und -chören als "unverantwortlich" bezeichnet. Die Ankündigung von Deutschlandradio-Intendant Willi Steul, den Beitrag für zwei Orchester und zwei Chöre ab 2013 um 1,5 Millionen Euro zu reduzieren, stelle den Bestand der Ensembles infrage, sagte Schmitz. Ein solcher Schritt würde die anderen drei Gesellschafter der Rundfunkorchester und -chöre (ROC) GmbH zu einer ähnlichen Zuschussreduzierung zwingen.
Der Sender ist mit 40 Prozent Hauptgesellschafter der Dachgesellschaft für das Deutsche Symphonie-Orchester (DSO), das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin (RSB), den RIAS-Kammerchor und den Rundfunkchor Berlin. Steul hatte angekündigt, mit der Neuberechnung der Rundfunkgebühren werde das Deutschlandradio seinen Beitrag für die vier Klangkörper auf jährlich 11,91 Millionen Euro senken. "Wir haben keine Legitimation, in Berlin Kulturpolitik zu machen", hatte Steul erklärt.
Dagegen sagte Schmitz: "Berlin stellt die ROC nicht in Frage. Wir wollen alle vier hervorragenden künstlerischen Kollektive erhalten." Deswegen habe das Land seinen Zuschuss ab 2010 dauerhaft um 1,2 Millionen Euro aufgestockt, um so die Etaterhöhung für die ROC um 6 Millionen Euro sicher zu stellen. "Herr Steul ist nicht gefragt, in Berlin Kulturpolitik zu machen. Das machen wir schon selber – und zwar ziemlich erfolgreich mit wachsenden Etats in den vergangenen Jahren. Deutschlandradio ist vielmehr aufgefordert, seiner Verantwortung als größter Gesellschafter der ROC auch in Zukunft gerecht zu werden", sagte Schmitz.
ROC-Träger sind neben dem Deutschlandradio der Bund mit 35 Prozent, das Land Berlin mit 20 und der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) mit 5 Prozent. Die Gesellschaft wurde nach der Einheit 1990 als Träger für vier Ensembles im Osten und Westen der Stadt gegründet. Ihr Etat liegt bei rund 34 Millionen Euro.
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