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21.12.10

Kürzungen

Rundfunkchor- und orchester geraten in Existenznot

Das Deutschlandradio kürzt seinen Beitrag zur Rundfunk Orchester und Chöre GmbH Berlin (ROC) drastisch. Der Sender will das Geld unter anderem ins Digitalradioprogramm stecken. Für die ROC-Orchester und -Chröre stellt sich die Existenzfrage.

© Amin Akhtar
Rundfunkchor Berlin im Berliner Dom
Die Kürzung des Deutschlandradio wird auch den Berliner Rundfunchor treffen

Die Zukunft der Berliner Rundfunkorchester- und chöre steht in den Sternen: Das Deutschlandradio will seinen Beitrag für die Dachgesellschaft ROC drastisch senken, der bisherige Intendant Gernot Rehrl geht zum Ende dieser Spielzeit. Der Sender, mit 40 Prozent Hauptgesellschafter der zwei Orchester und zwei Chöre, ist ab 2013 nur noch bereit, jährlich 11,91 Millionen Euro zu überweisen. Das wären rund 1,5 Millionen Euro weniger als bisher. Damit stelle sich für das Deutsche Symphonie-Orchester (DSO), das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin (RSB), den RIAS-Kammerchor und für den Rundfunkchor Berlin die Existenzfrage, wie Deutschlandradio-Intendant Willi Steul am Dienstag sagte.

ROC-Intendant Rehrl wird seinen Vertrag über das Ende der laufenden Spielzeit nicht verlängern. Das bestätigte eine ROC- Sprecherin. Ob es einen Nachfolger geben werde, ließ Steul offen. Noch Ende Januar oder Anfang Februar wollen die Gesellschafter über die Zukunft beraten. In der jetzigen Konstellation sei die ROC nicht zukunftsfähig, sagte Steul.

ROC-Träger sind neben dem Sender der Bund mit 35 Prozent, das Land Berlin mit 20 und der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) mit 5 Prozent. Die Gesellschaft wurde nach der Einheit 1990 als Träger für vier Ensembles im Osten und Westen der Stadt gegründet.

Mit der Neuberechnung der Rundfunkgebühren ab 2103 müsse das Deutschlandradio sein Engagement bei der ROC auf den Prüfstand stellen. Der Sender benötige die Gelder dringend für das Programm von Deutschlandfunk, Deutschlandradio Kultur und dem vor einem Jahr gestarteten Digitalsender DRadio Wissen. Er habe dafür die Unterstützung im Hörfunkrat und im Verwaltungsrat des Senders.

Das Deutschlandradio sei bereit, das vom Dirigenten Marek Janowski geleitete RSB in Eigenregie zu übernehmen. Offen sei, ob die anderen Gesellschafter zu einem ähnlichen Schritt bei den anderen Klangkörpern bereit seien. Im Gespräch war unter anderem, dass die Deutsche Welle das DSO und Berlin die Chöre übernimmt.

Mitte des Jahres hatte DSO-Chefdirigent Ingo Metzmacher das Orchester verlassen, weil er den Finnzplan für 2010 "vollkommen inakzeptabel" fand. Sein Nachfolger, Tugan Sokhiev, übernimmt offiziell zur kommenden Spielzeit seine Position. Sein Vertrag geht, wie die Verträge der anderen Ensembleleiter, bis 2016.

Quelle: dpa/sh
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