Ausgrabung
Kostbare Kunstwerke am Roten Rathaus entdeckt
Bei Grabungen im historischen Zentrum Berlins wurden einzigartige Schätze gefunden. Verschollen geglaubte Werke der "Entarteten Kunst" wurden geborgen. Sie sollen im Neuen Museum auf der Berliner Museumsinsel gezeigt werden.
Bei archäologischen Grabungen in Berlin-Mitte sind elf Skulpturen gefunden worden, die 1937 im Zuge der nationalsozialistischen Aktion "Entartete Kunst" in deutschen Museen beschlagnahmt worden waren. Unter den Bronze- und Keramik-Skulpturen sind unter anderem Werke von Otto Baum (1900-1977), Otto Freundlich (1878-1943), Edwin Scharff (1887-1955) und Emy Roeder (1890-1971). Drei Plastiken sind bislang noch nicht identifiziert, so die Stiftung Preußischer Kulturbesitz am Montag in Berlin. In einer Ausstellung "Der Berliner Skulpturenfund. 'Entartete Kunst' im Bombenschutt" im Griechischen Hof des Neuen Museums auf der Museumsinsel werden die Funde ab Dienstag (9. November) präsentiert.
Es sei "ein kleines Wunder" und zugleich ein Dokument des "Wahnsinns der Nazis", sagte Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) bei der Vorstellung der Kunstwerke. Dass diese Werke nun der Öffentlichkeit präsentiert werden könnten, sei ein "absoluter Glückszustand", betonte Wowereit. Die Kunstwerke seien zugleich "permanente Verpflichtung", an die NS-Verbrechen zu erinnern.
Der Direktor des Museums für Vor- und Frühgeschichte und Landesarchäologe des Landes Berlin, Matthias Wemhoff, nannte den Fund "einzigartig". Noch nie seien Kunstwerke mit diesem Hintergrund bei einer Ausgrabung gefunden worden. Der Fund betone eindrucksvoll die Bedeutung, die die archäologischen Untersuchungen vor Baumaßnahmen im Zentrum besitzen.
Gefunden wurden die Skupturen bei Grabungen an der Rathausstraße gegenüber dem Roten Rathaus. In Vorbereitung auf den Weiterbau der U-Bahn-Linie U5 vom Alexanderplatz zum Brandenburger Tor gibt es dort seit Oktober 2009 archäologische Untersuchungen.
Die Ausstellung "Der Berliner Skulpturenfund. 'Entartete Kunst' im Bombenschutt" ist ab 9. November 2010 sonntags bis mittwochs von 10 bis 18 Uhr sowie donnerstags bis sonnabends von 10 bis 20 Uhr im Neuen Museum auf der Berliner Museumsinsel zu sehen.
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