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06.09.10

Fälscher-Skandal

Noch mehr zweifelhafte Bilder aufgetaucht

Die Liste gefälschte Expressionisten wird länger. Auch ein Gemälde im Duisburger Lehmbruck-Museum steht unter Verdacht.

© privat
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Die Liste der zweifelhaften Kunstwerke aus der angeblichen Kunstsammlung Werner Jägers wird immer länger. Bislang war bekannt, dass zu den mutmaßlichen Fälschungen, die seit 1995 über Galerien und Auktionshäuser verkauft wurden, Gemälde von Heinrich Campendonk, Max Pechstein, Max Ernst und André Derain zählen. Im Duisburger Wilhelm-Lehmbruck-Museum hängt zurzeit als Leihgabe des spanischen Kommunikationsunternehmens "Telefonica" ein Bild des polnisch-französischen Kubisten Louis Marcoussis.

Es zeigt den jüdischen Kunsthändler Alfred Flechtheim und trägt auf der Rückseite einen jener Aufkleber, durch die der Fälschungsskandal um die Sammlung Jägers ins Rollen kam. Das schlecht gedruckte Etikett behauptet auf dem Rahmen von mindestens acht unter Fälschungsverdacht stehenden Gemälden, sie hätten einst zur Privatsammlung von Flechtheim gehört – so auch auf dem 116 mal 81 Zentimeter großen Marcoussis-Gemälde der "Telefonica".

Gekauft hat das Unternehmen das Gemälde ersten Recherchen zufolge über die Pariser Galerie Cazeau-Béraudière. Über die angesehene Kunsthandlung soll mindestens eine weitere mutmaßliche Fälschung weitervermittelt worden sein, das angebliche Campendonk-Gemälde "Landschaft mit Pferden". Das Bild wurde später, im Februar 2006, für 344000 Pfund bei Christie's in London versteigert. Wie das ebenfalls Campendonk zugeschriebene "Rote Bild mit Pferden", das 2006 im Kölner Auktionshaus Lempertz für 2,4 Millionen Euro versteigert wurde, und eine Reihe weiterer zweifelhafter Campendonks verfügte auch die mutmaßlich falsche Pferdelandschaft über eine positive Expertise von Andrea Firmenich, der Autorin des Campendonk-Werkverzeichnisses. Betroffen sind vom Jägers-Skandal also nicht nur Auktionshäuser: Die mutmaßlichen Täter, die in Untersuchungshaft sitzen, brachten ihre Fälschungen auch über Galerien in Umlauf. Neben den Marcoussis im Lehmbruck-Museum hat Direktor Raimund Stecker inzwischen einen Zettel hängen lassen, der auf den Fälschungsverdacht hinweist.

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