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Wiederaufbau in Gefahr

Berliner Senat hält an Stadtschloss-Plänen fest

Der Termin für den Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses wackelt. Wegen der angespannten Haushaltslage wird auf Bundesebene eine Verschiebung des Projekts erwägt. Der Senat hält am Wiederaufbau fest.

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Der neue Entwurf für das Stadtschloss - das ist die Perspektive von der Rückseite.
Foto: BBR
Der neue Entwurf für das Stadtschloss - Blick auf die Gebäudefront. Der Bau des Großprojektes verzögert sich.

Der Wiederaufbau des Berliner Schlosses könnte sich angesichts der Sparzwänge des Bundes verzögern. Ein späterer Start des 550 Millionen schweren Vorhabens sei eine der möglichen Überlegungen, bestätigten Koalitionskreise Medienberichte. Entsprechende Forderungen kämen aber eher aus dem parlamentarischen Bereich. So werde von Haushaltspolitikern des Bundestages verlangt, solche Projekte einmal zu überdenken.

Die „Rheinische Post“ hatte berichtet, dass die schwarz-gelbe Bundesregierung eine Verschiebung des Wiederaufbaus erwäge. Der geplante Wiederaufbau-Termin des historischen Gebäudes stehe angesichts des Sparzwangs im Haushalt infrage, schrieb das Blatt unter Berufung auf Regierungskreise.

Nach den Worten von Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) gibt es für eine Verschiebung des Schloss-Wiederaufbaus „keine Anhaltspunkte“. Der Aufbau des Stadtschlosses mit dem Humboldt-Forum basiere auf einem mit großer Mehrheit verabschiedeten Beschluss des Deutschen Bundestages. Der Bau sei auch in der Koalitionsvereinbarung verankert. „Der zuständige Bundesbauminister Peter Ramsauer hat mir versichert, dass er nach wie vor zu dem Beschluss steht“, sagte Neumann.

Wie Neumann hält auch der Berliner Senat am Wiederaufbau des historischen Gebäudes fest. „Das große Interesse Berlins am Humboldtforum ist ungebrochen“, sagte ein Sprecher von Kulturstaatssekretär André Schmitz. Die Berliner Grünen forderten dagegen, das Vorhaben auf Eis zu legen. „Das muss alles auf Anfang, man muss grundsätzlich neu nachdenken“, sagte Landeschef Stefan Gelbhaar.

Unter den Berliner ist der Wiederaufbau offenbar nicht allzu populär. In einer Forsa-Umfrage sprach sich die Mehrheit der Berliner gegen den Wiederaufbau des Stadtschlosses aus. In der Befragung im Auftrag der „Berliner Zeitung“ sprachen sich 80 Prozent der Bürger gegen das Projekt aus. Nur 18 Prozent der Bürger waren dafür, den Neubau wie geplant umzusetzen. Das Schloss sei in Ost und West gleich unbeliebt. Nur in der CDU scheint die Rekonstruktion der Barockfassade noch Anhänger zu haben, wie die Umfrage ergab. Dort fordern 35 Prozent der Befragten die Realisierung des vom Bundestag beschlossenen Neubaus. Für die repräsentative Umfrage waren 1005 Berliner befragt worden.

Bundesbauminister Peter Ramsauer (CSU) hatte bisher mit einem Beginn der Bauarbeiten für das Humboldt-Forum im kommenden Jahr. Im Jahr 2017 sollen sie abgeschlossen sein. 552 Millionen Euro darf das Schloss kosten. Mit Spenden in Höhe von 80 Millionen Euro will der Förderverein Berliner Schloss die Rekonstruktion der Barockfassaden mitfinanzieren. Zur möglichen Verschiebung des Stadtschlosses wollte er sich selbst nicht äußern. Dazu befragt verwies Ramsauer im auf die Zuständigkeit des Bundestags.

dpa/ap

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