"Wer wird Millionär?"
Hambüchens Handstand für 125.000 Euro
Beim Prominenten-Spezial von "Wer wird Millionär?" ließ sich Turner Hambüchen zu einer halsbrecherischen Wette hinreißen.
Von Marcel Mund
439.000 Euro wurden beim Prominentenspezial von "Wer wird Milliönär?" eingespielt. Mit dabei: Der Turner Fabian Hambüchen (2.v.l.), sein Vater Wolfgang Hambüchen (l), der Schauspieler Jürgen Vogel (3.v.r.), Köchin Sarah Wiener und Comedian Dieter Nuhr (r.).
Das TV-Sommerloch ist da. Alljährlich verabschieden sich die großen Frachter der deutschen Fernsehunterhaltung frühzeitig in die Sommerpause.
Erst vor wenigen Tagen verschwand "Wetten, dass..?" – wie üblich mit einer Mallorca-Ausgabe von der Mattscheibe. Bis Oktober.
Ein ähnliches Bild beim Jüngling unter den TV-Größen, Stefan Raab, der derzeit zwar seinen Sieg von Oslo noch auskostet, mit "Schlag den Raab" bis September aber schon längst in den Urlaub verschwunden ist. Fehlte bislang also nur noch "Wer wird Millionär".
Und was für das ZDF die Mallorca-Sondersendung ist, ist für den Kölner Privatsender das "Wer wird Millionär? Prominenten-Spezial", in diesem Fall schon zum 20. Mal.
Gäste des RTL-Urlaubsfrachters waren dieses Mal Comedian Dieter Nuhr, Schauspieler Jürgen Vogel, Köchin Sarah Wiener und Familie Hambüchen. Der Kunstturner war mit seinem Vater und seiner Mutter angereist. Durfte Mutter Hambüchen im Publikum erwartungsvoll Platz nehmen, spielten Vater und Sohn gegen Moderator Günther Jauch.
Eigentlich mag man meinen, dass ein Duo aus Jung und Alt ein perfektes Erfahrungsgemisch ergibt, und das ging auch lange Zeit gut so. Fabian Hambüchen war der Experte für die Lady-Gaga-Frage, sein Vater Wolfgang kannte sich hingegen in den weiten Welten vom altehrwürdigen Raumschiff Enterprise aus.
Doch dass die beiden sich eigentlich den Sohn als "Zocker" und den Vater als "Bremser" ausgeguckt hatten, um taktisch klug agieren zu können und kein Geld zu verspielen, entpuppte sich zwischenzeitlich dann doch als schwierig. Rollentausch war angesagt. Vater: "Gib dir 'nen Ruck, Fabian!" Sohn: "Dann ist aber viel Geld verloren."
Und dann war da natürlich noch Günther Jauch. Wenn er einen Ausnahmesportler wie Hambüchen bei sich sitzen hat, dann sind Sticheleien nicht fern. "Was ist ein 'Lübecker Hüttchen'"? lautete die Frage, die Jauch dazu veranlassen ließ, mit Hambüchen zu wetten.
Jauch setzte auf die Nugatpraline, die Hambüchens auf den Verkehrskegel – und wer richtig lag, durfte einen Handstand im Studio vollführen. Und so kletterte Fabian Hambüchen auf seinen Stuhl und absolvierte mit gewohnter Lässigkeit einen Handstand. 125.000 Euro brachte der sportliche Ehrgeiz Vater und Sohn am Ende ein.
Nicht mit sportlichem Ehrgeiz, dafür mit seinem gekonnt trockenen Humor versuchte Weltenbummler und Comedian Dieter Nuhr von sich zu überzeugen.
Nur die hartnäckige Frage, wie manche Biologen die irdischen Lebewesen unterteilen (Antwort: in sogenannte Superreiche), brachte ihn aus dem Konzept. Das Publikum und sein Telefonjocker halfen nichts. Bei 64.000 Euro war Schluss und Nuhr sagte ein wenig enttäuscht "dann gehe ich", um sofort nachzulegen: "Aber ich muss noch einmal wiederkommen!"
Bei der Köchin Sarah Wiener und Schauspieler Jürgen Vogel handelte es sich um zwei Kandidaten, die sich gut kennen. Beide heuerten in jungen Jahren zusammen als Küchenhilfen an. Und beide brachen, allerdings unabhängig voneinander, frühzeitig die Schule ab.
Dass gute Allgemeinbildung nicht immer unbedingt etwas mit einem guten Schulabschluss zu tun haben muss, bewiesen Wiener wie auch Vogel und erspielten jeweils 125.000 Euro.
Dabei dürfte Wieners das Wort "Hódmez?vásárhelykutasipuszta" wohl nicht mehr so schnell vergessen. Hätte sie gewusst, dass es sich dabei um den Ort aus dem Film: "Ich denke oft an Piroschka" handelt, hätte ihr das 500.000 Euro eingebracht. So blieb es bei den 125.000 Euro.
Es war das typische "Wer wird Millionär? Prominenten-Spezial". Kandidaten, die verzweifelt nach heimlicher und doch gleichzeitig offensichtlicher Hilfe im Publikum und bei den übrigen Kandidaten suchten.
Dazu ein Moderator Jauch, der spitzfindig versuchte, die Kandidaten auf den richtigen Weg zu lenken. Alles ein wenig lockerer als sonst, alles ein wenig abseits des üblichen Regelwerks. Es dient ja dem guten Zweck.
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