Sensationsfund
Foto mit 30-jährigem Arthur Rimbaud entdeckt
Donnerstag, 27. Mai 2010 17:44 - Von Matthias HeineFranzösische Buchhändler haben ein Foto gefunden, das Arthur Rimbaud (1854-1891) im Alter von ungefähr 30 Jahren im Jemen zeigt.

Arthur Rimbaud gilt nicht nur als das größte Ereignis in der Poesie des 19. Jahrhunderts – ein Genie, das mit wenigen im Teenageralter verfassten Gedichten der ganzen Weltliteratur den Weg in die Zukunft wies –, sondern er hat der Nachwelt auch eines der faszinierendsten biografischen Rätsel der Neuzeit hinterlassen.
Im Alter von 21 Jahren gab Rimbaud 1875 das Schreiben auf und lebte fortan als Geschäftsmann in verschiedenen Ländern Europas und im Orient. 1891 starb er mit erst 37 Jahren an Knochenkrebs. Generationen von Literaturwissenschaftlern haben daran gearbeitet, ein bisschen mehr Licht in jene späten Jahre zu bringen.
Umso sensationeller ist der Fund, den die Buchhändler Jacques Desse und Alban Caussé in Paris vorstellten: Ein Foto, das Rimbaud mit ungefähr 30 Jahren auf der Terrasse des „Hôtel de l’Univers“ in Aden (Jemen) zeigt. Die beiden Männer fanden das Foto zusammen mit 30 anderen, die etwa 1880 in Aden entstanden, angeblich bei einem Trödler.
Jacques Desse sagt dazu: „Der Ort, bei dem wir das Bild gefunden haben, und sein Preis spielen keine Rolle.“ Doch möglicherweise handelt es sich um jene 30 Bilder aus dem Besitz des Kunstsammlers Pierre Leroy, die im Juni 2007 beim Londoner Auktionshaus Sotheby’s versteigert wurden. Oder es sind Fotos, die vom gleichen nicht identifizierten Fotografen stammen. Bereits 2007 wurden die Fotos von Sotheby’s mit dem Hinweis angeboten, es handele sich um Bilder von Orten, die Rimbaud besucht habe.
Der ursprüngliche Eigentümer der Fotos und des „Hôtels de l’Univers“ war der Elsässer Jules Suel, der Schwager jenes Oberst Dubar, der Rimbaud bei seiner Ankunft in Aden eine Anstellung im Handelskontor von Alfred Bardey verschafft hat. Suel finanzierte auch die Waffengeschäfte, mit denen Rimbaud in jener Zeit Geld machen wollte.
Der Entdecker der Bilder, Jacques Desse, sagt über ihre Bedeutung: „Sie sind das fehlende Glied zwischen dem berühmten Foto des 17 Jahre alten Dichters, das Etienne Carjat aufnahm, und vier Selbstporträts, die unter sehr schlechten Bedingungen kurz vor seinen Tode entstanden.“ Die Pariser Zeitung „Liberation“ schreibt, das neue Foto sei das einzige Bild von guter Qualität, das Rimbaud als Erwachsenen zeige.
Um festzustellen, ob das Bild wirklich authentisch ist, baten seine Finder Jean-Jacques Lefrère um ein Gutachten. Der Rimbaud-Spezialist ist Autor eines neuen Buches über die letzten Lebensjahre des Dichters. Lefrère verglich das Foto mit anderen, sicher authentischen Aufnahmen, recherchierte in Briefen und ließ während seiner zweijährigen Arbeit sogar das Jugendfoto von Carjat am Computer altern. Danach war er sich sicher, dass die Aufnahme tatsächlich Rimbaud zeigt.
Erschienen am 15.04.2010







Stellenmarkt
Wohnungen
Branchenbuch
Kleinanzeigen
Veranstaltungen
Kinoprogramm










Versicherungen
Gesundheitstests
Hotelsuche
Abo
Stadtplan
epaper
Archivsuche
Zeitung Heute
RSS
Newsticker
Video
TV-Programm
Wetter
Gehaltsrechner
Börse
Kredit und Zinsen
Europa
Krankenkassen
Hilfe
Handelsregister
Leserbrief
Kontakt
Mobilportal
iPhone-/iPad-Apps
Heizölvergleich