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Sensationsfund

Foto mit 30-jährigem Arthur Rimbaud entdeckt

Französische Buchhändler haben ein Foto gefunden, das Arthur Rimbaud (1854-1891) im Alter von ungefähr 30 Jahren im Jemen zeigt.

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Foto: AFP
Das Foto zeigt Arthur Rimbaud ca. 1880. Es ist das einzige Erwachsenenbild, auf dem sein Gesicht gut zu erkennen ist

Arthur Rimbaud gilt nicht nur als das größte Ereignis in der Poesie des 19. Jahrhunderts – ein Genie, das mit wenigen im Teenageralter verfassten Gedichten der ganzen Weltliteratur den Weg in die Zukunft wies –, sondern er hat der Nachwelt auch eines der faszinierendsten biografischen Rätsel der Neuzeit hinterlassen.

Im Alter von 21 Jahren gab Rimbaud 1875 das Schreiben auf und lebte fortan als Geschäftsmann in verschiedenen Ländern Europas und im Orient. 1891 starb er mit erst 37 Jahren an Knochenkrebs. Generationen von Literaturwissenschaftlern haben daran gearbeitet, ein bisschen mehr Licht in jene späten Jahre zu bringen.

Denn Rimbaud selbst war bestrebt, alle seine Spuren zu verwischen und der Mitwelt – inklusive seines Dichterkollegen Paul Verlaine, mit dem er eine zweijährige Liebesaffäre hatte – zu suggerieren, er sei komplett verschwunden oder gar tot.

Umso sensationeller ist der Fund, den die Buchhändler Jacques Desse und Alban Caussé in Paris vorstellten: Ein Foto, das Rimbaud mit ungefähr 30 Jahren auf der Terrasse des „Hôtel de l’Univers“ in Aden (Jemen) zeigt. Die beiden Männer fanden das Foto zusammen mit 30 anderen, die etwa 1880 in Aden entstanden, angeblich bei einem Trödler.

Jacques Desse sagt dazu: „Der Ort, bei dem wir das Bild gefunden haben, und sein Preis spielen keine Rolle.“ Doch möglicherweise handelt es sich um jene 30 Bilder aus dem Besitz des Kunstsammlers Pierre Leroy, die im Juni 2007 beim Londoner Auktionshaus Sotheby’s versteigert wurden. Oder es sind Fotos, die vom gleichen nicht identifizierten Fotografen stammen. Bereits 2007 wurden die Fotos von Sotheby’s mit dem Hinweis angeboten, es handele sich um Bilder von Orten, die Rimbaud besucht habe.

Der ursprüngliche Eigentümer der Fotos und des „Hôtels de l’Univers“ war der Elsässer Jules Suel, der Schwager jenes Oberst Dubar, der Rimbaud bei seiner Ankunft in Aden eine Anstellung im Handelskontor von Alfred Bardey verschafft hat. Suel finanzierte auch die Waffengeschäfte, mit denen Rimbaud in jener Zeit Geld machen wollte.

Der Entdecker der Bilder, Jacques Desse, sagt über ihre Bedeutung: „Sie sind das fehlende Glied zwischen dem berühmten Foto des 17 Jahre alten Dichters, das Etienne Carjat aufnahm, und vier Selbstporträts, die unter sehr schlechten Bedingungen kurz vor seinen Tode entstanden.“ Die Pariser Zeitung „Liberation“ schreibt, das neue Foto sei das einzige Bild von guter Qualität, das Rimbaud als Erwachsenen zeige.

Um festzustellen, ob das Bild wirklich authentisch ist, baten seine Finder Jean-Jacques Lefrère um ein Gutachten. Der Rimbaud-Spezialist ist Autor eines neuen Buches über die letzten Lebensjahre des Dichters. Lefrère verglich das Foto mit anderen, sicher authentischen Aufnahmen, recherchierte in Briefen und ließ während seiner zweijährigen Arbeit sogar das Jugendfoto von Carjat am Computer altern. Danach war er sich sicher, dass die Aufnahme tatsächlich Rimbaud zeigt.



Erschienen am 15.04.2010

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