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09.11.09

"Alma Mater"

Papst veröffentlicht CD bei Nirvana-Label

Ein Mix aus Klassik, Gregorianik und Gebeten: Papst Benedikt XVI. hat eine Musik-CD aufgenommen. "Alma Mater" wird pünktlich zum Advent bei der Universal-Tochter Geffen Records erscheinen. Die Plattenfirma war bislang eher durch Bands wie Guns N' Roses und Nirvana aufgefallen.

© dpa/DPA
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Papst Benedikt XVI. steht vor dem Sprung in die Charts: Mit großem Aufwand wurde in London und dem Vatikan eine Musik-CD mit der Stimme des Kirchenoberhaupts produziert. Mit der feierlichen Vorstellung des Albums am Dienstagabend (10. November) in Rom läuft die PR-Maschinerie an.

Die CD "Alma Mater", die pünktlich zum Advent und damit zum Weihnachtsgeschäft in den Handel kommt, vereint vom Papst gesprochene und gesungene Mariengebete mit gregorianischen Gesängen, klassischer sowie Weltmusik.

Ein Musikstudio hat der Papst für die CD nie betreten – die Tonaufnahmen der Gebete stammen von seinen Reisen und wurden den Machern des Albums von Radio Vatikan zur Verfügung gestellt. Die Choräle wurden von rund 25 Sängern der Philharmonischen Akademie im Petersdom im Vatikan aufgenommen, die eigens komponierte Musik spielte das Londoner Royal Philharmonic Orchestra in den berühmten Abbey Road Studios ein.

Erstmals vorgestellt wird die CD am Dienstag Journalisten aus aller Welt auf dem Kapitolshügel im Herzen Roms. Zur Pressekonferenz im Senatorenpalast werden unter anderen Kurienkardinal Angelo Comastri, Vatikan-Sprecher Federico Lombardi, der Bürgermeister von Rom, Giovanni Alemanno, und die beteiligten Komponisten erwartet. Anschließend präsentieren in der Basilika Santa Maria in Aracoeli Sänger der Philharmonischen Akademie Rom unter der Leitung von Monsignore Pablo Colino zum ersten Mal eine etwa 20-minütige Hörprobe aus dem Album.

Weitere große Events sollen in den nächsten Wochen folgen. So wird beispielsweise am 2. Dezember der Vatikan-Chor zusammen mit dem Royal Philharmonic Orchestra in der Westminster Cathedral einige Stücke der CD vorstellen, eine Aufzeichnung des Konzerts soll wenig später auf einem britischen Klassik-Sender zu hören sein.

Die CD mit acht Kompositionen kommt in Deutschland am 27. November in den Handel. Sie wird von der Universal-Tochter Geffen Records veröffentlicht, die bislang eher durch Rockbands wie Guns N' Roses und Nirvana von sich Reden machte und mit "Alma Mater" erstmals moderne klassische Musik auf den Markt bringt.

Der Papst spricht auf der etwa 50-minütigen CD Englisch, Französisch, Deutsch, Italienisch, Portugiesisch und Latein. Auf Deutsch ist in "Advocata Nostra" das Gebet zu hören, dass Benedikt XVI. zu Beginn seines umjubelten Bayern-Besuchs 2006 an der Münchner Mariensäule vorgetragen hatte: "Heilige Mutter des Herrn, hilf uns, die Kraft des Versöhnens und das Vergeben zu finden." Bei einer der acht Kompositionen ist auch Gesang des Papstes zu hören: Benedikt XVI. singt auf Latein das bekannte Mariengebet "Regina Coeli" ("Freu dich, du Himmelskönigin").

Die Kompositionen stammen von drei Komponisten mit sehr unterschiedlichem kulturellen Hintergrund: Der Italiener Stefano Mainetti ist katholisch, der Brite Simon Boswell konfessionslos, Nour Eddine wurde in Marokko geboren und ist Muslim. Während Mainetti und Boswell vor allem Filmmusik komponieren, kommt Eddine aus der Weltmusik.

"Dieses Projekt war anders als meine bisherigen Arbeiten", erläutert Mainetti. Er sei gewohnt, zu Drehbüchern zu komponieren, in diesem Fall seien die vom Chor gesungenen Gregorianischen Gesänge und die Worte des Papstes das "Drehbuch" gewesen. "Eine inspirierende Erfahrung", sagt der Komponist. Mainetti war auch schon vor zehn Jahren an der einzigen Musik-CD von Papst Johannes Paul II. mit dem Titel "Abba Pater" beteiligt, die auf einem ähnlichen Prinzip beruhte.

Geffen-Präsident Colin Barlow zeigt sich begeistert von der Stimme des Papstes: Sie sei sehr "beruhigend", wie ein Wiegenlied, und harmoniere hervorragend mit dem Orchester und dem Chor. Und Chorleiter Colino schwärmt von der "wunderbaren" Musikalität von Benedikt XVI.: "Ich habe sechs Päpste kennengelernt", erläutert der 75 Jahre alte Masetro. "Keiner von ihnen sang so gut und wusste so viel über Musik wie er."

Wie bei Superstars wie U2 oder den Rolling Stones kommt das Album in vier Versionen auf den Markt: eine "Standard Edition", eine "CD/DVD Edition" mit einer 22-minütigen Dokumentation, eine Deluxe Gift Edition (CD, DVD und Buch) sowie ein nummeriertes "Collectors Edition Box Set" (mit CD, DVD, Schallplatte, Buch und mehreren Extras).

Quelle: ddp/fp
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