Neues Museum
Nofretete kehrt in ihr altes Berliner Zuhause zurück
Dienstag, 6. Oktober 2009 00:07Die schönste Berlinerin ist noch einmal umgezogen. Nofretete kehrte nach fast 70 Jahren an ihren ursprünglichen Ausstellungsort im Neuen Museum zurück. Unter starken Sicherheitsvorkehrungen wurde die ägyptische Schönheit transportiert und steht nun in einer meterhohen Glasvitrine im grünen Nordkuppelsaal.

Unter Ausschluss der Öffentlichkeit ist Nofretete am Sonntag in der Nacht heimgekehrt. Vom Alten Museum, wo sie zuletzt ausgestellt war, reiste die weltberühmte Büste nach fast 70 Jahren unter starken Sicherheitsvorkehrungen wieder an ihren ursprünglichen Ausstellungsort ins Neue Museum. 1943 war sie mit allen Objekten des Ägyptischen Museums ausgelagert worden. In einem extra angefertigten Edelstahlgerüst wurde sie nun in einer Klimakiste fixiert und von vier Trägern – ganz standesgemäß für eine Pharaonin – ins neue Domizil getragen. Am Montagmorgen wurde die rund 3300 Jahre alte Büste dann in einer meterhohen Glasvitrine im grünen Nordkuppelsaal des Neuen Museums aufgestellt.
Mit der Wiedereröffnung des Neuen Museums kehren die ägyptischen Sammlungen sowie das Museum für Vor- und Frühgeschichte an ihren historischen Ort auf der Museumsinsel zurück. Das im Krieg schwer beschädigte und zu DDR-Zeiten leerstehende Gebäude war vom britischen Architekten David Chipperfield für 200 Millionen Euro wieder hergestellt worden.
Nach Nofretetes Rückkehr stand sie von 1967 mehrere Jahrzehnte im Ägyptischen Museum am Charlottenburger Schloss. Von Februar bis August 2005 wurde sie dann im Kulturforum am Potsdamer Platz ausgestellt, danach im Alten Museum.
Die Büste wurde Anfang des 20. Jahrhunderts in Achet-Aton bei der heutigen Stadt Amarna ausgegraben. Bei der Teilung der Funde wurde sie im Jahr 1913 zusammen mit weiteren Modellen der Werkstatt des Bildhauers Thutmosis vom Inspektor des Antikendienstes für Mittelägypten, Gustave Levebre, dem deutschen Grabungsteam zugesprochen. Der Berliner Kaufmann James Simon hatte die Grabung finanziert, deshalb gingen auch alle Objekte aus der Fundteilung in seinen Besitz über. Simon übergab die Funde als Dauerleihgaben an das Ägyptische Museum Berlin. Ägypten hatte immer wieder die Rückgabe der Nofretete gefordert.dpa/sei/apä
Erschienen am 05.10.2009







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