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Finanzen

Ultimatum für Berliner Kudamm-Bühnen läuft aus

"Ein Tanz auf der Rasierklinge" sei das Ganze, sagt Martin Woelffer. Dabei ist der Chef der beiden von Schließung bedrohten Boulevardbühnen am Kurfürstendamm längst Krisen-erfahren. Immerhin galt es drei Investoren in fünf Jahren auszuhalten - doch der Verhandlungspoker geht weiter.

Die Kudamm-Theater bleiben ein Zankapfel zwischen Bezirk und Investor
Foto: pa/ZB
Die Kudamm-Theater bleiben ein Zankapfel zwischen Bezirk und Investor

Die Ballymore Group hat ein Ultimatum bis Ende September gestellt. Offenbar kommt der 500-Millionen-Investor mit seinen Verhandlungen über die Neugestaltung des Kudamm-Karrees mit dem Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf nicht weiter. Keiner der Beteiligten sagt oder weiß genau, worum es tatsächlich alles geht. Zumindest leuchtet ein, dass die Kudamm-Theater jeder optimalen Rendite im Wege stehen. Kultur kontra Rendite?

Theaterdirektor Martin Woelffer
Foto: pa/ZB
Theaterdirektor Martin Woelffer
Seit Jahren gibt es deshalb in Berlin eine beachtliche Lobby für den Erhalt des Theaters und der Komödie am Kurfürstendamm in ihrer jetzigen Gestalt. Ein Wunschtraum, denn jenseits des künstlerischen Erfolgs ist das Privattheater - ohne regelmäßige Subventionen, auch wenn es jetzt einmalig 330 000 Euro gibt - ein Verlustgeschäft, für alle Beteiligten. Martin Woelffer könnte die beiden Theater finanziell nicht mit eigener Kraft über Wasser halten. "Schon jetzt ist es schwer genug zu überleben", gibt der Intendant zu. Die 40.000 Euro Miete inklusive der Nebenkosten hat ihm der Investor erlassen. Und dass bereits seit Mai 2008. "Ballymoor hat sich bisher immer sehr fair verhalten", sagt Woelffer. Was soll er auch anderes sagen? Denn im Gegenzug hat sich der Impresario bereits auf einen Deal eingelassen, wonach am Ende der Neugestaltung im Obergeschoss ein modernes Theater mit 650 Plätzen, großem Foyer, neuester Technik, eigenem Aufgang zum Kurfürstendamm und vor allem zu günstigen Mietkonditionen vorhanden sein wird.

Aber im Hintergrund läuft der Verhandlungspoker im Bezirk weiter. Mittlerweile hat der Investor zugestimmt, die Komödie originalgetreu ins Obergeschoss zu versetzen. Das soll die Kosten von derzeit 45 Millionen für ein neues Theater auf rund 55 Millionen Euro für eine Rekonstruktion erhöhen. Aber bei der Forderung, ein zweites Theater im Paket errichten zu müssen, winkt Ballymore ab. Woelffer versteht das, wenn auch nur schweren Herzens: "Die Kosten für einen Theaterbau können sich durch die Miete, die ein Theater bezahlen kann, niemals auch nur im Entferntesten amortisieren."

Am kommenden Montag finden die nächsten Verhandlungen statt. Es soll der Tag der Entscheidung werden, heißt es. Bis dahin wird die Show - auf der Bühne und bei den Verhandlungen - weiter gehen.

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