Konzert in der O2 World
Mandoki plauderte mit seinen Berliner Freunden
Samstag, 29. August 2009 22:32 - Von Peter E. MüllerDer Mann hat viele Freunde. Aus der Politik, aus der Wirtschaft, vor allem aber aus der großen, weiten Welt der Musik. Das Faszinierende an Produzent, Komponist und Schlagwerker Leslie Mandoki ist die Anziehungskraft, mit der er die Menschen, die in seine Nähe geraten, für sich einzunehmen versteht.

Beim Konzert, wie jetzt am Freitagabend in der zum 1000-Besucher-Music-Club verkleinerten O2 World, spricht Mandoki charmant und kumpelhaft gern und viel. Er redet sein Publikum konsequent mit „meine Freunde“ an. Auch auf der Bühne stehen nur Freunde. Und die haben es in sich.
Der einst aus Ungarn geflohene, in den Siebzigern mit der Singegruppe Dschingis Khan populär gewordene Erfolgsproduzent vom Starnberger See hat mit seinen handverlesenen Soulmates ein neues Album im eigenen Studio in Tutzing aufgenommen. „Aquarelle“ heißt es und erlebte nun in der Reihe „105’5 Spreeradio Privatkonzert“ seine Live-Premiere in Berlin. Und da steht jede Menge Rock- und Jazzgeschichte auf der Bühne. Weltklasse-Musiker wie Jazz-Gitarrist Al Di Meola und Ex-Toto-Gitarrist Steve Lukather, Trompeter Randy Brecker, Ex-Supertramp-Saxophonist John Anthony Helliwell, Miles-Davis-Saxofonist Bill Evans, Cutting-Crew-Gründer Nick van Eede oder Ex-Manfred-Mann-Sänger Chris Thompson fügen sich ein in dieses 18 Musiker starke Sessionorchester, das die eingängigen Songs von Mandoki auf routinierte Weise veredelt.
Was diesen Abend aber einzigartig werden lässt, ist die musikalische Noblesse und Perfektion, mit der sich die Musiker der Fusion-Stücke des sein Schlagzeug vorzugsweise mit bloßen Händen spielenden Mandoki annehmen. Immer wieder wühlen eingestreute Soloexkursionen auf. Da wirbelt Al Di Meola irrsinnig flink über die Saiten, da lässt Steve Lukather die E-Gitarre aufheulen oder da zitiert Randy Brecker an Trompete und Flügelhorn New Yorker Großstadtschwüle. „Am I Strong Enough“ spielt Mandoki zusammen mit seinem 17-jährigen Sohn Gabor. Und das anfangs noch etwas skeptische Publikum taut langsam auf.
Die mitunter recht biederen Lieder, mit denen Mandoki die krisengeschüttelte Welt ein bisschen erträglicher machen will, gewinnen durch die instrumentalen Höhenflüge eine immense Aufwertung. Zwischendurch singt Nick Van Eede mit „I Just Died In Your Arms Tonight“ seinen größten Hit, Chris Thompson kann sich mit seinem Manfred-Mann-Erfolg „Blinded By The Light“ in Erinnerung rufen und John Helliwell stößt seine bekanntesten Supertramp-Linien wie für „It’s Raining Again“ ins Saxophon. Doch über weite Strecken bleiben diese musikalischen Seelenverwandten ganz auf Mandoki-Linie und veredeln die Stücke des neuen Albums.
Es ist schon halb Elf, als ein weiterer Bühnengast auf die Bühne steigt, den Leslie Mandoki mit „mein lieber Freund und Nachbar“ ankündigt. Es ist Peter Maffay persönlich, der unter großem Applaus zwei Songs mit der großartigen Band auf Englisch singt, darunter auch die Ballade „Aquarelle“, die dem neuen Projekt den Namen gab. Nach dem dreistündigen Wechselbad aus Pop, Rock und Jazz sind die Besucher erschöpft und mehrheitlich zufrieden. Einige haben die Halle freilich schon früher verlassen – und den Zugabenteil mit einem gemeisam gesungenen „Imagine“ verpasst.







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