22.02.13

Google-Doodle

Der Sprücheklopfer unter den Philosophen

Google widmet dem deutschen Philosophen und Freigeist Arthur Schopenhauer zum 225. Geburtstag ein Doodle.

Foto: Google
Google Doodle zum 225. Geburtstag von Arthur Schopenhauer
Google Doodle zum 225. Geburtstag von Arthur Schopenhauer

Arthur Schopenhauer muss der Karl Lagerfeld seiner Zeit gewesen sein. Man weiß zwar nicht, ob der Philosoph aus dem 19. Jahrhundert so schnell und undeutlich gesprochen hat, wie der Hamburger Modezar. Aber Schopenhauer muss wohl ein ebenso grandioser Zitategenerator gewesen sein wie Lagerfeld.

In jeder Situation, für jeden Anlass hatte Schopenhauer ein passendes Sprüchlein auf Lager. Etwa: "Jede Nation spottet über die andere, und alle haben Recht". Oder: "Das Schicksal mischt die Karten, und wir spielen". Und als leidenschaftlicher Besucher von Wirtshäusern wusste er auch: "Das Gehirn denkt, wie der Magen verdaut". All diese Bonmots finden sich in den "Aphorismen zur Lebensweisheit", seinem bis heute bestverkauftem Buch.

Lebenslanger Groll gegen Hegel, den Hanswurstianer

Nur wenige hatten bis heute eine solch große Wirkmächtigkeit auf die deutsche Geistesgeschichte, auf das Denken in diesem Land, wie Arthur Schopenhauer. Vielleicht noch Goethe, Kant, Hegel, Friedrich Nietzsche, Thomas Mann, Bertold Brecht und Hermann Hesse. Und dass, obwohl Schopenhauer weit davon entfernt war, ein systematischer, akademischer Wissenschaftler oder Denker zu sein. Er hat sich sogar dagegen gesträubt, wie man an folgender Anekdote besonders gut nachvollziehen kann.

Schopenhauer war Zeit seines Lebens ein großer Gegner des deutschen Überphilosophen Georg Wilhelm Friedrich Hegel, den er als "eine philosophische Hanswurstiade" bezeichnete. Als Schopenhauer an der Berliner Universität seine Kurse halten sollte, legte er sie zeitgleich mit denen von Philosophie-Star Hegel an, um ihm die Zuhörer abspenstig zu machen. Das hat natürlich nicht geklappt. Die Menschen strömten weiter in Hegels Vorlesungen, Schopenhauer blieb unbeachtet.

Immer ein Outlaw, ein Randständiger geblieben

Geboren wurde Arthur Schopenhauer 1788 in Danzig. Der Vater ein wohlhabender Händler, die Mutter unterhielt einen literarischen Salon, in den sogar Goethe von Zeit zu Zeit kam. Nach einer Kaufmannslehre im Familienunternehmen bereiste Schopenhauer Europa und widmete sich danach dem Schreiben und Philosophieren. Obwohl Schopenhauer aus geordneten Verhältnissen kam, blieb er immer Outlaw, Randständiger. Er war Misanthrop und verbrachte mehr Zeit mit seinem Pudel – den Google mit seinen Doodle im Übrigen ebenfalls ehrt –als mit seinen Mitmenschen.

Er hat sich nie dem Mainstream gebeugt und "sein eigenes Ding gemacht", wie man heute sagen würde. Bis auf sein lange verschmähtes Erstlingswerk "Die Welt als Wille und Vorstellung", dachte Schopenhauer außer- bis antiakademisch. Der Ruhm und die Anerkennung kam erst spät in sein Leben. Und doch hat er seinen festen Platz in der Geistesgeschichte inne.1860 starb Schopenhauer in Frankfurt am Main.

Quelle: oje
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