17.02.13

Umfrage

Mehrheit ist gegen Stefan Raab beim Kanzlerduell

Einer Umfrage zufolge wollen die meisten Deutschen nicht, dass Stefan Raab Teil der Moderatorenriege beim Kanzlerduell vor der Bundestagswahl wird. Besonders Anhänger einer Partei sind dagegen.

Foto: picture alliance / dpa

Stefan Raab bei einem Fototermin für seinen Polit-Talk "Absolute Mehrheit - Meinung muss sich wieder lohnen"
Stefan Raab bei einem Fototermin für seinen Polit-Talk "Absolute Mehrheit - Meinung muss sich wieder lohnen"

Die meisten Deutschen (61 Prozent) wollen einer Umfrage zufolge nicht, dass der Moderator und Entertainer Stefan Raab das TV-Duell zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und SPD-Herausforderer Peer Steinbrück mitmoderiert. Das ergab eine repräsentative Emnid-Befragung für "Bild am Sonntag".

Demnach wollen nur 34 Prozent Raab bei dem Fernsehduell vor der Bundestagswahl am 22. September dabei haben. Auch bei den Jüngeren (14 bis 29 Jahre) gebe es eine knappe Mehrheit gegen Raab (51 zu 48 Prozent). Größte Raab-Gegner sind den Angaben zufolge Sympathisanten der Grünen: Sie lehnten Raab zu 77 Prozent ab. Emnid befragte laut Zeitung am 14. Februar bundesweit 503 Personen.

Sorgen um die Seriosität müsse sich niemand machen

Seit Freitag ist klar, dass Raab wohl Teil der Moderatorenriege sein wird. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ließ am Freitag ausrichten, dass sie sich nicht in die Entscheidung um die Moderation der Sendung einmischen will. Die Kanzlerin spreche sich weder für noch gegen einen bestimmten Moderator aus, betonte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin. Die Journalisten, die die Fragen stellen, würden selbstverständlich von den Fernsehsendern benannt.

Für SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück, der Raab ursprünglich abgelehnt hatte, gibt es damit kein Zurück mehr – er machte seine Zustimmung nämlich vom Ja der Kanzlerin abhängig. "Wenn Angela Merkel (...) auch mit Stefan Raab einverstanden ist, wird es so geschehen", hatte er der "Bild"-Zeitung gesagt. Auch er verwies jetzt auf das Vorschlagsrecht der Sender.

Raab selber lässt ebenfalls keinen Zweifel daran, dass er kurz vor der Bundestagswahl als Fragesteller am TV-Duell teilnehmen möchte: "Ich bin mir mit ProSiebenSat.1 einig, dass wir dieses Experiment wagen wollen", sagte er der "Berliner Zeitung".

Sorgen um die Seriosität müsse sich niemand machen, betonte Raab in einem Interview mit dem Branchendienst dwdl.de. "Ich habe mir gestern bei YouTube nochmal Teile des letzten Kanzlerduells angeschaut. Schon in den ersten zehn Minuten gab es den Versuch eines Pointenfeuerwerks seitens der Moderatoren", sagte Raab. "Wenn, dann kehrt mit mir die Seriosität zurück!"

Termin steht offenbar noch nicht fest

Bei der Bundestagswahl 2009 gab es ein gemeinsames TV-Duell von ARD, ZDF, RTL und Sat.1, wo jeder der vier Sender einen Journalisten benannte. Ob das in diesem Jahr genauso sein wird, ist noch nicht geklärt. Steinbrück wirbt für zwei Duelle: eines im Privatfernsehen und eines bei den Öffentlich-Rechtlichen. Merkel-Sprecher Seibert betonte hingegen wiederholt, es gebe keinen Grund, von der bewährten Tradition abzuweichen, alle großen Themen in einer einzigen Sendung zu debattieren.

Auch der Termin für ein TV-Duell scheint noch nicht in trockenen Tüchern zu sein: Während die "Bild"-Zeitung berichtet, der 8. September stehe bereits fest, versicherte Seibert, der Zeitpunkt müsse noch geklärt werden.

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