12.02.13

Kult-Rocker David Bowies Leben in Berlin wird verfilmt


David Bowie verbrachte eine wilde Zeit in der Hauptstadt. Diese Erlebnisse will eine Berliner Produktionsfirma auf die Leinwand bringen

Foto: Victoria&Albert Museum / Design by Brian Duffy and Celia Philo

Von Patrick Goldstein

Im Januar hat David Bowie mit einem Video sein Comeback angekündigt. Nun will eine Produktionsfirma Bowies wilde Berlin-Nächte verfilmen.

Der Plan kommt zur rechten Zeit. Im Januar hat David Bowie nach neun Jahren mit einem Berlin-Video sein Comeback angekündigt. Nun will eine Produktionsfirma aus Mitte die wilden Tage und Nächte des Briten in der Mauerstadt verfilmen. Wie Bowie mit Freund und Mitmusiker Iggy Pop nach schaurigen Drogenexzessen ab 1976 erst in Berlin wieder die Lust am Leben entdeckte, soll der Spielfilm "Lust For Life" zeigen.

"Ein verrücktes Paar" wäre ebenfalls ein treffender Titel. Damals bewohnten die zwei Rock-Ikonen eine riesige Altbauwohnung an der Schöneberger Hauptstraße, lange bevor die Gegend zum angesagten Kiez der Kreativen und der exotischen Restaurants wurde.

Durchtanzte Nächte - Bowies wilde Berlin-Phase

Für die Flucht aus den USA war es für den als David Jones geborenen Bowie und seinen schmalen Kumpel Iggy, alias James Osterberg, höchste Zeit gewesen. In Los Angeles hatte der Brite mit der 20er-Jahre-Frisur zu lange sein Vermögen wortwörtlich verpulvert und in Berge von Kokain investiert. Iggy Pop arbeitete derweil mit vollem Körpereinsatz an seinem heutigen Ruf als "Vater des Punk". Jede Substanz, die versprach, irgendwie benommen oder rasend zu machen, nahm er begeistert zu sich.

Über der geschäftigen Autowerkstatt an der Hauptstraße kamen beide wieder zu sich. Bowies Berlin-Phase, die zu den wichtigsten Ereignissen der Rockgeschichte zählt, brachte neben seinen drei Alben auch zwei Iggy-Alben hervor: "The Idiot" und zuvor "Lust For Life" nach dem Film von Vincente Minnelli über Ohrenabschneider Vincent van Gogh.

Berliner Produktionsfirma will Bowies Berlin-Trip verfilmen

Die Berliner Produktionsfirma Egoli Tossell entwickelt nun das Projekt mit einem britischen Partner. Autor Robin French wird Biografien über Pop und Bowie heranziehen. Als seine Eröffnungsszene böte sich ein Blick auf das kleine Geschäft an, das es am Kleistpark, nur wenige Schritte vom einstigen Domizil der beiden entfernt, gibt: Gewiss ganz ohne Bezug zu Iggys wahrem Nachnamen, heißt das putzige Lädchen "Blumen Osterberg".

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