06.02.13

Udo Reiter Ex-MDR-Chef – Nach der Wende kam "Gesindel"


Der ehemalige MDR-Intendant Udo Reiter hat an die Jahre nach der Wiedervereinigung nicht nur gute Erinnerungen

Foto: Peter Endig / dpa

Der ehemalige MDR-Intendant Udo Reiter hat an die Jahre nach der Wiedervereinigung nicht nur gute Erinnerungen Foto: Peter Endig / dpa

Harte Worte vom ehemaligen Intendanten des MDR: In einem Interview bezeichnet Udo Reiter einige westdeutsche Aufbauhelfer in Ostdeutschland als „Gesindel“. Er habe sich „für das Pack“ oft geschämt.

Der ehemalige MDR-Intendant Udo Reiter (68) hat an die anderen Aufbauhelfer in Ostdeutschland nach der Wiedervereinigung nicht nur gute Erinnerungen. "Da ist zum Teil richtiges Gesindel rübergekommen! Leute, die drüben nichts geworden waren – und die dann hier die Menschen beschissen haben, nach Strich und Faden", sagte Reiter im Interview mit der Wochenzeitung "Die Zeit".

Er gestand: "Ich habe mich oft geschämt für das Pack. Aber am Ende zählt für die Ostdeutschen: Wir haben gezeigt, dass wir es können."

Reiter war von 1991 an der erste Intendant des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) und baute den Sender mit auf. 2011 ging er in Ruhestand. Vor seiner Zeit beim MDR hatte er als Hörfunkdirektor beim Bayerischen Rundfunk gearbeitet.

Unkonventioneller Sender-Aufbau

Zuletzt hatte Reiter auch eigene Fehler eingestanden. In einem Interview der "Bild" sagte er: "Es gibt sicher auch Anlass zur Selbstkritik. Mein Hauptfehler war, dass ich die Phase des unkonventionellen Sender-Aufbaus nicht rechtzeitig beendet habe. Wir hatten am Anfang wenig Zeit und Platz für bürokratische Korrektheit – wir mussten ständig improvisieren."

Mitte Februar erscheint Reiters Autobiografie "Gestatten, dass ich sitzen bleibe".

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