03.02.13

Fernsehen "Tatort" am Bodensee erzählt eine haarsträubende Geschichte


Im Bodensee-„Tatort“ ermitteln die Kommissare Klara Blum (Eva Mattes) und Kai Perlmann (Sebastian Bezzel)

Foto: Patrick Seeger / dpa

Im Bodensee-„Tatort“ ermitteln die Kommissare Klara Blum (Eva Mattes) und Kai Perlmann (Sebastian Bezzel) Foto: Patrick Seeger / dpa

Von Arne Willander

Kommissarin Klara Blum ermittelt in „Die schöne Mona ist tot“. Doch lange vor der absehbaren Wendung ist dieser „Tatort“ ebenfalls tot.

Viele Männer des Bodensee-Dorfes Wolfsheim wollten, dass die schöne Mona ihre Tanzkarte annimmt – doch nun ist sie offenbar tot, in ihrem kleinen Auto von einem großen Jeep gejagt und über eine Klippe gestürzt.

Allerdings ist in dem Wrack keine Leiche zu finden, sie muss wohl im See versenkt worden sein. Jetzt kommen die Taucher.

Ihre letzten Stunden verbrachte die feierwütige Blondine mit dem betrunkenen Fritz Schönborn bei einem Fest im Vereinsheim: Sie forderte das Geld zurück, das sie dem klammen Jugendfreund und Geliebten geliehen hatte. Der aber lachte bloß und spielte Billard um halb zehn.

Monas Ehemann Christian Seitz meldet sie als vermisst. Der stieselige Lokalredakteur war früher Reporter an Kriegsschauplätzen, der zur Beruhigung dauernd Hühnchen mit Morcheln nach einem Rezept aus Tschetschenien schnippelt, wenn Kommissarin Klara Blum (Eva Mattes) ihn befragt.

Großartige Schauspieler müssen stupide Sätze aufsagen

Sylvester Groth spielt den trüben Mann als triefäugigen Melancholiker. Mit der ungeistigen Mona (Silke Bodenbender als Kokotte) wohnt er in einem avantgardistischen Hauswürfel mit Seeblick; die Liebe war zuletzt einseitig, Seitz verabscheute Geselligkeit und zog den Rotwein vor, während seine Frau das Vergnügen suchte. Die Einheimischen raunen: Wohl träumten alle Männer von ihr, doch Mona ließ jeden Mann abblitzen!

Autor Wolfgang Stauch und Regisseur Ed Herzog, der zuletzt die "Polizeiruf"-Groteske "Die Gurkenkönigin" inszenierte, muten dem Zuschauer in "Die schöne Mona ist tot" haarsträubende Unwahrscheinlichkeiten zu.

Es ist ein Elend, wie großartige Schauspieler stupide Sätze aufsagen müssen. Eva Mattes muss sich bei dem Gemüse schnippelnden Sylvester Groth die Lebensgeschichte anhören und stibitzt mal ein Stückchen Lauch. Man würde gern glauben, dass hier die Schluss-Szene von "Kill Bill" parodiert werde, in der Carradine mit einem großen Messer ein Sandwich zuschneidet.

Eva Mattes plinkert manchmal oder aber lächelt geheimnisvoll. Schon lange vor der absehbaren Wendung ist dieser "Tatort" tot.

ARD, am heutigen Sonntag (3. Februar 2013), 20.15 Uhr.

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