Verletzte Moral
Ukraine verbietet den Film "Brüno"
Die Ukrainer dürfen den Film um den schwulen österreichischen Modereporter Brüno nicht sehen. Es ist nicht das erste Mal, dass das ukrainische Kulturministerium einen Film des britischen Extremkomikers Sacha Baron Cohens verbietet. Dabei stoßen den Behörden nicht nur sadistische Szenen auf.
Nachdem er seinen Job als Reporter bei der Modesendung "Funkyzeit" verloren hat, beschließt Brüno "der berühmteste Österreicher seit Hitler" zu werden.
In der Ukraine darf der Kinohit "Brüno" des britischen Komikers Sacha Baron Cohen wegen anstößiger Szenen nicht gezeigt und nicht verkauft werden.
Der Film um den schwulen österreichischen Modereporter Brüno könne die "öffentliche Moral der Bevölkerung verletzen", begründete Vizekulturminister Timofej Kochan nach Angaben der Agentur Interfax die Entscheidung der Filmkommission.
Vor allem die vulgäre Sprache, homosexuelle Szenen und die Darstellung von Sadismus und asozialem Verhalten hätten zu dem Verbot geführt. Die in die EU strebende Ukraine hatte 2006 auch Cohens Satire um den kasachischen Reporter "Borat" verboten.
In Großbritannien löste man das Problem anders: Dort wird "Brüno" in zwei Versionen ausgestrahlt. Wie die Filmemacher von Universal Pictures mitteilten, sei es das erste Mal, dass ein aktueller Film in zwei Fassungen in den Kinos läuft. Aus der Version für über 15-Jährige wurden nach britischen Medienangaben Sexszenen herausgeschnitten. Die Fassung ist knapp zwei Minuten kürzer als die für Zuschauer ab 18 Jahren. "Wir hatten so viele Anfragen von jüngeren Fans, dass wir auch ihnen den Film zugänglich machen wollten", sagte David Kosse von Universal Pictures International.
Der schwule Modereporter Brüno aus Österreich (Baron Cohen) versucht in dem Film, in Amerika groß rauszukommen. In den USA landete die derbe Komödie, die vor allem die Schwulenfeindlichkeit von Amerikanern aufs Korn nimmt, an der Spitze der Kino-Charts. Der Film startete vorläufigen Studioangaben zufolge mit 30,4 Millionen Dollar (21,8 Millionen Euro), besser noch als "Borat" im Jahr 2006. In Deutschland liegt das Werk auf Platz zwei hinter "Ice Age 3 – Die Dinosaurier sind los".
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