28.01.13

Kultbuch-Verfilmung

"Fünf Freunde" jagen im Kino den grünen Smaragd

Enid Blytons Kult-Buchserie "Fünf Freunde" ist nicht unbedingt pädagogisch wertvoll. Der Regisseur Mike Marzuk macht daraus trotzdem gute Kinderfilme. Leider spielen auch Erwachsene mit.

Von Elmar Krekeler
Quelle: previewnetworks
22.12.12 0:0-1 min.
Die Sommerferien stehen vor der Tür, die Taschen sind gepackt – George, Julian, Dick, Anne und Timmy brechen auf zu einer Fahrradtour ins sagenumwobene Katzenmoor.

Als wir so, sagen wir mal, zehn waren, da war es in den Büchern immer Sommer. Da konnte der Januar so eklig sein, wie er wollte. Und Ferien war. Und Höhlen gab's und komische Gestalten und Geheimnisse. Und Freunde natürlich, die hießen Dinah und Dicky, Barny, George, Anne und Timmy. Unser Reisebüro war die Stadtbibliothek. Unser Flugkapitän hieß Enid Blyton.

Und jetzt könnten wir wieder mal darauf hinweisen, dass es durchaus gescheitere Lektüre für Zehnjährige gegeben hätte, als die pädagogisch wertfreie Fließbandproduktion der nach wie vor beliebtesten Schriftstellerin Großbritanniens. Das haben angesichts unserer unstillbaren Blytonsucht aber schon unsere Lehrer getan und unsere Eltern.

Außerdem sind wir erstens milder als unsere Eltern. Zweitens haben uns die ewigen Sommer an der britischen Küste mit George, Julian und Co. kein bisschen geschadet. Und drittens haben Mike Marzuks unspektakulär gelungene Verfilmungen, um die es hier ja eigentlich gehen soll, von Blytons "Fünf Freunde"-Abenteuern mit den latent rassistischen, verstaubten Büchern der 700-fachen Romanurheberin an sich nicht viel mehr zu tun als Sommer, Höhlen, finstere Gestalten, Geheimnisse und Freunde. Also eigentlich alles.

Endlich ohne Eltern in der Freiheit

Es ist also wieder Sommer. Die fünf Freunde – die Kirrin-Geschwister Anne (Neele Marie Nickel), Julian (Quirin Oettl) und Dick (Justus Schlingensiepen), ihre Cousine Georgina genannt George (Valeria Eisenbart) und Hund Timmy, der klüger ist als alle Verbrecher zusammen, mit denen die fünf des Sommers immer zu tun haben – die fünf Freunde also radeln wieder durch eine malerische Landschaft, in der vor Urzeiten mal ein Phantom namens "Schwarze Katze" sein Unwesen trieb, der unter anderem einen sagenhaften Smaragd vor gierigen Räubern in Sicherheit gebracht hat.

Weil sie zum ersten Mal allein unterwegs sind, werden wir diesmal dankenswerterweise von ihren Eltern verschont. Erwachsene gibt's später trotzdem, was doch sehr schade ist. Die Freunde zelten mit eher mäßigem Erfolg, sie haben sich sehr lieb und frotzeln schön vor sich hin. Da treffen sie den schnöseligen Hardy, Quad fahrender Sohn eines nur per Skype zu erreichenden, superreichen Vaters. Hardy, stellt sich raus, soll entführt werden, weil die Entführer aber selten dämlich sind, erwischen sie Dick. Und schon sind die fünf Freunde wieder auf der Abenteuerspur.

Fremdschämen für Peter Lohmeyer

Sie spielen Sherlock und Indiana Jones, sie jagen den grünen Smaragd, über Felsen, durch Höhlengänge, ein verwinkeltes Schloss und einen Zirkus. Es geht gemäßigt zu im Tempo, es kann gelacht werden, alle werden glücklich. Abgesehen von den Bösewichtern (Oliver Korittke, Stefan Konarske) jedenfalls. Die sind allerdings auch zu blöde und haben das verdient. Vor allem Peter Lohmeyer, der als Oberschurke Rookey derart outriert, dass wir aus dem Fremdschämen gar nicht mehr rauskämen.

Was wir nicht müssen. Weil wir das alles gar nicht sehen. Wir haben unser Kind nämlich beruhigt dem Film anvertraut, sind um die Ecke einen schönen Kaffee trinken gegangen und träumen vom ewigen Sommer in den Büchern von damals.

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