25.01.13

Zensu China zensiert Tykwers "Cloud Atlas" und "Skyfall"


Lana Wachowski (l.) und Andy Wachowski (M.), die Co-Autoren und- Regisseure von "Cloud Atlas" und Zhou Xun vom Casting-Team, sprechen in Peking mit der Presse, nachdem der Film stark gekürzt wurde

Foto: Ng Han Guan / dapd

Von Peter Zander

Die chinesischen Zensoren sind unerbittlich. 38 Minuten des teuersten deutschen Films aller Zeiten, „Cloud Atlas“, fielen ihnen zum Opfer.

Dabei wurden aus dem knapp dreistündigen Film, den Tom Tykwer mit den "Matrix"-Machern Lana und Andy Wachowski gemeinsam gedreht hat, vor allem Liebesszenen herausgeschnitten, etwa eine zwischen zwei Männern. Der Film hatte am Dienstag in Peking China-Premiere und soll nun landesweit gezeigt werden. Allerdings ist er nur noch 134 statt 172 Minuten lang.

In China regt sich zunehmend Widerstand gegen die Zensur ausländischer Filme. In sozialen Netzwerken herrscht Unverständnis etwa über die Verstümmelung des neuen James-Bond-Abenteuers "Skyfall".

Auch im neuen "Bond" fehlen Szenen

Der dritte 007- Film mit Daniel Craig war am Montag in China angelaufen. Hier wurde eine Szene entfernt, in der ein französischer Killer einen chinesischen Wachmann erschießt. Zudem wurde in der untertitelten Fassung ein Dialog geändert, in der Bond ein Mädchen nach ihrer Vergangenheit als Prostituierte fragt.

Der Produzent von "Cloud Atlas", Philip Lee, sagte am Donnerstag, er habe die gekürzte Version für China noch nicht gesehen. Filmemacher wüssten, dass sie sich der Zensur beugen müssten, wenn der Film in China gezeigt werden solle.

Kinobesucher äußerten Unverständnis. Sie seien stellenweise verwirrt gewesen und hätten den Zusammenhang einzelner Szenen nicht erkannt, hieß es.

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