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25.01.13

"Gangster Squad"

Cops mit Hüten jagen Mafia-König Sean Penn

Sean Penn hat L.A. fest im Griff als skrupelloser, angsteinflößender Mafia-Boss. Nur eine Handvoll Männer wagt es, sich dem Mobster entgegenzustellen.

Von Gerhard Midding

Die drittwichtigste Frage, die über Wohl und Wehe eines Films wie "Gangster Squad" entscheidet, lautet: Können die Darsteller Hüte tragen? In dieser Hinsicht darf man Ruben Fleischers Film als Erfolg verbuchen. Veteranen wie Nick Nolte wirken in dieser Aufmachung naturgemäß glaubhafter. Aber auch Ryan Gosling sitzt der Hut wie angegossen. Auf dem Quadratschädel von Josh Brolin gewinnt er gar brachiale Anmut.

Was jedoch die vorrangigen Fragen angeht, fällt die Bilanz gemischt aus. Das Drehbuch ist verheerend geraten, es fehlt an Originalität: keine Szene, die man nicht in Vorbildern wie "Die Unbestechlichen" oder "L.A. Confidential" schon raffinierter inszeniert gesehen hätte.

Dabei stammt es von dem ehemaligen Polizisten Will Beall, der während seiner Dienstzeit offenbar so wenig Interessantes erlebte, dass er beim Schreiben ganz auf Kinoerinnerungen zurückgreifen musste.

Die Erinnerungen des echten Polizisten Will Beall

Es beruht auf einer Reportage von Paul Liebermann, die eigentlich einen fruchtbaren Filmstoff abgeben müsste. Als sich Los Angeles nach dem Zweiten Weltkrieg fest im Klammergriff des organisierten Verbrechens befindet, beauftragt der Polizeichef (Nolte) den Kriegshelden O'Mara (Brolin) mit der Gründung eines geheimen Einsatzkommandos.

Ohne offizielle Legitimation soll es den Machenschaften des Gangsterbosses Mickey Cohen (Sean Penn) ein Ende setzen. Die Krux: Die Truppe operiert hinter feindlichen Linien, denn Justiz und Polizei sind korrupt.

Die moderne Verve, die Fleischers Regie in das Unternehmen bringen soll, erschöpft sich in namenloser Brutalität. Weit ärgerlicher ist noch, wie wenig der Film das Potenzial der Vorlage ausschöpft. Der Versuch, Cohen mit einer Wanze in seinem Fernseher abzuhören, schlug in der Realität weit spannendere Volten.

Weitaus prächtigere Kinoabenteuer erlebte die Truppe übrigens vor einigen Jahren in "Nach eigenen Regeln" von Lee Tamahori. Da hieß sie übrigens "The Hat Squad" – und trug diese noch eine Spur glaubwürdiger.

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