22.01.13

"Star Wars"-Bausatz

Türkische Gemeinde wirft Lego Volksverhetzung vor

Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich fordert den Spielzeughersteller Lego auf, den "Star Wars"-Bausatz nicht mehr zu verkaufen. Dieser sei Volksverhetzung und "Sprengstoff für Kinder".

Foto: PR / pa

Gibt´s da eine gewollte Ähnlichkeit? Links: „Jabbas Palace“ von Lego, rechts die Hagia Sophia in Istanbul
Gibt's da eine gewollte Ähnlichkeit? Links: "Jabbas Palace" von Lego, rechts die Hagia Sophia in Istanbul

In der Weihnachtszeit soll sich ein österreichischer Vater bei der Türkischen Kulturgemeinde in Österreich gemeldet und eine Beschwerde vorgebracht haben. Seine Schwester habe seinem Sohn den Lego-Bausatz "Jabbas Palace" des dänischen Spieleherstellers Lego gekauft, "in guter Absicht". Es habe sich jedoch herausgestellt, dass die Lego-Verpackung "pädagogischen Sprengstoff" enthalte.

So schreibt es die Türkische Kulturgemeinde in Österreich auf ihrer Webseite. Und bewertet: "Der Vater reagierte richtig und tauschte den Bausatz im Geschäft um."

"1:1-Abklatsch der Hagia Sophia in Istanbul"

"Pädagogischer Sprengstoff" also. Die Kulturgemeinde ist den Bedenken des Vaters offenbar nachgegangen und erhebt nun ihrer Webseite zufolge gegen Lego den Vorwurf der Volksverhetzung. Begründung: "Jabbas Palace" gleiche einer Moschee, der Wachturm einem Minarett. Die Figuren seien Orientalen nachgebildet, mit Gewehren, Schwertern und Kanonen.

Bei genauerer Betrachtung sei das fertig zusammengebaute Lego-Haus und der dazugehörige Turm tatsächlich "ein 1:1-Abklatsch der Hagia Sophia in Istanbul oder der Moschee Jami al-Kabir in Beirut und eines Minaretts. Kurz, das Model ähnelt Sakralbauten, egal ob Kirche, Moschee, Synagoge oder Tempel."

Gefährdung für Frieden in Europa

Und weiter: Es sei offensichtlich, dass man sich für die Figur des "hässlichen Bösewichts Jabba" rassistischer Vorurteile und gemeiner Unterstellungen gegenüber den Orientalen und Asiaten als hinterlistige und kriminelle Persönlichkeiten bedient habe.

Raketen, Kanonen, Waffen wie Laserpistole, Gewehre und Samuraischwerter seien jedenfalls pädagogisch bedenklich. Die Kombination aus Tempelbau und Bunkeranlage, aus der geschossen werde, könne für Kinder zwischen neun und 14 Jahren sicher nicht geeignet sein, "vor allem in Hinblick auf ein friedliches Zusammenleben verschiedener Kulturen in Europa".

So weit die Argumentation der Türkischen Kulturgemeinde. Und dann folgen noch die konkreten Forderungen:

"Nicht weiter auf Kriegsspielzeug setzen"

"Wir fordern Lego auf, pädagogisch und therapeutisch wertvolles Spielzeug nach neurowissenschaftlichen Erkenntnissen für Kinder von neun bis 14 Jahren zu erzeugen und nicht weiter auf Kriegsspielzeug zu setzen. Dabei ist zu bedenken, dass auch kleinere Geschwister, Klein- und Kleinstkinder mit den Spielen konfrontiert werden."

"Wir fordern Eltern und Pädagogen auf, kein Kriegsspielzeug oder diskriminierendes Spielzeug zu kaufen oder zu schenken, geschweige denn es zu verwenden!"

Und um den Druck ein bisschen zu erhöhen, kündigt die Kulturgemeinde mögliche juristische Konsequenzen an. Sie behalte sich juristische Schritte vor und überlege, in Deutschland, in Österreich und in der Türkei Klage bei der jeweiligen Staatsanwaltschaft wegen Volksverhetzung einzureichen.

Quelle: jds
© Berliner Morgenpost 2013 - Alle Rechte vorbehalten
Die Favoriten unseres Homepage-Teams
Kristall Sauna Therme   Ludwigsfelde in Brandenburg bei Berlin   das grov¸e Angebot fv r Baden Wellness und Sauna vor. FKK und Sportbad.
22:49Ludwigsfelde
Freizeitbad vor den Toren Berlins warnt vor Sextätern

Die Kristall Saunatherme in Ludwigsfelde geht nach sexuellen Übergriffen in dem FKK-Bad in die Offensive: In Zusammenarbeit mit der Polizei installierten die Verantwortlichen Videokameras. mehr...


Rammstein-Frontman Till Lindemann auf der Bühne in Moskau
19:40Terminvorschau
Das bringt der Tag in Berlin am Freitag

Berlin hat jeden Tag Neues zu bieten. Politische Termine, Demonstrationen, Prozesse, Theater, Konzerte. Hier finden Sie eine Auswahl der Berliner Morgenpost für Freitag, den 24. Mai. mehr...


In Häusern aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts blieben die Mietpreise relativ stabil. Im Durchschnitt stiegen die Mieten in Berlin um mehr als sechs Prozent
22:19Kommentar
Warum Berlin die hohen Mieten nicht hinnehmen darf

Die Berliner Durchschnittsmiete ist im Mietspiegel um mehr als sechs Prozent gestiegen. Vor allem Normalverdiener leiden darunter. Noch können und sollten wir aber gegensteuern, findet Jachim Fahrun. mehr...


Die Aufbauarbeiten laufen, der Veranstalter erwartet 100.000 Fußballfans zum Champions-League-Finale auf der Fanmeile in Berlin
21:05Champions League
Fanmeile zum Finale soll Party mit Videoüberwachung werden

Auf der Berliner Fanmeile zur Champions League erwartet der Veranstalter trotz Regen 100.000 Menschen. Ein umfassendes Sicherheitskonzept soll mit dazu beitragen, dass das Party-Konzept aufgeht. mehr...

Leser-Kommentare Kommentare
Leserkommentare sind ausgeblendet.
Kommentare einblenden
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

Die Moderation der Kommentare liegt allein bei MORGENPOST ONLINE.
Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in der Netiquette.
blog comments powered by Disqus
 
Top-Thema
title
Start-ups in Berlin

Gründerzeit: Die Serie und das Blog der Berliner Morgenpost.

Video Nachrichten mehr
Queen of Soul Aretha Franklin braucht eine kleine Auszeit
USA Bär spaziert durch Vorort von Los Angeles
London Islamisten töten britischen Soldaten
Deutsche Welle In Norditalien kommt die Erde nicht zur Ruhe
 
Top Bildershows mehr
Jeden Tag

Kopfnoten für Politiker, Manager und Prominente

Willkommen in Berlin

Hurra, ich bin da! Das sind Berlins süße Babys

Fotogalerie

Das sind die Berliner Bilder des Tages

Bilder von oben

Das zerstörte Oklahoma City aus der Luft

 
In eigener Sache
Weitere Morgenpost Angebote