20.01.13

Lungenkrebs

Filmproduzent Steffen Kuchenreuther gestorben

Er war einer der ganz Großen der deutschen Filmbranche. Jetzt ist Produzent Steffen Kuchenreuther mit 65 Jahren, einen Tag nach dem Deutschen Filmball, in München gestorben. Er litt an Lungenkrebs.

Foto: dapd

Einflussreicher Filmproduzent: Steffen Kuchenreuther mit TV-Star Christine Neubauer beim Deutschen Filmball
Einflussreicher Filmproduzent: Steffen Kuchenreuther mit TV-Star Christine Neubauer beim Deutschen Filmball

Filmproduzent und Kinobetreiber Steffen Kuchenreuther ist tot. Der langjährige Präsident der Spitzenorganisation der Filmwirtschaft (SPIO), die den Deutschen Filmball veranstaltet, starb am Sonntag in einem Krankenhaus in München, wie eine Familienangehörige auf Anfrage sagte. Sie bestätigte damit eine Mitteilung der Münchner "Abendzeitung".

Der 65-Jährige habe eigentlich noch am Samstag zum Filmball gehen wollen, sagte die Familienangehörige. Doch dann sei er ins Krankenhaus gebracht worden. Am Sonntag sei er dort um 15.40 Uhr an den Folgen seiner Lungenkrebserkrankung gestorben.

Kuchenreuther hatte seit den 60er-Jahren mit seinem Bruder die Kinos ABC, Monopol und Münchner Freiheit geführt. Als Chef der Spitzenorganisation der Filmwirtschaft (SPIO) war er vom 1997 bis 2012 auch 15 Jahre lang Organisator des Deutschen Filmballs in München.

Kosslick sehr traurig

Dieter Kosslick, Chef der Berlinale, reagierte betroffen. Der "Süddeutschen Zeitung" sagte er: "Ich kannte Steffen mehr als 30 Jahre. Wir waren auch sehr unterschiedlich, er eher konservativ, ich links. Aber wir haben uns immer wunderbar verstanden, wenn es um die Sache des Films ging. Er war einer dieser Menschen, die Brücken bauen konnten zwischen den Menschen. Und er war ein großer Freund."

Dem schloss sich Schauspielerin Iris Berben an: "Er ist ein Mensch, der eine Spur hinterlässt, und das ist in unserer Branche das Beste, was man sagen kann."

Schnittstelle zwischen Produzenten

Erst im November war Kuchenreuther für sein stetes Engagement an der Schnittstelle zwischen Produzenten, Verleihern und Filmtheatern in den vergangenen Jahrzehnten mit dem Herbert-Strate-Preis ausgezeichnet worden.

Der Träger des Bundesverdienstkreuzes war vor allem in der bayerischen Filmbranche eine Größe. In München betrieb er mehrere Kinoketten, darunter die MünchnerFreiheit-Kinos und die Leopold-Kinos.

Er hatte sich 2012 auch dafür stark gemacht, dass der Deutsche Filmball weiterhin in München bleibt und nicht nach Berlin umzieht. Zur Begründung hatte Kuchenreuther gesagt: "Der alljährliche Andrang auf die begehrten Tickets belegt, dass der Deutsche Filmball und die Filmstadt München perfekt zusammen passen."

Darüber hinaus engagierte er sich in vielen Organisationen. So war er viele Jahre Vizepräsident des europäischen Kinoverbandes, Präsident des Hauptverbandes Deutscher Filmtheater und Vorstandsmitglied des Wirtschaftsverbandes der Filmtheater Bayern.

Quelle: dapd/fp
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