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Berlin-KOnzert

Calexico erobern Zitadelle Spandau im Sturm

Die Band Calexico hat einen umjubelten Auftritt in der Zitadelle Spandau gefeiert. Trotz einiger Klagen von Anwohnern wegen Lärmbelästigung ging damit das "Citadel Music Festival" in die nächste Runde.

Calexico
Foto: picture-alliance
Perfekte Harmonie: Joey Burns und seine Band Calexico

Das Zweitwichtigste vorweg: Es ist trocken geblieben in der Zitadelle Spandau. Der vorhergesagte Regen ist ausgeblieben. Ein paar tausend Besucher erlebten so am Mittwochabend ein regenfreies Konzert der US-amerikanischen Country-Folk-Rock Band Calexico.

Dass aber nicht das Wetter, sonder sie das Wichtigste für einen gelungenen Konzertabend sind, zeigten die Musiker von Calexico vom ersten Ton an: Wie nicht anders von einer der besten Live-Gruppen zu erwarten, spielten Sänger Joey Burns und seine sechsköpfige Band ihre Lieder in perfekter Harmonie. Gleich bei den ersten beiden Stücke – „Roka“ und „Crystall Frontier“ – war die wilde Mischung aus mexikanisch anmutenden Trompetenklängen, Country- Folk- und Rock-Elementen so überzeugend vorgetragen, dass man glauben konnte, eine Studioaufnahme zu hören.

Doch trotz der musikalischen Perfektion, die sich die Band aus Arizona in unzähligen Live-Auftritten angeeignet hat, waren die Stücke weit davon entfernt, zur reinen Routine zu verkommen. Dies war vor allem der unvorhersehbaren Mischung musikalischer Stilrichtungen und Instrumente – vom Akkordeon bis hin zur exotischen Pedal-Steel-Gitarre – zu verdanken. Da Calexico anscheinend aber selbst keine Lust auf ein reines ‚runterdudeln’ ihrer besten Songs hatte (oder aber aufkommende Routine möglichst schon im Keim ersticken wollte), fingen die Musiker im zweiten Teil ihrer Show damit an, Interpretationen alter Hits zu spielen. Herausgekommen ist dabei unter anderem eine an heiße mexikanisch Sommertage erinnernde Version des The Who Stücks „I can see for miles“.

Als sich Joey Burns nach knapp einer Stunde mit den Worten „ buenas noches“ verabschieden wollen, hatte sich das mexikanische ‚Virus’, von dem Calexico infiziert ist, bereits auf das Publikum übertragen: Anstatt lautstark eine Zugabe zu fordern, riefen Teile das Publikum „otra“ – spanisch für „noch eins“ – in Richtung Bühne.

Joey Burns und seine Band-Kollegen zeigten sich gnädig und kamen gemeinsam mit der befreundeten Band und Vorgruppe Lambchop aus der Country-Hochburg Nashville/ Tennessee nochmals auf die Bühne. Mit den letzten Sonnenstrahlen und einer Interpretation des Bob-Dylan-Songs „I threw it all away“ endete Punkt 22 Uhr das Konzert.

Dass das Konzert so peinlich genau zu Ende ging lag aber nicht an Calexico. Diese hätten vermutlich, wenn sie schon auf der Bühne stehen, die ganze Nacht weiter gespielt. Vielmehr mussten die Veranstalter des „Citadel Music Festivals“ auf eine Klage von Anwohnern reagieren, die sich durch den späten „Lärm“ belästigt fühlen. Um auch künftig noch Konzerte in der Zitadelle Spandau veranstalten zu können, starteten die Veranstalter eine Unterschriftenaktion.

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