27.12.12

Nach Schulmassaker

Tarantino und Waltz verteidigen Brutalo-Filme

Machen Action-Filme Menschen zu Amokläufern? Quentin Tarantino und Christoph Waltz sprechen im CNN-Interview über den Einfluss von Kino-Gewalt auf die Gesellschaft. Ihre Kritik richtet sich gegen die Medien.

Star-Regisseur Quentin Tarantino ("Pulp Fiction", "Kill Bill") ist für seine Gewaltexzesse in Filmen bekannt. Noch nie hat er deswegen kontroverse Diskussionen gescheut.

Doch nach dem Amoklauf an einer Schule in Newtown scheinen selbst ihm die Worte zu fehlen. In einem Interview mit CNN kommt Tarantino ins Schlingern, stottert und betont immer wieder die Grausamkeit der Tat.

Bei dem Massaker am 14. Dezember hatte ein 20-Jähriger zunächst seine Mutter erschossen, später dann sechs Erwachsene sowie 20 Kinder.

"Medien bauschen Gewalt zu Spektakel auf"

Selbstsicher wirkt hingegen Oscar-Preisträgers Christoph Waltz ("Inglourious Basterds"), der auch in Tarantinos neuem Film "Django Unchained" eine Hauptrolle spielt.

Seiner Meinung nach beeinflussen eher die Medien mit ihrer Sensationslust gewaltbereite Menschen zu solchen Taten als ein Hollywoodfilm. Denn der sei "unverkennbar Fiktion" und erzähle lediglich von Gewalt. Dies mit der Realität zu verwechseln, sei "weit hergeholt."

Waltz bestreitet nicht, dass die Darstellung von Brutalität auf der Leinwand einen gewissen Einfluss auf die Gesellschaft habe. Dennoch seien es vielmehr die Medien, die diese Tragödien, bei denen Menschen ermordet werden, erst zu einem großen Spektakel aufbauschen würden.

"Django Unchained" – brutaler Film über Sklavenzeit

Der neue Tarantino-Waltz-Film "Django Unchained" (ab 17. Januar 2013 in den deutschen Kinos) ist zeitlich vor dem amerikanischen Bürgerkrieg angelegt. Er handelt von dem ehemaligen Sklaven Django (Jamie Foxx), der gemeinsam mit dem deutschen Kopfgeldjäger Dr. King Schultz (Christoph Waltz) mit dem Sklavenhalter Calvin Candie (Leonardo DiCaprio) abrechnet.

Auf der Leinwand spielt sich ganz nach Tarantino-Manier ein Gemetzel ab. Regisseur Quentin Tarantino hatte jüngst auf die große Filmpremiere in Los Angeles verzichtet – aus Rücksicht auf die Opfer des Amoklaufs in Newtown.

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