21.12.12

Gruselkino

Unerklärliche Phänomene und ein perfides Finale

Alex Schmidts "Du hast es versprochen" ist ein einziges Versatzstück aus Gruselfilmen: Geheimnisvolle Wälder, dunkle Höhlen, gar nicht so unschuldige Kinder, Alpträume, unerklärliche Phänomene.

Foto: Falcom

Das kann nicht gut enden: Rückblick auf zwei angeblich beste Freundinnen in „Du hast es versprochen“.
Das kann nicht gut enden: Rückblick auf zwei angeblich beste Freundinnen in "Du hast es versprochen".

Genrekino hat es in Deutschland traditionell schwer. Spätestens seit die Regisseure des Neuen Deutschen Kinos in den Siebzigerjahren die Bühne betraten, wird ein Film, der nicht mehr als unterhalten will, schief angesehen.

Das ändert sich nur langsam, zumal auch Teile der Filmkritik wenig fair mit hiesiger Genrekost ins Gericht gehen und deutschen Filmen Klischees und Stereotypen vorhalten, die in amerikanischen Filmen akzeptiert werden.

Dass soll nun nicht heißen, dass Alex Schmidts Regiedebüt "Du hast es versprochen" rundum gelungen ist. Die Geschichte der beiden Frauen Hanna (Mina Tander) und Clarissa (Laura de Boer), die als Kinder beste Freundinnen waren und 25 Jahre später auf die Insel zurückkehren, wo sie die Sommer verbracht haben, ist ein einziges Versatzstück aus Gruselfilmen: Geheimnisvolle Wälder, dunkle Höhlen, gar nicht so unschuldige Kinder, Albträume, unerklärliche Phänomene, verdrängte Kindheitserinnerungen.

Sicher, das hat man alles schon mal gesehen, manchmal auch besser, aber sehr oft auch schlechter.

Solides deutsches Genrekino

So sehr die Dialoge bisweilen holpern, so hölzern sich die Darsteller oft durch das in Deutschland so sträflich vernachlässigte Feld des Gruselfilms bewegen: Mit zunehmender Dauer gelingt es Alex Schmidt in ihrem Regiedebüt eine bedrohliche Atmosphäre zu evozieren, die Schatten der Vergangenheit immer finsterer auf die Gegenwart scheinen zu lassen, bis die Geschichte schließlich in einem herrlich perfiden Finale mündet.

Dass ist zwar nicht immer überzeugend, manche Spannungsspitze hätte man sich etwas pointierter inszeniert gewünscht, doch trotz mancher Schwächen ist Alex Schmidt mit "Du hast es versprochen" etwas seltenes gelungen: Solides deutsches Genrekino.

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