15.12.12

Konzerthaus

Hamburg will Elbphilharmonie weiter mit Hochtief bauen

Das Konzerthaus ist seit Jahren Streitobjekt zwischen der Stadt und dem Baukonzern. Jetzt ist klar: Es wird noch teurer und später fertig.

Foto: dpa

Für die Elbphilharmonie wurde im April 2007 der Grundstein gelegt. Zehn Jahre später soll das Konzerthaus eröffnet werden
Für die Elbphilharmonie wurde im April 2007 der Grundstein gelegt. Zehn Jahre später soll das Konzerthaus eröffnet werden

Eine Entscheidung beim Bau der umstrittenen wie kostspieligen Elbphilharmonie ist gefallen: Hamburg will das prestigeträchtige Konzerthaus in der HafenCity grundsätzlich mit Hochtief zu Ende bauen. Dabei würde der Essener Baukonzern künftig alle Risiken übernehmen, wie Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) und Kultursenatorin Barbara Kisseler (parteilos) am Sonnabend in der Hansestadt sagten.

Das bedeutet für die Stadt Mehrkosten in Höhe von 198 Millionen Euro und schraubt den Gesamtpreis auf mehr als eine halbe Milliarde Euro. Die Übergabe verzögert sich auf Mitte 2016, die Eröffnung auf Frühjahr 2017. Bis Ende Februar möchte der Senat endgültig über das Angebot von Hochtief entscheiden.

Damit trifft Scholz knapp zwei Jahre nach seinem Amtsantritt eine richtungsweisende Entscheidung für den Bau: Gemeinsam mit seinen Senatoren sprach sich der Regierungschef am Sonnabend in einer Sondersitzung für Hochtief aus.

Der Essener Baukonzern hatte noch am Sonnabend ein weitreichendes und überarbeitetes Angebot vorgelegt. Demnach übernimmt das Unternehmen alle Risiken bei dem Bau und beendet alle Rechtsstreitigkeiten mit der Stadt. Im Gegenzug muss Hamburg 198 Millionen Euro zusätzlich für den Bau zahlen. Damit wären alle Ansprüche, inklusive die der Architekten, abgedeckt.

Eröffnung auf Frühjahr 2017 verschoben

Die Stadt Hamburg bleibt somit eine Art Bauherr mit Kontrollfunktion. Hochtief verpflichtet sich ferner, das Konzerthaus bis Mitte 2016 schlüsselfertig zu übergeben. Die Eröffnung der Elbphilharmonie verschiebt sich damit auf das Frühjahr 2017. Das sind dann zehn Jahre nach der Grundsteinlegung.

Scholz zufolge will der Senat sich allerdings nun bis zum 28. Februar 2013 das Recht vorbehalten, den Vertrag mit Hochtief noch kündigen zu können. Bis dahin soll das jüngste Angebot des Essener Unternehmens rechtsverbindlich werden.

Alternativ hatte sich der Senat am Sonnabend nämlich auch mit einem zweiten Szenario beschäftigt, wonach die Stadt das äußerst komplexe Konzerthaus alleine fertig bauen könnte – ohne Hochtief. Auch diese Variante würde Mehrkosten in Höhe von rund 200 Millionen Euro bedeuten. Zudem würde sich die Eröffnung um weitere sechs bis zwölf Monate verzögern.

Das Konzerthaus in der HafenCity ist seit Jahren Streitobjekt zwischen der Stadt Hamburg und Hochtief. Ursprünglich war für die Stadt ein Kostenanteil von 77 Millionen Euro veranschlagt worden und sollte 2010 fertiggestellt werden. Auch der Eröffnungstermin wurde seit der Grundsteinlegung im April 2007 stets verschoben. Die Kosten für den Bau betragen mittlerweile 377 Millionen Euro, inklusive Hotel und Tiefgarage. Insgesamt geht die Stadt nun insgesamt von einem Preis in Höhe von 575 Millionen Euro aus.

Quelle: dapd/sei
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